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Neuzelle - Das Barock-Wunder

Neuzelle - Das Barock-Wunder

Jährlich pilgern etwa 200 000 Touristen nach Neuzelle in der Nähe von Eisenhüttenstadt. Der Ort besitzt einige der bedeutesten Kulturdenkmäler Brandenburgs - viel mehr - Europas. Das Kloster Neuzelle wurde 2014 nahezu komplett fertig saniert. 2015 eröffnete das Museum "Himmlisches Theater" mit einem aufwendig restaurierten Barock-Theater. Auch der Klostergarten sucht seinesgleichen in Deutschland.

© Foto: MOZ

Saisonauftakt lockt Besucher aus Berlin und der Region nach Schwerzko

Es rattert wieder in der Mühle

Alte Technik in Betrieb: "Sägemüller" Sieghard Lang stellte sie vor.
Alte Technik in Betrieb: "Sägemüller" Sieghard Lang stellte sie vor. © Foto: Jörg Hanisch
Jörg Hanisch / 06.04.2015, 21:28 Uhr
Schwerzko (han) (MOZ) Wenn alte Technik zum Leben erweckt wird, bleiben Gäste nicht aus. So war es auch zum Saisonauftakt an der Schwerzkoer Mühle.

Unterm Sonnenschirm und halbwegs vor den Schauern geschützt, genossen drei hartgesottene Gäste die Fischspezialität der Mühlenküche. Der Pächter der ehemaligen Sägemühle wartete bereits auf eine Reisegruppe aus Berlin, die mit dem Bus anreist: "Nach einem Besuch in Neuzelle, soll hier der Abschluss der Tour mit einer Wanderung um den Schwerzkoer See und anschließendem Kaffee trinken in der Mühlenstube stattfinden", verkündete Sieghard Lang und begrüßte zugleich Steffen Kowalle, den Tourguide und zertifizierten Natur- und Landschaftsführer.

Wie sich bei der Ankunft der Gäste aus Berlin herausstellte, war der Neuzellebesuch nicht wie gedacht gelaufen. Die Kirche war für den Großteil nicht zu besichtigen gewesen und auch das neue Museum mit der Passionsdarstellung stand nicht auf dem Plan. Die Hoffnung mit der bevorstehenden Rundtour um den See die Stimmung zu heben, war deshalb groß.

Zum Saisonauftakt in der Schwerzkoer Mühle stand zunächst die Besichtigung der Sägemühle auf dem Programm. Das Ansägen am Ostersonnabend nutzten auch zahlreiche Besucher aus der Region. "Sägemüller" Sieghard Lang zeigte, wie es geht und brachte das Horizontalsägegatter in Schwung. Erst langsam, dann immer schneller werdend ratterte das Sägegatter los und verschluckt fast die Worte des "Sägemüllers", der erklärte, warum er mit einer langen Stange den Antriebsriemen auf dem Rad führte: "Moderne und alte Technik passt nicht immer zusammen. Der alte Motor hatte einen Regler, an dem die Anfahrgeschwindigkeit eingestellt werden konnte. Der neue dreht sofort hoch und die Transmission springt manchmal herunter. Deshalb die Führung am Anfang." Imposant anzusehen waren auch die alte Königswelle und das über drei Meter messende oberschlächtige Wasserrad. Wie die Müllersfamilie früher lebte, gab es dann in der Mühlenwohnung zu sehen.

Die Schwerzkoer Mühle ist die am besten erhaltene Mühle im Dorchetal, in dem es einmal fünf weitere Mühlen gab. Auch Naturbegeisterte kommen hier auf ihre Kosten. Flora und Fauna rund um den Schwerzkoer See, den auch die Berliner Reisegruppe umrundete, bieten zahlreiche Beobachtungsobjekte.

Das Schausägen, wie es an Ostern präsentiert wurde, wird jedoch nur drei Mal im Jahr gezeigt. Die nächsten Vorführungen finden an Pfingsten, zum Deutschen Mühlentag und zum Tag des offenen Denkmals am zweiten Septemberwochenende statt. Sondervorführungen sind nach Absprache auch möglich.

Ab sofort ist die Schwerzkoer Mühle an Wochenenden und Feiertagen ab 11.30 Uhr geöffnet.

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Mühlenküche Sieghard Lang Saisonauftakt Berlin Mühle

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