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Neuer Bypass lässt Wasser schneller aus Leegebruch abfließen

Alles fließt: Seitdem dieser Bypass am Pinnower Nordostkanal gelegt wurde, fließt mehr Wasser aus Leegebruch ab als dort derzeit aus anderen Gemarkungen noch ankommt.
Alles fließt: Seitdem dieser Bypass am Pinnower Nordostkanal gelegt wurde, fließt mehr Wasser aus Leegebruch ab als dort derzeit aus anderen Gemarkungen noch ankommt. © Foto: Gemeindeverwaltung Leegebruch
Friedhelm Brennecke / 08.08.2017, 15:53 Uhr
Leegebruch (OGA) "Erst seitdem der Wasser- und Bodenverband ,Schnelle Havel' am vorigen Freitag einen Bypass am Pinnower Nordostkanal gelegt hat, fließt mehr Wasser ab, als bis dahin in der Gemarkung Leegebruch aus umliegenden Gemeinden bei uns angekommen ist", sagt Norman Kabuß. Der amtierende Verwaltungschef ist der Meinung, "dass diese Maßnahme schon früher hätte ergriffen werden müssen", um die teilweise dramatische Hochwasserlage in Leegebruch schneller zu entspannen. Auch die beiden Einleitpunkte in den Oranienburger Kanal seien aus seiner Sicht weiterhin problematisch. "Dort sind weitere Maßnahmen des Wasser- und Bodenverbandes unbedingt erforderlich", sagt Norman Kabuß. Auch bestehende Wehre müssten gepflegt und in Stand gehalten werden.

"Wir haben alles getan, um die Gräben und den Nordostkanal in Schuss zu halten. Es wurde fachmännisch entkrautet, damit Wasser rasch abfließen kann", sagt Hans Frodel, der Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes "Schnelle Havel" mit Sitz in Liebenwalde. Allein solchen Stark-regenmengen wie am 29. Juni seien die bestehenden Gräben nicht gewachsen.

Der Bypass sei im Übrigen gelegt worden, um die landwirtschaftlichen Flächen zwischen Leegebruch und Pinnow schneller zu entwässern und trocken zu bekommen. "Selbst wenn die Bauern ihre Ernte dort aktuell vermutlich abschreiben können, wollen sie die Äcker doch eines Tages wieder bestellen", sagt Frodel. Gelegentlich habe er bereits sogar die Forderung gehört, dort ein Schöpfwerk zu bauen. "Dann muss man uns aber auch sagen, wer das bezahlen soll", so Frodel.

Für die Entwässerung von Leegebruch seien vor allem der Moor- und der Hauptgraben zuständig, die ihr Wasser in Richtung Süden durch Velten zum dortigen Hafen transportierten. Auch diese Gräben seien in einem gepflegten Zustand, bei Halbjahreswassermengen an einem Tag aber überfordert, gibt Frodel zu bedenken.

Er könne die Sorgen und Nöte der Leegebrucher durchaus verstehen - "auch dass die nicht gerade begeistert sind, wenn Niederschläge nach Starkregen aus anderen Gemarkungen im tiefer gelegenen Leegebruch für Überschwemmungen sorgen". Vergessen werden dürfe aber auch nicht, dass in Leegebruch nach 1990 sehr viel gebaut und damit Boden verdichtet wurde. Früher habe es in der Gemeinde zudem noch mehr Gräben zur Entwässerung gegeben.

Dass Städte und Gemeinden nach dem Jahrhundertregen über eine Verbesserung ihrer Entwässerungssituation nun ernsthaft nachdenken, hofft Frodel. "Wir können da als Verband gern beraten. Was konkret gemacht werden soll, sollten die Kommunen aber zunächst für sich entscheiden. Wichtig ist, dass sie gemeindeübergreifend denken und planen und sich mit ihren Nachbarn dazu ins Benehmen setzen", sagt Frodel. Denn Entwässerungsprobleme ließen sich nur gemeinsam lösen.

Seit 2015 wird in Leegebruch an einem Generalentwässerungsplan gearbeitet. Aus ihm soll ein Straßenentwässerungskonzept vor allem für den alten Ortskern entwickelt werden, in dem eine Regenentwässerung bisher nicht besteht.

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