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Fredersdorf-Vogelsdorf verabschiedet Gemeindebrandmeister Karsten Schulz nach 27 Jahren. Er übergab den Staffelstab an Thomas Rubin.

Feuerwehr
Dank für überragendes Engagement

Uwe Spranger / 07.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 07.05.2019, 18:12
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Überraschung, Freude, aber auch Wehmut zeigte das Gesicht von Karsten Schulz am Sonnabendabend. Mehr als 200 Gäste waren gekommen, um ihm nach 27 Dienstjahren als Gemeindebrandmeister einen gebührenden Abschied zu verschaffen. "Und bis anderthalb Stunden vorher wusste er von nichts", verriet sein Nachfolger Thomas Rubin.

Vorgefahren wurde Schulz im Tanklöschfahrzeug der Vogelsdorfer Wehr, bei der er 1976 als Brandschutzhelfer begonnen hatte. Zu Klängen des Blasorchesters der  Feuerwehr marschierte er durch ein langes Spalier von Feuerwehrleuten aus dem eigenen Ort, Nachbargemeinden und Partnerkommunen sowie vielen Gästen in die dekorierte Sporthalle in Fredersdorf-Nord.

"Wenn jemand 27 Jahre so ein Amt bekleidet, muss er mit Ehre verabschiedet werden", lobte Landrat Gernot Schmidt zunächst die Organisatoren des Empfangs, um dann an gemeinsame Aufgaben wie beim Oderhochwasser zu erinnern. Zudem gehe die Anschaffung von Einsatzleitfahrzeugen auf Schulz zurück, die sich inzwischen mehrfach bewährt hätten. Zugleich hielt er Schulz zugute, dass er in Finanzfragen "nicht so krass" formuliert habe.

Zuvor hatte Bürgermeister Thomas Krieger an Feuerwehr-Stationen des Scheidenden erinnert. Er habe schon mit 16 Jahren eine Brandschutzeinheit übernommen, wurde 1990 nach Studium stellvertretender Wehrleiter und 1992 Gemeindebrandmeister im damals noch eigenständigen Vogelsdorf. Seit dem Zusammenschluss mit Fredersdorf 1993 bekleidete er den Posten für die Großgemeinde mit drei Feuerwehren. Seitdem habe er zahllose kleine und große Einsätze bewältigt, Reifenbrände auf dem ehemaligen LPG-Gelände, Feuer im Plattenwerk, das Oderhochwasser, Waldbrände oder nach Stürmen, zählte Krieger nur einige auf, für die es auch manche Auszeichnung gegeben hatte. Höchste Auszeichnung für Feuerwehrleute seien aber die dankbaren Gesichter von Menschen nach kleineren Einsätzen, wenn Leib und Leben oder Hab und Gut gerettet wurden.

Der Bürgermeister hob zudem hervor, dass Schulz für eine "top Ausbildung und top Ausstattung" der Wehren der Gemeinde gesorgt habe. Inzwischen seien Gerätehäuser neu gebaut oder überholt, der Fahrzeugbestand modernisiert. Die Anträge seien stets gut begründet, kurz und prägnant gewesen und es musste eben nicht immer ein neues Fahrzeug sein, wenn auch ein Neuaufbau gereicht habe. Dass auch seine Amtsvorgänger Uwe Klett und Wolfgang Thamm sowie viele Gemeindevertreter gekommen seien, wertete Krieger als Beleg für seine Sicht. Und kündigte an, dass er vorschlagen werde, Karsten Schulz für sein "überragendes Engagement" mit der Ehrenplakette der Gemeinde zu würdigen, der zweithöchsten Auszeichnung nach der Ehrenbürgerschaft.

Verabschiedung von Karsten Schulz als Gemeindebrandmeister von Fredersdorf-Vogelsdorf nach 27 Jahren im Amt
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Zapfenstreich

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Nachfolger Thomas Rubin hatte ausgerechnet, dass allein die 27 Jahre in der Funktion fast 220 000 Stunden im Dienste der Feuerwehr ausgemacht hätten. Er hob hervor, dass sein Vorgänger immer ein offenes Ohr gehabt habe, auch für andere Themen. Er sei bereit gewesen, alles für die Feuerwehr zu geben, habe sich selbst nicht wichtig genommen, sondern die Teamleistung honoriert.

Ehrenmitglied der Angler

Rubin hat selbst die ersten Schritte in der Feuerwehr unter Schulz getan und "eine harte, aber auch schöne Schule gehabt", wie er berichtete. Und fügte noch einen "Schlüsselmoment" an. Als Jugendlicher sei er mit Schulz unterwegs gewesen, und damals habe der zu ihm gesagt: "Wenn du dich anstrengst, kannst du später mal meinen Job übernehmen." Nun sei dies Realität. Bei einem Zapfenstreich mit dem Fanfarenzug Strausberg und Gästen des Empfangs wurde die symbolische Staffelstabübergabe vollzogen.

Zuvor hatten drinnen noch weitere Dankesredner förmlich Schlange gestanden. Die Vogelsdorfer Angler machten ihn zum Ehrenmitglied und überreichten auch ein Mitgliedsbuch vom Landesverband, damit er seinem neuen Hobby frönen kann.

Schulz selbst, der sich im Ohrensessel bisweilen die Augen wischen musste, resümierte: "Ich habe es gern gemacht." Er wünschte, dass stets alle gesund von Einsätzen zurückkommen und noch Mitstreiter dazustoßen. Denn: "Wir brauchen noch mehr."

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