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Tour de MOZ
Gemütlich durchs Oderbruch

Aussicht: Wer die 137 Stufen des Turms der Marienkirche erklimmt, kann bis ins Oderbruch schauen. Am Sonnabend ist dies von 10 und 17 Uhr möglich.
Aussicht: Wer die 137 Stufen des Turms der Marienkirche erklimmt, kann bis ins Oderbruch schauen. Am Sonnabend ist dies von 10 und 17 Uhr möglich. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 11.06.2019, 19:03 Uhr
Wriezen (MOZ) Bereits am Freitagabend beginnt das dreitägige Programm des diesjährigen Deichtags in Wriezen. Im bunten Trubel soll allerdings nicht der Ursprung dieses Festes untergehen: das Oderhochwasser vom Sommer 1997, das die Region damals für mehrere Wochen in Atem hielt. Nur Dank der Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet, darunter viele Soldaten, konnten die durchweichten und teils schon ins Rutschen geratenen Deiche gehalten und eine Katastrophe verhindert werden. Die Wriezener Stadtverordneten hatten unter dem Eindruck dieser dramatischen Tage bereits im August 1997 beschlossen, im Folgejahr einen Deichtag als kommunalen Mahn- und Gedenktag einzuführen. Wichtig war ihnen dabei, dass der Termin so gelegt wird, dass Freiluft-Veranstaltungen stattfinden können.

Seit der Premiere des Deichtags hat es immer wieder Veränderungen gegeben. So ist der Termin vom Mai in den Juni verlegt worden und gehört nun zum sechsten Mal auch eine Etappe der Tour de MOZ dazu. So wird am Sonnabend nach der offiziellen Eröffnung wieder eine größere Schar Radfahrer an der Hauptbühne am Marktplatz verabschiedet. Tourführer ist erneut Dieter Hennig. Der Sportlehrer im Ruhestand lebt in Wriezen und hat wie in den Vorjahren eine besondere Strecke durch das Oderbruch vorbereitet.

Doch ehe es über die Odervorstadt ein kurzes Stück auf dem Oderbruchbahn-Radweg aus Wriezen hinausgeht, wird die Gruppe am Bahnhof erstmals geteilt. "Wir bieten in diesem Jahr auch eine sportlichere Tour an", erläutert Dieter Hennig und fügt hinzu, dass Teilnehmer, die einen der Züge nutzen, die gegen 10 Uhr in Wriezen ankommen, die anderen so kaum verfehlen können. Einige seien ohnehin immer an den blauen Tour-T-Shirts zu erkennen.

Für die gemütlichere, weil flache Familienrunde kündigt Hennig ein Durchschnittstempo von 15 Kilometern pro Stunde an. Über wenig befahrene und asphaltierte Straßen und Wege erreicht er mit seinem Pulk in Güstebieser Loose den Oder-Neiße-Radweg. Darauf geht es Richtung Süden bis nach Groß Neuendorf. Gegen 13.30 Uhr ist dann die Ankunft an der Bockwindmühle in Wilhelmsaue vorgesehen.

Das gilt übrigens auch für die sportlichere Truppe, denn dort wartet der Neutrebbiner Axel Kranich mit seiner Gulaschkanone und einem Überraschungseintopf. Interessierte führt Mühlenwart Marco Scheibel gern durch das technische Denkmal, das zu den Kulturerbeorten des Oderbruchs gehört. Die um 1880 errichtete Windmühle ist die letzte von einst vielen Mühlen in der Region. Bis in die 1960er-Jahre war sie in Betrieb, stand dann jedoch lange leer und drohte zu verfallen. Noch zu DDR-Zeiten wurde mit der Restaurierung begonnen. 1995 konnte wieder gemahlen werden. Inzwischen geben sich dort auch Brautleute das Ja-Wort.

Auf wieder getrennten Wegen geht es für die MOZ-Radler auf den Rückweg, wobei beide Gruppen dann an der Dornbuschmühle in Vevais wieder aufeinander treffen. Nach Kaffee und Kuchen geht es gemeinsam nach Wriezen zurück. Und wer mag, lässt die Tour de MOZ auf dem Deichtag ausklingen.

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/tourdemoz

Strecken-Spickzettel

Start: Sonnabend, 10 Uhr, am Marktplatz

Länge: ca. 60 Kilometer

Schwierigkeit: für Familien geeignet

Parken: in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes und des Bahnhofs

Anreise: mit der Regionalbahn RB 60 der Niederbarnimer Eisenbahn aus Richtung Eberswalde beziehungsweise Frankfurt.

Tourverlauf: Wriezen – Mädewitz – Neuwustrow – Altwustrow – Neulietzegöricke – Karlshof – Güstebieser Loose (Oder-Neiße-Radweg) – Groß Neuendorf – Solikante – Forstacker – Wilhelmsaue – Posedin – Sietzing – Wuschewier – Horst – Neutrebbin – Kunersdorf – Bliesdorf – Vevais – Wriezen

Schlagwörter

Dieter Hennig Deichtag Marco Scheibel Trubel Helfer

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