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Rockfestival in Kostrzyn
Strenge Katholiken warnen: "In die Kirche statt zu Musik und Drogen"

Im August findet das Festival wieder statt
Im August findet das Festival wieder statt © Foto: Sven Hoppe/dpa
Dietrich Schröder / 24.07.2019, 19:00 Uhr
Kostrzyn (MOZ) Eine Woche vor Beginn des traditionellen Musikfestivals "Pol’and’Rock" (das bis vor zwei Jahren noch "Haltestelle Woodstock" hieß) sind im Veranstaltungsort Kostrzyn Plakate aufgetaucht, auf denen insbesondere Eltern mit Kindern vor dem Besuch des Festes gewarnt werden. Eine streng-katholische Organisation, die sich "Erzbruderschaft zur Verteidigung der Ehre des heiligen Herzens unseres Herrn Jesus" nennt, warnt in ihrem Appell vor allen vor dem Drogenkonsum, den es auf dem Festival gibt, aber auch vor der Musik, die dort gespielt wird.

Als Argument wird eine Warnung vor der Verführung Minderjähriger zum Bösen aus der Bibel zitiert, in der es im Markus-Evangelium heißt: "Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde." Den Eltern und Jugendlichen bietet die Organisation eine Alternative an: "Wir laden euch in unsere Kirchen ein, um das heilige Sakrament zu ehren und um die Vergebung unserer Sünden zu bitten".

Das Festival, zu dem vom 1. bis zum 3. August wieder Hunderttausende junge Leute aus Polen, Deutschland und anderen Ländern erwartet werden, ist das größte kostenlose Open-Air-Musik-Fest in Europa. Seit der Regierungsübernahme durch die Partei PiS in Polen wurde es als "Veranstaltung mit erhöhtem Sicherheitsrisiko" eingestuft, nachdem es frühere Regierungen immer unterstützt hatten.

Europa-Uni beteiligt sich

Bis vor einem Jahr hatte sich auch noch die katholische Kirche mit einem Zelt an dem Festival beteiligt, in diesem Jahr erstmals nicht. Unterdessen gaben Studenten der Frankfurter Europa-Uni am Donnerstag bekannt, dass sie mit Mitwirkenden aus Frankfurt (Oder) und Słubice den Festivalgästen das europäische Lebensgefühl an der Viadrina und in der Doppelstadt mit einem "Playground Europe" nahebringen wollen. Dazu zählen Workshops, Performances, Diskussionen und etwas Sport.

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