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Die Piraten-Partei

Die Piraten-Partei

Die Piraten-Partei ist angetreten, eine andere Politik zu machen und innerhalb der Partei basisdemokratischer zu arbeiten, als die übrigen Parteien. Mehr und mehr zeigt sich, dass dieser Weg schwer begehbar ist.

© Foto: dpa

Kreistagswahlen
Die jüngste Kandidatin holt die meisten Stimmen

Klaus D. Grote / 28.05.2019, 09:59 Uhr - Aktualisiert 31.05.2019, 17:16
Oberhavel (MOZ) Die Sitzordnung im künftigen Kreistag, der am 19. Juni erstmals zusammenkommt, wird eine völlig andere sein. Es gibt weniger Platz für CDU, SPD und Linke, dafür mehr Platz für Grüne und die FDP. Völlig neu dabei sind acht Abgeordnete der AfD, Kerstin Hamann von der Tierschutzpartei sowie Marcel Siegert von Pro Velten. Auch die NPD errang einen Sitz. Der Schwantener Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz sitzt nun neu als Vertreter der Bürger für Oberkrämer (BfO) im Kreistag.

Frust und Freude

Das jüngste neue Kreistagsmitglied ist Julia Schmidt (Foto) aus Borgsdorf, die eine von nun sieben Abgeordneten (bisher vier) der Grünen ist. Sie erzielte mit 7 317 Stimmen das mit Abstand beste Ergebnis aller Kreistagskandidaten. Die Studentin, die an der Fernuni Hagen Verwaltungswissenschaften studiert und nebenbei für eine Bundestagsabgeordnete arbeitet, leitete auch den Wahlkampf des Grünen-Kreisverbandes. Am Montag war Julia Schmidt noch ganz überwältigt vom ihrem Ergebnis und dem Abschneiden ihrer Partei. Sie sei um 2.30 Uhr ins Bett gegangen und um 6.30 Uhr aufgestanden, um dann sofort nach ihrem Wahlergebnis zu schauen. "Ich konnte es zuerst gar nicht glauben", sagte sie. "Das ist ein riesiger Vertrauenvorschuss. Dem möchte ich gerecht werden." Der notwendige Klimaschutz habe den Grünen einen Stimmenzuwachs beschert. Das müsse nun auch in Oberhavel Berücksichtigung finden. "Wir werden an unseren Beschlüssen gemessen", sagte Julia Schmidt.

Auf Platz zwei und drei der Stimmengewinner des Kreistags landeten zwei weitere Hohen Neuendorfer: der Neueinsteiger Michael Heider (CDU) mit 6 999 Stimmen und Benjamin Grimm (SPD) mit 6 137 Stimmen. Das beste Ergebnis für die AfD holte der Hennigsdorfer Dietmar Buchberger mit 5 307 Stimmen. Noch vor ihm auf dem vierten Platz landete Nicole Walter-Mundt (CDU) mit 5 819 Stimmen. Sie holte mit 1975 Stimmen zudem das beste Ergebnis bei der Wahl zur Oranienburger Stadtverordnetenversammlung. Der Wahlkampf ist für die 41-Jährige aber noch nicht vorbei. Am 1. September will sie auch in den Landtag einziehen.

Sie sei seit ihrer Nominierung im vergangenen September sehr viel unterwegs gewesen, um Gespräche zu führen. Sie wolle im Falle der Wahl in den Landtag alle drei Mandate ausüben, sagte Nicole Walter-Mundt. Besonders froh sei sie auch darüber, dass die Zahl der Frauen in der CDU-Fraktion auf vier verdoppelt wurde. Die SPD hat dagegen vorerst nur zwei Frauen in ihren Reihen, darunter Jennifer Collin, die in der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung sogar die einzige SPD-Frau ist.

Doch zur Freude über die für sie persönlich guten Ergebnisse kommt bei Nicole Walter-Mundt die Sorge über die insgesamt hohen Verluste für die CDU. "Wichtig ist, dass wir mit den Bürgern im Gespräch bleiben", sagte die verheiratete Mutter zweier Kinder und gelernte Arzthelferin. Im Kreistag müssten nun neue Konstellationen gefunden werden. Ob der bisherige Fraktionschef Frank Bommert seine Rolle behält, wollte Nicole Walter-Mundt nicht beantworten. Immerhin liegt der Sommerfelder mit 2 184 Stimmen deutlich hinter der Oranienburgerin, die ihm 2017 den Kreisvorsitz abnehmen wollte, was jedoch misslang.

Während die Grünen-Fraktion von vier auf sieben Sitze wuchs, fiel die Linke von elf auf sieben Sitze zurück. Aus der bisherigen Linke-Fraktion sind nur noch die Vorsitzende Elke Bär und Ralf Wunderlich vertreten. Das beste Ergebnis holte ein alter Hase, der nun neu im Kreistag ist: Hohen Neuendorfs früherer Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung kam auf 3 407 Stimmen. Mit der Hennigsdorferin Ursel Degner kommt für die Linke auch wieder eine frühere Stasi-IM in den Kreistag. Das hatte es seit dem Abgang der Leegebrucherin Wolfgard Sonja Siebert vor fünf Jahren nicht mehr gegeben.

Eine Rückkehr in die Lokalpolitik liefert auch die Mühlenbecker Hundefrisörin Lore Lierse, die einen Sitz für die rechtsextreme NPD hsicherte. Ebenfalls einen Sitz schaffte Pro Velten. Thomas Ney verteidigte gegen den Trend den Sitz der Piraten im Kreistag. Knapp gescheitert ist die insgesamt überraschend erfolgreiche Satirepartei Die Partei.

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