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Pandemie
Hunderte zusätzliche Monteure in Corona-Zeiten in PCK Schwedt

Neues Werktor: Auf dem Glände der Leipa Papierfabrik wird eine neue Zugangskontrolle installiert. Das separate Tor für Mitarbeiter der Kraftwerksrevision ist eine der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen während der Abstellung in Corona-Zeiten.
Neues Werktor: Auf dem Glände der Leipa Papierfabrik wird eine neue Zugangskontrolle installiert. Das separate Tor für Mitarbeiter der Kraftwerksrevision ist eine der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen während der Abstellung in Corona-Zeiten. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 11.04.2020, 02:00 Uhr - Aktualisiert 11.04.2020, 13:58
Schwedt (MOZ) Mitten in der Corona-Krise starten PCK und das Industriekraftwerk KSC auf dem Leipa-Gelände in Schwedt ihre Abstellungen für Revisionen.

Im Kraftwerk geht die Abstellung Ostersonnabend los. Mehr als 570 Mitarbeiter von Fremdfirmen rüsten, reinigen, bessern aus und reparieren einen Monat lang, die meisten davon sind für diese Zeit in Pensionen und Hotels der Stadt untergebracht. Auch im PCK sind bereits 350 Monteure mit Vorbereitungen der Frühjahrsabstellung beschäftigt. Im Kraftwerk, Visbreaker und in den Anlagen HSC und DK I und II stehen Revisionen und Reinigung an. Insgesamt werden 700 Monteure von Fremdfirmen erwartet, die vom 23. April bis Ende Mai in Schwedt zu tun haben und ebenfalls in der Stadt untergebracht sind.

Besorgte Nachfragen in Schwedt wegen Corona

Die Schwedter kennen solche Großabstellungen der Industrie. Regelmäßig alle paar Jahre sind einige Hundert bis mehr als 3000 Monteure in der Stadt und im Umland untergebracht und bevölkern nach Feierabend Supermärkte und Imbisse. Angesichts der Corona-Pandemie und den Kontakteinschränkungen  haben sich Schwedter besorgt an die PCK Raffinerie oder die Landrätin gewandt und gefragt, ob das nicht die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung mit dem Virus erhöhe und nicht lieber verschoben werden sollte.

"Es handelt sich um dringend notwendige Instandsetzungen", erklärt PCK-Geschäftsführer Wulf Spitzley, "die für den sicheren Betrieb der Anlagen unerlässlich sind. PCK gehört zur kritischen Infrastruktur und sorgt für Kraftstoff und Energie für Millionen Menschen auch in der Corona-Krise." Geschäftsführer Rüdiger Bösing von KSC Schwedt versichert: "Das Kraftwerk ist wichtiger Bestandteil der Abfall­entsorgung im Land insbesondere auch in der Coronakrise. Dafür ist die Einsatzbereitschaft der Technik essentiell." Beide Unternehmen geben an, dass eine mögliche Verschiebung der Arbeiten geprüft wurde. Revisionen in Raffinerien werden von Spezialkräften ausgeführt, die anschließend in anderen Raffinerien gebucht sind. Längere Verschiebung bedeuten ein höheres Risiko für Anlagenausfälle. Beide Unternehmen haben deshalb beschlossen, die Revisionen unter massiv verschärften Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen.

Lieferservice in die Hotels 

Die Pandemie-Abwehrpläne für die Abstellungen der Firmen sind mit dem Krisenstab des Landkreises abgestimmt. Sowohl PCK als auch KSC haben Vorkehrungen getroffen, die die Gesundheit der Betriebsmannschaft und der zusätzlichen Arbeitskräfte zusätzlich schützen sollen. Zeitgleich sind die Industriebetriebe bemüht, dass es zu so wenig wie möglich Kontakt der Gäste mit der Bevölkerung kommt. "Erstmals bieten wir eine Abendessen-Versorgung zur Abstellung an. In Kooperation mit dem Verein Momentum haben wir außerdem ein Lieferservice in die Unterkünfte organisiert. Das soll verhindern, dass die Monteure nach Feierabend gemeinsam mit den Schwedtern in den Supermärkten an der Kasse stehen", sagt Wulf Spitzley. 

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Corona-Sicherheitsmaßnahmen zur Abstellung

Werkzugang mit verschärften Zugangsregelungen für Fremdfirmen mit Abstandsanlagen,  elektronischer Zutrittserfassung, kontaktloser Temperaturmessung.

Extraeingang bei Leipa für die Monteure des KSC-Kraftwerks neben dem Gate West, Verteilung des Zugangs auf zwei Werktore bei PCK.

Maskenpflicht bei notwendigem engen Kontakt von Mitarbeitern, Kontaktbegrenzung auf Mindestmaß.

Zusätzliche Desinfektionsspender und Handwaschmöglichkeiten.

Abstandsregeln in Freigabe-Containern bei PCK, an Aufgängen und Aufzügen im KSC-Kesselhaus, für Raucherinseln und Zelte.

Essenversorgung im Werk mit erhöhten Hygienevorschriften; Essenspaket zum Abendbrot und Organisation von Lieferservices in die Unterkünfte zur Vermeidung von Kontakten mit der Bevölkerung in Märkten.

Kontrolle der Einhaltung aller Vorschriften durch geschulte Hygienebeautragte aller Fremdfirmen.

Verstärkung des Sicherheits- und Gesundheitspersonals.

Aufklärung mittels Flyer, Schulungen, Aufkleber, Infotafeln.⇥md

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