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Firmenbesuch
Unternehmer fordert Angleichung der Tarife in Ost und West

Blick in die Röhre: Rolf-Dieter Bonkatz (2. v.l.) gab der Besuchergruppe um Landrätin Karina Dörk (l.) und Bürgermeister Jürgen Polzehl sowie Ulrich Menter und Steffen Knauthe (v.l.) einen Überblick über die Unternehmensstruktur.
Blick in die Röhre: Rolf-Dieter Bonkatz (2. v.l.) gab der Besuchergruppe um Landrätin Karina Dörk (l.) und Bürgermeister Jürgen Polzehl sowie Ulrich Menter und Steffen Knauthe (v.l.) einen Überblick über die Unternehmensstruktur. © Foto: Oliver Voigt
Thorsten Pifan / 25.01.2020, 12:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Über Nachwuchsmangel klagt auch Rolf-Dieter Bonkatz, Zweigbüroleiter der Firma Kaefer, die auf dem PCK-Gelände ihren Sitz hat. Bei ihrer Rundtour schaute Landrätin Karina Dörk auch bei dem Spezialisten für Isolierungen vorbei und zeigte sich überrascht von dem Know how, das viele Firmen in der Region vorhalten, die nicht immer mit großer Öffentlichkeit arbeiten.

Dabei muss sich die Firma Kaefer nicht verstecken. Das Unternehmen übernahm vor zig Jahren die Isolierungsfachkräfte von PCK und bietet seitdem seine Dienste der Raffinerie, aber auch den hiesigen Unternehmen Leipa und Verbio an. 18  Mitarbeiter sind es vor Ort, 16 Monteure und zwei Angestellte.

Das größte Problem ist immer wieder der Nachwuchs. Obwohl Kaefer nach Tarif bezahlt, wandern viele Arbeitskräfte in die alten Bundesländer ab. Denn dort gibt es den höheren West-Tarif. Bonkatz ist daher ein Verfechter für eine Angleichung des Tarifs – nach 30 Jahren Deutscher Einheit.

Auf Nachfrage der Landrätin beteuert Bonkatz den höheren Umsatz auch bei den Kunden erzielen zu können, einfach weil es fachlich hochwertige Arbeit sei, für die eben auch Fachkräfte gebraucht werden.

Ausbildungspflicht gefordert

Bonkatz moniert auch, dass hiesige junge Menschen oft nicht die Anforderungen erfüllen, die er braucht, um sie als Lehrlinge anzustellen. Andere hätten schlichtweg kein Interesse an einer qualifizierten Ausbildung. Dörk setzt sich deshalb für eine Ausbildungspflicht ein, die an die Schulzeit anschließt, erklärte sie am Rande des Besuches.

Die Firma Kaefer ist auch ein Vorbild für die grenzübergreifende Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen der Regionen. Denn vier der Mitarbeiter am Schwedter Standort stammen aus Polen und kommen täglich über die Grenze. Deshalb sind die ganzen Hinweisschilder in der Kaefer-Werkstatt auch zweisprachig ausgewiesen. Bei großen Aufträgen, beispielsweise während des Stillstands bei PCK, kommen weitere Monteure aus Polen und sogar aus Litauen, um die Kollegen in Schwedt zu unterstützen.

Beim Rundgang durch die Kaefer-Niederlassung auf dem PCK-Gelände zeigt Bonkatz, welche eindrucksvollen Konstruktionen das Unternehmen liefern kann. Denn die Anforderungen an die Materialien sind sehr unterschiedlich. "Deshalb sind Kenntnisse in Mathematik, Chemie und Physik für den Handwerksberuf des Isolierers auch unersätzlich", sagte er.

In Schwedt ist auch ein kleines Lager eingerichtet. Denn allein eine Just-in-Time-Arbeitsweise funktioniere nicht, bekräftigt der Schwedter Kaefer-Chef. Kaefer agiert nicht allein in Schwedt. Vor Ort ist auch ein Tochterunternehmen, das Gerüstbau anbietet. So kann Kaefer Isolierungen liefern und gleichzeitig die Konstruktion drumherum dazu erstellen.

Kaefer Isoliertechnik –Vom Torf zur Technik

Mit Torf fing alles an. Denn mit Torf wurden vor 100 Jahren Kühlräume isoliert. Firmengründer Carl Kaefer war Torfhändler in Bremen. Später entwickelte Kaefer geeignete Dämm- und Brandschutzisolierungen für die Isolierung in Bauwerken und Schiffen. Heute ist das Unternehmen weltweit tätig und einer der größten Anbieter in der Branche. 28 000 Mitarbeiter sind für Kaefer tätig. ⇥pif

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