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Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat am Montagvormittag die ausgebaute Volzine in Wriezen übergeben.

Sonderprogramm
"Wir sind auf der Zielgeraden"

An der Volzine: Kerstin Gehrke vom Landesamt für Umwelt (v. l.), Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU), Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD), Kai Herrmann, Geschäftsführer der Ingenieur-, Wasser- und Tiefbau GmbH, sowie Siegfried Richter, Fachdienstleiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland, beim Durchschneiden des vorbereiteten Bandes
An der Volzine: Kerstin Gehrke vom Landesamt für Umwelt (v. l.), Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU), Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD), Kai Herrmann, Geschäftsführer der Ingenieur-, Wasser- und Tiefbau GmbH, sowie Siegfried Richter, Fachdienstleiter der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Märkisch-Oderland, beim Durchschneiden des vorbereiteten Bandes © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 06.08.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 06.08.2019, 09:50
Wriezen (MOZ) Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete", steht auf dem großen Schild, das zum symbolischen Spatenstich im Mai 2018 an der Wriezener Volzine aufgestellt worden war. Es verweist zudem auf das Sonderprogramm Oderbruch, mit dem eine Verbesserung des Hochwasserabflusses an Gewässern I. Ordnung und auch des Abflussvermögens der Volzine erreicht werden soll. Von Bautätigkeiten war dort in den vergangenen Monaten allerdings kaum noch etwas zu sehen. "Wir sind ja auch schon fertig", freut sich am Montagvormittag Kai Herrmann, Geschäftsführer der in Frankfurt (Oder) ansässigen Ingenieur-, Wasser- und Tiefbau GmbH (IWT). Eindrucksvolle Bilder von den Arbeiten seien allerdings noch auf der Internetseite des Unternehmens zu finden, sagt er und greift zu seinem Handy.

Bauabschnitt ist 810 Meter lang

Normalerweise würde oft vom Ufer aus gearbeitet. Doch im Falle der Volzine sei ein Spezialfahrzeug im Einsatz gewesen. "Ein Amphibienbagger", erläutert Kai Herrmann und spricht von der sogenannten Vorkopfbauweise. An die 10 000 Kubikmeter Boden seien aus der Volzine geholt worden. Frank Kersten, Bauleiter seitens des Landesamtes für Umwelt (LfU), breitet einen Plan des 810 Meter langen Bauabschnitts aus. 1800 Kubikmeter Sediment seien von der Gewässersohle entnommen worden, berichtet er. Weitere 6600 Kubikmeter Boden wurden demnach abgebaggert, um die Volzine zu verbreitern. Frank Kersten erinnert an die Binnenhochwasser.

Dabei hätten 2010/2011 zuletzt große Flächen unter Wasser gestanden. "Da waren an einem Tag zum Teil 150 Liter Regen in der Region heruntergekommen", blickt der LfU-Mitarbeiter zurück. "Die Oderbrücher wissen, wovon wir reden", sagt Kai Herrmann. Selbst in höher gelegenen Dörfern habe das Wasser in den Kellern gestanden. "Von den Schäden her, mit denen Privatleute klarkommen mussten, waren die Binnenhochwasser schlimmer als das Hochwasser im Sommer 1997", schätzt der Diplomingenieur ein und lobt zugleich die Zusammenarbeit mit Landesamt für Umwelt.

Dank der langen Trockenperioden auch im Vorjahr konnte das 1,8 Millionen Euro teure Bauprojekt vorzeitig abgeschlossen werden, begründet Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) das jetzt neuerliche Treffen an der Volzine, zu dem auch Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) gekommen ist. Ursprünglich sollte der Bauabschnitt im nächsten Jahr fertig gestellt sein. "Wir haben jede Menge Bauvorhaben, die pünktlich beendet werden", erklärt der Minister und fügt hinzu: "Das Gesamtvorhaben läuft bis 2020. Etwa 36 Kilometer haben wir inzwischen fertig, 48 Kilometer sind es insgesamt. Wir sind also auf der Zielgeraden." Maßnahmen am Letschiner Hauptgraben und an der Güstebieser Alte Oder würden noch folgen. Der Volzine als einem der Hauptvorfluter im Oderbruch komme, so Vogelsänger weiter, eine besondere Bedeutung zu. Die bisher bestehende Engstelle in Wriezen gehöre nun der Vergangenheit an. Im Hochwasserfall könne das Wasser künftig besser abfließen.

Bodenaushub deckt Deponie ab

Das dürfte auch die Kleingartenbesitzer an der Volzine freuen, ist sich Kai Herrmann sicher. Der abgebaggerte Boden sei auf einem sogenannten Spülfeld zwischengelagert, entwässert und später abgetragen worden. "Zum Abdecken einer Deponie war er noch gut geeignet", erläutert er und verweist auf organische Stoffe, Nitrate, Steine oder auch Flaschen, die das Ganze zu gemischtem Bodenabfall gemacht hätten. Und auch andere Störfälle habe es immer wieder gegeben. "Wriezen war 1945 Kampfgebiet", erinnert der IWT-Geschäftsführer. Und so habe die Sonde, die metallische Gegenstände erkennt, immer wieder angeschlagen. Kai Herrmann zählt eine Fliegerbombe, Granaten, Minen und Gewehrmunition auf, um die sich dann der Kampfmittelbeseitigungsdienst gekümmert habe.

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