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Feuerwehren
Gemeinsam im Einsatz

Wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen: Deutsche und polnische Feuerwehrleute erwarten heute eine Entscheidung des Interreg-Begleitausschusses, ob sie Fördermittel für den grenzüberschreitenden Katastrophenschutz bekommen.
Wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen: Deutsche und polnische Feuerwehrleute erwarten heute eine Entscheidung des Interreg-Begleitausschusses, ob sie Fördermittel für den grenzüberschreitenden Katastrophenschutz bekommen. © Foto: Feuerwehr
Lisa Mahlke / 26.02.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 26.02.2019, 07:46
Frankfurt (Oder) (MOZ) Schon 2002, als die Feuerwehr eine Großbrandübung in der Oderturm-Tiefgarage durchführte, rückten Słubicer Kollegen mit aus. Um für gemeinsame Einsätze auch bei Katastrophen wie Waldbränden gewappnet zu sein, hoffen sie auf EU-Mittel.Heute wird darüber entschieden.

Wolfgang Welenga, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, erklärt die künftige deutsch-polnische Zusammenarbeit an einem Beispiel: Der Landkreis Oder-Spree kauft ein Containerfahrzeug, Słubice den dazugehörigen Container. Wenn in einem Notfall ein solcher Feuerwehrcontainer benötigt wird, werden beide verbunden. Um solche grenzüberschreitenden Vorhaben zu realisieren, wird jedoch Geld benötigt. Die Feuerwehren wollen sich für große Katastrophen gemeinsam aufstellen und haben deshalb über das Programm Interreg VA eine Förderung in Höhe von 4,1 Millionen Euro beantragt – 85 Prozent des angesetzten Gesamtbetrages. Mit dabei ist Frankfurt als Leadpartner, der Landkreis Oder-Spree, Słubice mit dazugehörigem Landkreis, die Woiwodschaftskommandantur Gorzów und die Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt. „Märkisch Oderland hatte kein Interesse an dem Projekt“, erzählt Welenga.

Neu ist es nicht, dass deutsche und polnische Wehren gemeinsame Einsätze fahren. Denn, wie er sagt, „die Katastrophe macht vor der Grenze keinen halt“. Bei Wasserrettungen oder wenn etwas auf der Brücke passiert, werde generell die Feuerwehr auf beiden Seiten alarmiert. Als es 2002 eine Großbrandübung in der Tiefgarage des Oderturms gab, rückte auch die Słubicer Feuerwehr mit aus. Und bis vor zwei Jahren war auch die Frankfurter Feuerwehr beim damals noch „Haltestelle Woodstock“ genannten Festival in Kostrzyn dabei.

Auf kurzem Wege funktioniere die Zusammenarbeit bereits „wunderbar“, wie Welenga sagt. Die Słubicer und die Frankfurter Leitstelle haben jeweils eine Liste mit der auf deutscher und auf polnischer Seite verfügbaren Technik. Wer etwas benötige, kreuze die Sache auf der Liste an und faxe das Blatt „rüber“. „Wir wollen aber eine Einheit auf Großschadensereignisse spezialisieren“, sagt er und zählt Katastrophen wie starke Stürme, Dürre und große Waldbrände auf. Er erinnert an den riesigen Stromausfall in Berlin-Köpenick vergangene Woche. „Wäre es 20 Grad kälter gewesen – ich weiß nicht, was dann passiert wäre.“ Auch Hochwasser oder eine Ölhavarie auf der Oder sind Beispiele für Vorfälle, die einen grenzüberschreitenden Einsatz verlangen.

Wird das Projekt gefördert, soll neue Technik angeschafft werden – die dann aber nicht ausschließlich für deutsch-polnische Einsätze zur Verfügung steht. Wichtig sei außerdem die Weiterbildung der Menschen. Der überwiegende Anteil davon, über 95 Prozent, sind Freiwillige. Bei gemeinsamen Übungen verständigen sie sich hauptsächlich mit Händen und Füßen. Für die Stabsarbeit sind Sprachmittler im Einsatz. Trotzdem bekämen die Kameraden laufend Sprachtraining, erzählt Welenga. Polnischkenntnisse seien etwa auch bei Einsätzen auf der Autobahn von Vorteil. Denn etwa 50 Prozent der Unfallopfer seien Transitreisende, etwa aus Russland, Litauen, Lettland, Weißrussland und eben auch aus Polen.

Heute und am Mittwoch tagt der Interreg-Begleitausschuss für das Programmgebiet der Euroregion Pro Europa Viadrina und der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Sollten die Fördermittel für das Projekt „Gemeinsam für einen effektiven grenzüberschreitenden Katastrophenschutz im Land Brandenburg und in der Woiwodschaft Lubuskie“ bewilligt werden, kann dieses unmittelbar starten. Zur Euroregion gehören Frankfurt, die Landkreise Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie 28 polnische Gemeinden.

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