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Der Kreisfeuerwehrverband MOL besteht seit 25 Jahren. Zur Feier in Pritzhagen mischten sich Stolz, Dank und Hinweise auf neue Herausforderungen.

Feuerwehr
25 Jahre Kreisfeuerwehr gefeiert

Thomas Berger / 26.08.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 26.08.2019, 09:00
Pritzhagen (freier Autor) Bewusst in die große Scheune des Gasthofes "Pritzhagener Heide" in der Gemeinde Oberbarnim (Märkische Schweiz) hatte der Kreisfeuerwehrverband Märkisch-Oderland seine Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen am Sonnabend verlegt. Denn, wie Vorsitzender Klaus-Peter Püschel zur Begrüßung sagte, eben in solchen Ställen und Scheunen stellten die märkischen Feuerwehren anfangs ihre Ausrüstung unter.

"Die Feuerwehr ist eine der ältesten Bürgerinitiativen in Deutschland, hat Kriege und Krisen überdauert", erinnerte Püschel an die erste Feuerwehr in Meißen 1841 und schließlich 1855 in Wriezen, nicht nur die Erste im Gebiet des heutigen Märkisch-Oderland, sondern sogar in ganz Brandenburg. Während die zu Nazizeiten aufgelösten Feuerwehrverbände im Westen schon 1952 wieder gegründet worden seien, war in der DDR die Feuerwehr den Volkspolizei-Kreisämtern unterstellt. Erst mit der Wende ergab sich die Notwendigkeit wie Möglichkeit, sich strukturell neu aufzustellen.

1990 in den drei Altkreisen

Die Strausberger waren die Ersten, die sich schon am 4. August 1990 im Altkreis als Kreisfeuerwehrverband konstituierten. Die Gründungen in Bad Freienwalde (mit Willi Rollin/Hohenwutzen als erster Chef) und in Seelow (unter Herrmann Krüger/Neu Mahlisch) folgten am 6. und am 27. Oktober. Püschel erinnerte auch daran, dass es damals gelang, das einstige Zentrallager in Strausberg (heute Feuerwehrtechnisches Zentrum des Landkreises) vor der Schließung zu retten. "Wenn ihr das macht, dann kippen wir euch die dreckigen Schläuche beim Landratsamt auf den Hof", ist vom späteren Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Wilhelm Piskol als mahnender Appell überliefert.

Nach der Gebietsreform 1993 gab es nun den neuen Kreis Märkisch-Oderland, und die drei Alt-Verbände schlossen sich am 29. Januar 1994 in Sietzing zum neuen Kreisverband zusammen. Die Jugendwehren hatten ihre Fusion schon eine Woche eher über die Bühne gebracht. Dem ersten Vorsitzenden Wilhelm Piskol aus Strausberg folgte drei Jahre später der Bruchmühler Götz Madel, den Püschel posthum noch einmal wegen seiner vielen Verdienste (zum Beispiel auch als Landesjugendwart) würdigte. Fast neun Jahre stand er an der Spitze, war später noch vier Jahre Schatzmeister. 2006 hatte ihn der Müncheberger Harald Mehls abgelöst, auf den 2010 der Petershagener Hans-Dieter Kandzia folgte. Seit 2018 nun führt der Rehfelder Püschel den Verband.

Er erinnerte in seiner Rede an das Oderhochwasser 1997 als recht frühe Bewährungsprobe in der noch jungen Struktur, an Einsätze der Brandschutzeinheit des Landkreises auch 2002 beim Elbehochwasser sowie die beachtlichen Erfolge im Feuerwehrsport, bei denen neben den einzelnen Leistungsträgern gerade auch der Name des Buckowers Eberhard Galle seitens des Verbandes nicht unerwähnt bleiben dürfe. Die Internetseite gibt es seit 2007, seit 2011 zum Ansprechen der jüngeren Generation auch eine Facebookseite.

Umgekehrt sind es gerade die drei Regionalgliederungen des Kreisverbandes, die sich auch um die Veteranen aus der Alters- und Ehrenabteilung kümmern, Fahrten, Feste und mehr als Pflege des Zusammenhalts organisieren. Um Bewusstsein von Geschichte geht es auch in dem von Wilhelm Piskol und Mario Strutzke (Rüdersdorf) geführten Fachausschuss Historik, der zur Jubiläumsfeier einiges an Bildmaterial beisteuerte.

Schon Püschel hatte auf die neuen Gefahren infolge des Klimawandels mit den Mega-Waldbränden 2018 und 2019 verwiesen, die die Feuerwehren an ihre Belastbarkeitsgrenzen gebracht hätten. Ein Punkt, den auch der Wriezener Bürgermeister Karsten Ilm noch einmal aufgriff. 25 Jahre bedeuteten auch, sich immer wieder auf neue Erfordernisse einzustellen, seien das nun brennende Photovoltaikanlagen oder Windräder. Die persönliche Anwesenheit vieler Bürgermeisterkollegen und Amtsdirektoren von Hoppegarten bis Strausberg, von Altlandsberg bis Müncheberg, von Neuenhagen bis Barnim-Oderbruch unterstrich die Hochachtung vor dem Einsatz der Kameradinnen und Kameraden, für den auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Jutta Lieske und Simona Koß ausdrücklich dankten. Koß verwies zudem auf die so notwendige Nachwuchsgewinnung: "Sie machen die beste Jugendarbeit, die ich mir vorstellen kann", würdigte sie, und: "Sie sind die Stützpfeiler unserer Gesellschaft."

Zwei Anhänger übergeben

Frank Kliem vom Landesverband sprach in seinem Grußwort die in diesem Jahr von Brandenburg eingeführte Retterprämie von 200 Euro an und verwies auf die notwendige Partnerschaft mit den Aufgabenträgern des Brandschutzes auf allen drei Ebenen. Geehrt wurde zudem Taddeusz Novak vom polnischen Partnerverband aus dem Kreis Mysliborz, mit dem eine gute Zusammenarbeit gepflegt wird. Nachdem erneut die Fredersdorfer Feuerwehrblaskapelle ihre Instrumente angesetzt hatte, wurden draußen  noch zwei neue Anhänger für die Brandschutzerziehung übergeben.

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