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Musical
Franziskus, ein Heiliger und ein Papst

Jens Sell / 18.11.2019, 07:00 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Die katholische St.-Hubertus-Kirche in der Petershagener Elbestraße war am Sonnabendnachmittag proppenvoll, als Pfarrer Robert Chalecki die Gäste zur Premiere des Musicalprojekts "Franziskus. Ein heiliger und ein Papst" begrüßte. Er konnte nicht nur Katholiken aus Rüdersdorf, Erkner, Hoppegarten, Neuenhagen und Petershagen begrüßen, sondern auch den Franziskaner Bruder Christoph von der Suppenküche Berlin-Pankow und Ordensschwester Ethel Maria aus Berlin sowie evangelische Christen.

Sonntag Welttag der Armen

"Die Hinwendung zur Armut, zu Gerechtigkeit für die Armen, zur Erneuerung unserer Kirche und gewissermaßen zur Nachhaltigkeit – das sind für uns Elemente, die den heiligen Franziskus vor 800 Jahren mit unserem heutigen Papst Franziskus verbinden", stellt Sebastian Aehlig die inhaltlichen Parallelen in den Vordergrund. Der Studienrat und Musiklehrer an der katholischen Franziskusschule Berlin hatte das Musical mit der Musik von Siegfried Fietz und den Texten von Hermann Schulze-Berndt 2016 beim Katholikentag in Leipzig gesehen und sofort gemeint: Das müssen wir bei uns auch machen. So berichtete es Pfarrer Chalecki. Der Welttag der Armen am Sonntag bot dafür sogar einen weltweiten Premierenanlass.

Sebastian Aehlig, der sich in Petershagen nicht nur auf seine weit verzweigte und in der katholischen Kirche sehr aktive Familie stützen konnte, sondern auf viele weitere begeisterte Mitstreiter, hat ein musikalisch-multimedial-religiöses Gesamtkunstwerk besonderer Güte inszeniert. Mitwirkende aus dem ganzen pastoralen Raum Rüdersdorf-Erkner- Hoppegarten-Petershagen dirigierte er mit Hingabe und Humor. Als Leiter des Bläserchors stützte er sich auf ein auch für Popmusik geeignetes Instrumentarium, auf den 30-köpfigen Chor als perfektes stimmliches Rückgrat der Aufführung, die Solisten Clemens Thamm, Yvonne Koberling, Barbara Simon, Konstanze Lemme und Saskia Kuschel. In ihrer betont schlichten Alltagskleidung überzeugten als heiliger Franziskus Daniel Thamm und als frühere Adlige Klara, die ihm nachfolgte, Maja Gottwald sowie als Papst Franziskus Reinhard Peschke.

Für den Kinderchor mit seinen Tierdarstellern war die Premiere ein besonderer Anlass für Lampenfieber, den die Kleinen bravourös meisterten. Julian Thamm spielte den Wolf von Gubbio  ganz souverän.

Videos als Botschaften

Ein wichtiges Gestaltungselement waren aber auch die Videos. Zunächst erzählten die jüngsten Katholiken, wie sie über den Papst und den heiligen Franziskus denken. Beeindruckend gestalteten sich auch die Berichte der schwarzen Künstlerin Gisele Nubuhoro, die 2011 aus Ruanda nach Deutschland flüchtete und bei katholischen Glaubensgeschwistern herzlich aufgenommen wurde. Eine Strausberger Seniorin erzählte ihre Erinnerungen über die Flucht aus Ostpreußen und das schwere Leben als Flüchtling 1945 und später in Prötzel und Strausberg. Große Emotionen lösten die Aufnahmen vom Petersplatz in Rom aus, als bei der Generalaudienz  die Kirchengemeinde St. Hubertus Petershagen aufgerufen wurde und Papst Franziskus die Runde machte.

Es war bezeichnend für die ganze Atmosphäre der Premiere, dass nach herzlichem Applaus gemeinsam das Lied "Wir brauchen mehr Gerechtigkeit" gesungen wurde. "Ein großartiges Projekt, das hat mir sehr gut gefallen", sagte Johannes Dinger anschließend. Er hatte sich allerdings ein wenig um seine kleine Nichte kümmern müssen, denn sein Bruder wie seine Mutter und weitere Familienangehörige waren freilich auch in die Aufführung eingebunden.

Am Sonnabend ist sie um 17 Uhr in der Kirche St. Bonifatius Erkner noch einmal zu erleben.

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