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Mit Theodor Fontane und dessen Vater Louis Henri kommen Ausflügler für märkische Verhältnisse in und um Bad Freienwalde "Hoch hinaus". Es geht aber auch ohne die beiden.

Sommerserie
Mit und ohne Fontane auf Tour

Anettt Zimmermann / 23.07.2019, 06:45 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Um Theodor Fontane, dessen 200. Geburtstag im Dezember ansteht, kommt in diesem Jahr keiner herum. Auch in Bad Freienwalde nicht. Der Schriftsteller hat die Stadt aber nicht nur in den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" beschrieben – er hatte sogar eine besondere Beziehung zu einem heutigen Ortsteil: In Schiffmühle verbrachte sein Vater Louis Henri Fontane seine letzten Lebensjahre. Das Grab befindet sich an der Kirche in Neutornow.

Darauf wird natürlich auch in der Ausstellung "Freienwalde – hübsches Wort für hübschen Ort" über Theodor Fontanes Begegnungen mit der Kurstadt im Oderlandmuseum in der Uchtenhagenstraße eingegangen. Dort und nebenan in der Touristinformation erhalten Interessierte viele Anregungen, was sie sich in Bad Freienwalde zu Fontane zum Teil auch "Hoch hinaus" anschauen können. Weil Einheimische davon vieles kennen dürften, soll hier der Versuch unternommen werden, ihnen ebenfalls etwas Neues zu bieten.

Vorschlag eines Zweiradfans

Wer also bereits das im Mai neu eröffnete Fontanehaus in Schiffmühle besucht hat, auf dem Weg "Vater und Sohn" gewandert ist (für Sandalen ungeeignet, Picknick empfehlenswert) sowie am Grab des Vaters in Neutornow war (schöner Ausblick), kann diese Stationen überspringen, um zu einer etwa 60 bis 65 Kilometer langen Tour aufzubrechen, die ein Motorradfan aus Bad Freienwalde vorgeschlagen hat. Für vier Räder ist diese ebenso geeignet. Getestet wurde sie jedoch mit einem E-Bike überwiegend im Eco-Modus. Start war am Bahnhof, wo es kostenfreie Parkplätze gibt. Die Uchtenhagenstraße mit Oderlandmuseum und Touristinformation liegen in der Nähe.

Den Weg von Freienwalde nach Schiffmühle legte Fontane einst zu Fuß zurück. An die Asphaltbänder von Straße und Radweg war da noch nicht zu denken. Das nächste Ziel nach Schiffmühle ist Hohenwutzen, das über die Bundesstraße 158a zu erreichen ist. Vorbei am Frühstücksplatz seiner Majestät des Königs Friedrich Wilhelm IV. vom 23. Januar 1841, durch Altglietzen mit seinem Hoffmannschen Ringofen von 1878 und einigen Gaststätten.

Insbesondere für Radfahrer empfiehlt sich die ruhigere Verbindung über Neutornow und Gabow, die dort – wenn sie nicht abbiegen, sondern geradeaus  weiter rollen – eine schöne und naturnähere Strecke über Alt- und Neuglietzen finden. In Hohenwutzen geht es für Ausflügler mit zwei- wie vier Rädern über die Oderbrücke und damit über die deutsch-polnische Grenze. Die Hallen des Polenmarkts mit mehr als 700 Ständen sind nicht zu übersehen. Gleich rechts über die Zufahrt einer Filiale einer Fast-Food-Kette geht es jedoch zur Landstraße 126 Richtung Siekierki (zehn Kilometer) und Gozdowice (19 Kilometer) und damit idyllischeren Rastplätzen im Landschaftschutzpark Cedynia mit dem westlichsten Punkt Polens – teils direkt an der Oder gelegen, mit überdachten Tischen und Bänken sowie Infotafeln auch mit Erläuterungen in deutscher Sprache. Einen durchgängigen Weg am Fluss gibt es nicht.

Vor Stary Kostrzynek weist ein Schild zu einem höhergelegenen Aussichtspunkt und am Ortseingang wirbt das an der Oder gelegene Gasthaus Kristina mit gutem Essen und kleinen Preisen (täglich geöffnet). Mit Blick auf die Fährzeiten in Gozdowice blieb bei der Testfahrt allerdings keine Zeit für eine Einkehr.

In Siekierki führt Asphalt bereits bis an die einstige Eisenbahnbrücke. Das technische Denkmal soll in den nächsten zwei Jahren mit EU-Fördermitteln zur Fahrrad- und Fußgängerverbindung hergerichtet werden. Am Wegesrand wird immer wieder an die schweren Kämpfe Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 erinnert – in Stare Lysogorki und Gozdowice ist jeweils auch ein Museum zu finden. Bevor Letzteres erreicht wird, führt ein Weg noch einmal an die Oder und eröffnet einen herrlichen Blick auf die deutsche Seite.

Sollte die Fähre nicht verkehren (montags Ruhetag, Ausfälle wegen Niedrigwasser oder wetterbedingt möglich), bleibt Radfahrern nur der bereits bekannte Weg zurück. Motorisierte Ausflügler sollten je nach Heimatort entscheiden. Das gilt auch auf deutscher Seite. Radlern wird der Oder-Neiße-Radweg empfohlen, der auch nach Hohenwutzen führt. Bei der Testfahrt per E-Bike ging es über den Oderbruchbahnradweg sowie Altreetz und Alt­ranft zurück.

Weitere Tippsfür den Tagesausflug

Die beschriebene Strecke ist als Tagesausflug zu verstehen. Die Touristinformation in Bad Freienwalde, Tel. 03344 150890, hilft gern mit weiteren Tipps etwa zu Badegewässern und Öffnungszeiten weiter. Sie hat Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen 10 bis 15 Uhr geöffnet. Auf deutscher Seite wird am Oderdeich auch an das Hochwasser von 1997 erinnert. Neulietzegöricke, das älteste Kolonistendorf im Oderbruch, bietet ebenso Einkehrmöglichkeiten wie Zollbrücke mit dem Theater am Rand.⇥azi

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