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Verschmutzung
PCK stoppt Verarbeitung von Öl aus der Druschba-Pipeline

Die Ölversorgung über die Erdölleitung "Druschba" ist erneut gestoppt.
Die Ölversorgung über die Erdölleitung "Druschba" ist erneut gestoppt. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich, Dietrich Schröder / 05.07.2019, 19:45 Uhr - Aktualisiert 05.07.2019, 19:47
Schwedt (MOZ) Die Verarbeitung von Erdöl aus der von Russland kommenden Pipeline "Druschba" ist im PCK Schwedt erneut gestoppt worden.

Nach Informationen unserer Zeitung sind erneut Verunreinigungen mit ätzenden Chloriden in dem Öl festgestellt worden, die diesmal aber deutlich geringer sein sollen, als im April, als es deshalb zu einer achtwöchigen Unterbrechung der Lieferungen gekommen war.

Erst am Mittwoch war der Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, zu einem überraschenden Besuch in die Schwedter Raffinerie gekommen. Rosneft ist Mehrheitsgesellschafter des PCK. Kurz nach dem Besuch gab es erste Warnmeldungen über zu hohe Chlorid-Konzentrationen im Erdöl. PCK könne derzeit noch Öl aus seinen Lagertanks verarbeiten, sei aber bereits dabei, die alternative Versorgung über eine Pipeline zum Seehafen Rostock vorzubereiten, hieß es.

Weder zur Ursache, noch zur Schwere der Verunreinigung gibt es offizielle Informationen. Klar scheint nur, dass PCK es offenbar ablehnt, auch nur gering kontaminiertes Rohöl zu verarbeiten.

Im Hintergrund wird darüber spekuliert, dass die Transportgesellschaften Russlands, Weißrusslands und Polens einen harten Kampf über Entschädigungsforderungen führen, die durch die Ausfälle von  April bis Juni entstanden sind. Dabei soll es um Summen bis zu 3,5 Milliarden Dollar gehen. Schon am 20. Juni hatte das polnische Logistikunternehmen Pern SA die Durchleitung kurzzeitig unterbrochen, weil das Öl wieder verschmutzt gewesen sein soll. Seither wird spekuliert, dass Teile des verschmutzten Öls, die im Frühjahr abgepumpt wurden, dem inzwischen wieder sauberen Öl aus Russland zugefügt werden. Bestätigt wurde dies aber nicht.

Der Mineralölverband Deutschland bekräftigte am Freitag lediglich, dass sich die Bevölkerung um die Versorgung der Tankstellen nicht sorgen müsse. Dies habe bereits die sichere Versorgung während der achtwöchigen Sperrung der Druschba im Frühjahr gezeigt.

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