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Sanitäts-Truppe
Paramedic verlässt Landkreis

Cornelia Link-Adam / 18.07.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 23.07.2019, 11:45
Alt Zeschdorf (Doris Steinkraus) "Wir machen in MOL nix mehr", sagt Sven Oberländer sauer. Er ist Vorstandsmitglied vom Verein Paramedic, der seit 2014 mit Sitz in Alt Zeschdorf Sanitätsdienst anbietet, auch als International Rescue-Team Festivals und Feste absichert. Egal, ob beim Rockspektakel Haltestelle Woodstock in Polen oder als Ehrenamtler bei Wasserrettung, Eisrettung, die 50 Mitglieder bringen sich ein. Traditionell gibt’s Ausbildungscamps am Standort Alt Zeschdorf. Jüngst erst suchten Taucher von Paramedic am Steg in Falkenhagen mögliche Gefahrenquellen im Wasser. Alles ehrenamtlich, ohne Geld. Ende Juli gibt es in Alt Zeschdorf wieder ein großes Treffen von Katastrophenschutz-Gruppen geben, trotz der Querelen.

Erhoffte Klärung blieb aus

"Wir sind mit dem Verein abgewandert und haben uns wieder in Frankfurt angemeldet, denn Märkisch-Oderland lässt unsere Autos nicht zu", so Oberländer. Bislang hatte man die Fahrzeuge in Polen zugelassen, wollte das aber nun hier tun. Im März wurde dafür beim Kreis vorgesprochen. Landrat Gernot Schmidt war dafür "Wir seien eine gute Truppe, würden gebraucht, hat er uns gesagt. Doch geschehen sei nichts." Fahren mussten sie mit Kurzzeit-Kennzeichen. Die Fachämter von Rettungsdienst und Katastrophenschutz hätten nur gemauert. Man habe gehofft, dass es im Juli eine Klärung gibt. Immer wieder habe man seitens der Fachämter gehört, dass es gemäß der Straßenverkehrszulassungsordnung Autozulassungen nur für Rettungsdienst und Katschutz gebe. Da seien die Gebiete klar abgesteckt, wolle man wohl keine weiteren.

Beschränkt sei die Vergabe von Auto-Anmeldungen nur auf den Rettungsdienst.  "Doch wenn die den Autocross in Seelow absichern, kann keiner mehr zu Einsätzen in anderer Form fahren, weil alle Autos gebunden sind. Wir sind doch da eine gute Unterstützung" sieht es Oberländer. Er kann damit leben, dass an die Zulassungen auch Auflagen gekoppelt sind. "Sie haben Angst, wir fahren mit Blaulicht, nur weil es auf den Autos drauf ist." Annehmbar wären Regelungen, die klar aussagen, "Ein Verstoß, und ihr seid die Zulassung wieder los." Genauso wie bei Krankentransporten, die Paramedic niemals ohne Einsatzbefehl durch die Leitstelle machen würde. "Aber da hängt zu viel Angst im Raum, wir könnten zusätzliche Konkurrenz sein, dabei wollten wir nur unterstützen." Zeschdorf soll weiten Schulungssitz bleiben. Der Verein hat sich vor wenigen Tagen in Frankfurt angemeldet, so Oberländer.

Die jetzige Situation sei schon der zweite Ärger mit dem Kreis. Im Frühjahr standen die Landesmeisterschaften im Schulsanitätsdienst an. Drei Tage vorher habe der Kreis das Haus in Strausberg nicht freigegeben, wollte 6000 Euro Miete. Paramedic verlegte die Veranstaltung kurzerhand im Schulcampus von Grünheide. "Dem Schulverwaltungsamt und der Rettungsdienst/Zulassungsstelle werden wir zum Jahresende  die ’Goldene Flachzange’ verleihen für besondere Leistungen im Verwaltungsbereich", so Oberländer.

Normale Zulassung möglich

Das Problem sei nicht, dass der Landkreis die Fahrzeuge von Paramedic nicht zulassen würde, sagt Kreissprecher Thomas Berendt auf MOZ-Nachfrage. Eine normale Zulassung sei an einem Tag gemacht. "Der Verein möchte jedoch seine Fahrzeuge gern mit Sonder- und Wegerechten  fahren. Um zu verhindern, dass jeder nach Lust und Laune mit Blaulicht unterwegs ist, hat der Gesetzgeber mit demGesetz über den Rettungsdienst im Land Brandenburg entsprechende Schranken eingebaut", erläutert Berendt. Es müssten also die entsprechenden Fahrzeuge als Rettungsdienstfahrzeuge zugelassen werden. Zur Frage der Anerkennung von Paramedic hätten verschiedene Akteure im Landkreis getrennt voneinander andere Ansichten als der Verein. Die Frage stehe, warum der Verein im Rahmen seines legitimen wirtschaftlichen Angebotes  zur Absicherung von  Veranstaltungen mit Blaulicht und Martinshorn fahren müsse.

Zum Fall Turnhallennutzung könne er nur sagen, dass das Schulverwaltungsamt für die Nutzung von Turnhallen und anderen kreislichen Einrichtungen von allen Antragstellern außerhalb der Sportförderung eine Miete verlangt.

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