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Neuzelle - Das Barock-Wunder

Neuzelle - Das Barock-Wunder

Jährlich pilgern etwa 200 000 Touristen nach Neuzelle in der Nähe von Eisenhüttenstadt. Der Ort besitzt einige der bedeutesten Kulturdenkmäler Brandenburgs - viel mehr - Europas. Das Kloster Neuzelle wurde 2014 nahezu komplett fertig saniert. 2015 eröffnete das Museum "Himmlisches Theater" mit einem aufwendig restaurierten Barock-Theater. Auch der Klostergarten sucht seinesgleichen in Deutschland.

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Ein Millionenprojekt ist vollendet: Das Kloster in Neuzelle präsentiert einzigartige Passionsdarstellungen aus dem Barock.

Himmlisches Theater in Neuzelle

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Caroline Reul / 20.03.2015, 21:40 Uhr - Aktualisiert 20.03.2015, 21:52
Neuzelle (MOZ) Viele Jahre reifte die Idee von einem Museum in Neuzelle, in dem die Passionsdarstellungen des Klosters gezeigt werden können. Am Freitag nun wurde das "Himmlische Theater" feierlich eröffnet. Die Gäste waren besonders beeindruckt von dem unterirdischen Bau.

Natürlich habe man gewusst, dass barocke Passionsdarstellungen im Kloster existierten, erklärte Walter Ederer, Direktor für Marketing und Kommunikation der Stiftung Stift Neuzelle, am Freitag vor der Festgemeinde. Aber bevor die Stiftung im Jahre 1997 ihre Arbeit aufgenommen hat, war deren Bedeutung aus dem Bewusstsein verschwunden. Und auch, als sie vom Kirchturm geborgen waren, sei noch niemand auf die Idee gekommen, sie in einem Museum auszustellen. "Der Gedanke war einfach zu kühn", erinnerte sich Walter Ederer.

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Himmlisches Theater in Neuzelle eröffnet

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Erst 2003 begann man, Pläne zu entwickeln. Es folgten Jahre der Erfassung, Planung und nicht zuletzt der umfassenden Konservierung der Passionsdarstellungen, die jetzt im "Himmlischen Theater" zu sehen sind. Besonders die Erhaltung der Bilder war aufwendig, da sie in den 1950er-Jahren mit Holzschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt worden waren, die allerdings hochgiftige Stoffe enthielten. Bevor sie also einen neuen Anstrich bekamen, mussten sie zunächst dekontaminiert werden. "Wir haben hier einen Kunstschatz von europaweiter Bedeutung, ein kulturhistorisch einmaliges Ensemble", lobte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Festansprache. Wie alle anderen Redner auch - unter ihnen Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz und Kurator Harald Schwillus - hob er die beachtliche Leistung aller Beteiligten hervor.

Die Restaurierung des Kutschstallgebäudes und der Passionskulissen sowie das neue Museum kosteten insgesamt 8,9 Millionen Euro. Finanziert wurden sie aus Mitteln von EU, Bund und Land sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Ab diesem Sonnabend ist die Ausstellung für Besucher geöffnet. Die dürfen sich auf ein besonderes Museumskonzept freuen. Während nämlich im ebenfalls frisch restaurierten Kutschstallgebäude die kunsthistorischen Hintergründe erläutert werden, sind die Darstellungen vom Judaskuss und von der Kreuztragung in einem abgedunkelten Raum in Szene gesetzt - einem unterirdischen Anbau an das Kutschstallgebäude. Es soll an das Grab Jesu erinnern und so gleichzeitig einen Bezug zu den Passionsdarstellungen herstellen, die auch als "Heiliges Grab" bezeichnet werden. Die beiden bisher ausgestellten Szenen sind nur zwei von insgesamt 14 sowie einer Darstellung der Auferstehung Jesu Christi. In den kommenden Jahren soll nach Möglichkeiten gesucht werden, auch die übrigen Bühnenbilder zu restaurieren.

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