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Aktionsgemeinschaft City will Anlass zum Verweilen schaffen / Wechsel in Geschäften der Vierradener Straße

Einzelhandel
Ladensterben und neue Nischen in Schwedter City

Auf dem Platz der Befreiung: Dienstag, Mittwoch und Freitag findet der Wochenmarkt statt, den die AG City betreibt. Der Taschenhändler kommt gerne. Kunden schätzen vor allem Lebensmittelangebote von regionalen Produzenten.
Auf dem Platz der Befreiung: Dienstag, Mittwoch und Freitag findet der Wochenmarkt statt, den die AG City betreibt. Der Taschenhändler kommt gerne. Kunden schätzen vor allem Lebensmittelangebote von regionalen Produzenten. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 16.11.2017, 20:35 Uhr
Schwedt (MOZ) Dem Einzelhandel droht ein Massensterben, sagen Experten. In der Schwedter Innenstadt künden leere Schaufenster davon: Laden aufgegeben. Doch es gibt auch Bewegung. Händler und Dienstleister wagen den Neuanfang. Die Aktionsgemeinschaft City will mit Veranstaltungen für Flanierqualität sorgen.

Angesichts der zunehmenden Bestellungen von Waren im Internet ist sich Ireen Kautz sicher: "Im Handel strukturiert sich gerade ganz viel neu. Man kann niemanden zwingen, nicht übers Internet einzukaufen." Das hat Auswirkungen auf die Umsätze kleiner Geschäfte. Ireen Kautz ist seit drei Jahren im City-Management von Schwedt tätig und beobachtet, dass viele Händler in der Region reagieren. Sogar Bäcker haben einen Internetauftritt und verschicken ihr Brot bis nach Bayern.

Doch es ist trotzdem nicht schön, wenn Geschäfte leer- stehen. Die AG City will dagegensteuern. "Wir legen den Schwerpunkt auf die Aufenthaltsqualität. Die Schwedter sollen gerne in ihre Innenstadt kommen. Hier ist ein Markt mit Bänken, angenehmer Beleuchtung und Internetzugang", zählt Ireen Kautz auf.

Die 27 Mitglieder der AG City kommen unter anderem aus dem Einzelhandel und der Gastronomie. Aber auch Wohnungsunternehmen und Kulturbetriebe gehören dazu. Sie sorgen mit vielen Partnern für Mittsommernacht, Oktoberfest und Weihnachtsmarkt und locken die Menschen aus ihren Wohnungen.

Diese Angebote können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es leere Geschäfte gibt und manche Schwedter von der Vierradener Straße als "tote Straße" sprechen. Können die nicht mal für bessere Vermietung sorgen? fragen sie sich und zeigen auf die AG City. Doch die ist kein Vermieter. "Wir haben hier bis zu 15 Vermieter von Gewerbeobjekten", erläutert Ireen Kautz. "Jeder kann vermieten, an wen er will. Ein Center macht das anders und steuert den Branchenmix für seine Kunden."

Die hauptsächlich kleinen Ladengrundrisse in der Innenstadt kommen für überregional bekannte Bekleidungsketten nicht in Frage. Einzelhändler dagegen sind Alleinkämpfer und mögen eher kleine Räume, um erst einmal Fuß zu fassen.

Karla Schmook von der Angermünder Verlagsbuchhandlung Ehm Welk hat lange nach Räumen im Schwedter Stadtzentrum gesucht. Jetzt hat sie welche in der Vierradener Straße im einstigen Gardinengeschäft gefunden. Am 1. Dezember will Karla Schmook dort ihren Buchladen eröffnen.

Dietlind Hildebrand hat gerade den Umzug vom Flinkenberg in die Vierradener Straße hinter sich gebracht. Sie ist Inhaberin des Nähstübchens und sagt: "Ich musste mich vergrößern. Mein Geschäft in der Vierradener Straße wird total gut angenommen." Seit fast zwei Wochen ist das Nähstübchen im Objekt von ehemals Party-Maker zu Hause, die wegen Geschäftsvergrößerung ausgezogen sind.

Im einstigen Laden von Bettenfuchs in der Vierradener Straße arbeitet jetzt ein Pflegedienst. Wo früher die Geschenkeboutique Dadiva war, zieht im nächsten Jahr eine Ergotherapie ein. Das ist nicht nur Handel und Wandel, sondern zeigt auch die sich ändernden Bedürfnisse in der Gesellschaft auf.

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