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Dreharbeiten
Kuhbrücke als Filmkulisse

Ulf Grieger / 26.07.2019, 07:30 Uhr
Kuhbrücke (MOZ) Das Thema Mücken lassen wir jetzt einmal völlig beiseite. Das Wort Mücke vergessen wir nun, das gibt es nicht." Tobias Lenel, Regisseur des neuen Spielfilms des Vereins Oderläufe, versucht, gleich zu Beginn der Proben einer Szene etwas Ruhe in die wild um sich schlagenden Schauspieler und Filmleute zu bekommen. Nur mit Mühe gelingt es schließlich allen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Junge Berlinerin als Hauptfigur

Die in Lenels großem Garten hinter dem Kuhbrücker Oderdeich zu drehende Szene spielt nachts im Zeltlager des Polrockfestivals, vielen noch bekannt als Haltestelle Woodstock. "Beim Festival sind wir auch akkreditiert. Aber das, was wir hier machen, ist dort nicht möglich", erzählt Lenel.

Der Filmtitel "Capriccio" verrät schon etwas von der Grundstimmung, die der von der Euroregion Viadrina geförderte Film vermittelt. Es geht um eine eher heitere Sommergeschichte, in dessen Mittelpunkt Lotta (Paula König), eine junge Frau aus Berlin, steht. Statt ihres erwarteten Erbes erhält sie eine Tüte mit der synthetischen Droge Extasy. Den Erlös soll sie behalten dürfen. Die Übergabe an einen Drogenhändler (Alexej Lochmann) erfolgt ausgerechnet beim Polrockfestival. Sie scheitert, weil polnische Zivilfahnder ihr auf die Schliche gekommen sind.

Ein zweiter Erzählstrang handelt von einem Professor für Erziehungswissenschaften, der das, was er gelehrt hat – nämlich die Erziehung zur Empathie – selbst gar nicht lebt. Doch zu seinem 70. Geburtstag kommt eine lange verdrängte Geschichte zur Sprache, bei der seine Tochter eine Rolle spielt. Lotta und der Professor lernen sich kennen und es entwickelt sich eine eigentümliche Vater-Tochter-Beziehung, von der beide wissen, dass sie nur von kurzer Dauer ist.

Paula König, die Hauptdarstellerin, vergleicht ihre Rolle mit der Figur eines Spatzes im Sommer, der sich zu verschiedenen Lustbarkeiten anlocken lässt. Erst zum Ende der Geschichte besinnt sich Lotta auf sich selbst und sucht die eigene Rolle in der Welt.

Nur kurze Szene im Spielfilm

Tobias Lenel lässt die Szene im Zeltlager erst ein paar mal proben, ehe Kameramann Richard Marx und Tontechniker Marcel Behrens die Aufnahme starten. Als es so richtig dunkel ist, macht es auch keinen Unterschied mehr, ob tatsächlich beim Festival gedreht wird oder eben in Lenels Garten. Die beiden Zivilpolizisten, Laienschauspieler aus Kostrzyn, kontrollieren die mit Taschenlampen erleuchteten Minizelte, ehe sie sich Lottas Zelt nähern. Die ergreift nach einem kurzen Streit mit dem Dealer die Flucht. Der Händler wird von einem Polizisten überwältigt; die Drogen werden beschlagnahmt. Das alles wird im Film nur wenige Minuten ausmachen. Zum Dreh aber benötigt das Team einige Stunden.

Weitere Drehorte sind bis zum 10. August eine Villa in Genschmar, Tankstellen und Märkte sowie ein Bauerngehöft in Namyslin (Neumühl) nördlich von Küstrin. In der gesamten Zeit lebt das Filmteam bei Lenels in Kuhbrücke. Dort werden sie von einem norwegischen Köcheteam verköstig: Mats Ödegard Simonsen und Jaja Tyse, die während der Dreharbeiten natürlich Pause haben, verfolgen das Geschehen vor der Kamera interessiert.

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