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Baumaßnahmen
Neuenhagen rüstet sich vor Überschwemmungen

Margrit Meier / 17.08.2018, 06:30 Uhr
Neuenhagen bei Berlin (MOZ) Im Sommer vor einem Jahr liefen immer wieder Keller voll, standen Straßen unter Wasser und Ab- und Regenwasser mischten sich zu einer schlammigen Soße. Was hat die Verwaltung seitdem unternommen?

„Wir haben einiges getan und einiges in Vorbereitung“, sagt Frank Donath. Er ist in der Verwaltung für die Straßenunterhaltung und die Regenentwässerung zuständig. Und zählt auf: In der Hönower Chaussee wurden unter der Fahrbahn drei Überlaufleitungen mit Abflüssen zum Graben an der Trainierbahn verlegt.

Diese drei Leitungen befinden sich zwischen der Bergstraße und Unter den Ulmen. In der Oppenheimer Straße wurden der Gehweg höher gelegt, die Straße neu profiliert und die Mulden erweitert. Einen angehobenen Gehweg gibt es nun auch in der Gartenstraße. In der Hauptstraße wurde unweit des Sterns eine Rinne in den Gehweg gebaut, die bei Bedarf das Wasser auf die Wiese leitet.

Im Rosa-Luxemburg-Damm wurde eine zusätzliche Rinne in den Straßentiefpunkt gesetzt. Kommt zu viel Regenwasser auf einmal, wird es auf die Erpewiese abgeleitet. Das Wasser sammelte sich bei den Starkregen im Vorjahr auch gern am Tiefpunkt der Hohen Allee. Dort wurde ein Notüberlauf zum Hellpfühleteich hergestellt, eine Abschlagsleitung für den Notüberlauf soll in der Johanna-Solf-Straße für Abhilfe sorgen. Das Wasser wird von dort zum Regenwassersickerbecken am Gruscheweg geführt.

Auch am Graditzer Damm gibt es einen zusätzlichen Einlauf mit einer Abschlagsleitung in den Tiefpunkt Graditzer Damm/Grüne Aue. Für all diese Maßnahmen wurden 73 000 Euro investiert. Dazu gehören auch die vier Wasserläufe, die in der Schul-/Eisenbahnstraße umgebaut wurden. „Das hat dort aber nicht gereicht. Als wir Mitte Juli wieder einen Starkregen hatten, stand das Wasser wieder vor den Hausnummern 15 und 16“, erzählt Donath. „Wir haben uns alles dort noch einmal genau angeschaut und festgestellt, dass in der Straße, genau vor diesen beiden Grundstücken, eine Senke ist. Normalerweise ist das Gefälle in Richtung Schulstraße. Dort aber nicht.“

Deshalb will die Gemeinde im September innerhalb von vier Wochen eine sogenannte Linienentwässerung auf 40 Metern einbauen. Dabei handelt es sich um Bordsteine mit Löchern, in die das Wasser hineinfließt. Im Bordsteinkörper befindet sich eine Rinne. So wird das Wasser dann Richtung Schulstraße geführt.

Sobald das Oktoberfest am zweiten September-Wochenende vorbei ist, wird in den Platz der Republik ein 30 mal 22,5 Meter großes und 1,50 Meter tiefes Loch gebuddelt, mit Filtervlies verkleidet und eine etwa einen Meter dicke Kiesschicht eingebaut. Die Kiesel sind zwischen 16 und 23 mm groß. Auf diese Packung, pro Kubikmeter können 330 Liter Wasser gespeichert werden, kommen noch 20 Zentimeter Mutterboden und Rasen.

„Man wird von außen nichts sehen, wenn wir fertig sind. In dieser Kiesrigole wird das Regenwasser aufgefangen und mittels eines Drainagerohres verteilt, das aus der Thälmann- und Annenstraße kommt“, erzählt Donath. Rund 140 000 Euro kostet diese Kiesrigole. Sie soll dafür sorgen, dass bei starkem Regen weniger Wasser am tiefsten Punkt in der Eisenbahnstraße ankommt.

Mulden und Muldenrigolen, Letztere haben im unterirdischen Untergrund eine Kiespackung, die 95 Prozent des Wasser speichert, werden zwischen die Bäume in der Prof.-Zeller-Straße, Garten- und Schulstraße noch diesen Herbst eingebaut. Kosten: 177 000 Euro. Nachgerüstet werden soll die Rigole im Bereich Oppenheimer/Koblenzer Straße. Offenbar hat die vorhandene beim Juli-Starkregen nicht ausgereicht. Das soll sich ab Herbst ändern.

Mittlerweile ist auch das Ordnungsamt dabei, Neuenhagener Grundstücke zu kontrollieren. Wer sein Regenwasser illegal auf die Straße leitet, wird ermahnt. Wie überall gilt, dass Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zu versickern hat. Auch der Wasserverband ist dabei, denen auf die Spur zu kommen, die ihr Regenwasser illegal in den Schmutzwasserkanal leiten. Dafür werden jetzt die Kanäle ausgenebelt.

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