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Pauluskreis diskutierte in der Polizeidirektion Ost über Fragen der Sicherheit und die Tätigkeit der Polizisten

Wenn der Kommissar Hilfe beim Pfarrer sucht

Pauluskreis bei Polizisten: Einige der Teilnehmer am Podiumsgespräch
Pauluskreis bei Polizisten: Einige der Teilnehmer am Podiumsgespräch © Foto: MOZ
Ralf Loock / 01.09.2016, 06:43 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Polizeiwache in Eisenhüttenstadt bleibt fester Bestandteil der Planung in der Oderregion, eine Schließung sei kein Thema, versicherte Olaf Fischer, Leiter der Polizeidirektion Ost, bei einem Themenabend "Der Bürger und die Polizei". Eingeladen hatte dazu der ökumenische Pauluskreis. Gegen diese Schließung hatte noch vor Jahren Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin Dagmar Püschel Unterschriften gesammelt.

Einmal im Jahr verlässt der Pauluskreis, eine Vereinigung von evangelischen und katholischen Christen im Oderland, seinen Vortragssaal und besucht eine besondere Institution. Nachdem man unter anderem im Klinikum, in der Konzerthalle und in den Wasserwerken zu Gast war, betrat man jetzt die Gebäude der Polizei im Westen Frankfurts. "Wie hält es ein Polizist aus, ständig mit auffällig gewordenen Bürgern zu tun zu haben? Diese Frage führt uns nun in dieses Haus, zur Polizeidirektion Ost", beschrieb Manfred Schütz vom Pauluskreis in seiner Begrüßung eine der zentralen Fragestellungen. Eingeladen waren als Referenten Olaf Fischer, Leiter der Polizeidirektion Ost, und Dieter Umlauf, Chef der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt, sie stellten ihre Arbeitsbereiche vor. In weiteren Vorträgen sprachen der Kriminaloberrat Erik Hermann (Tatort versus Realität) und Polizeihauptkommissar Ingo Heese (Im Spannungsfeld von Polizei und Medien), er ist Pressesprecher der Polizeidirektion. Moderiert wurde der Abend von Pfarrer Wolfgang Iskraut vom Ökumenischen Europa-Centrum. Wie bei der Veranstaltung mitgeteilt wurde, wird er Frankfurt in Richtung Cottbus verlassen und dort neue berufliche Aufgaben übernehmen.

Dabei wollte der Veranstalter sich aber nicht auf praktische Fragen der Ermittlungen oder des Streifendienstes begrenzen, sondern man bezog auch ausdrücklich die Frage mit ein, wie die Menschen mit diesen mitunter brutalen Alltagsszenen, mit Stress und öffentlichen Angriffen umgehen. Um diese sozialen Aspekte mit zu behandeln, saßen am Podiumstisch auch Pfarrer Sven Holger Täuber, der evangelische Polizeiseelsorger in Brandenburg sprach zum Thema "Wieviel Zuspruch braucht ein Polizist?", und der katholische Pater Dr. Benno Kuppler, er ist für Berlin und Brandenburg zuständig und schilderte seine Arbeit.

Täglich gehen rund 250 Notrufe im Gebiet der Polizeidirektion Ost ein, die Beamten fertigen im Durchschnitt 144 Strafanzeigen, referierte Olaf Fischer. Die Polizeidirektion Ost ist für die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch Oderland und Oder-Spree sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt zuständig. Ihr unterstehen vier Polizeiinspektionen. Rund 1800 Bedienstete, darunter Polizeibeamte und Tarifbeschäftigte, sorgen täglich für die Sicherheit der rund 745 000 Einwohner in diesem Gebiet. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Personalstärke. Die vom SPD-Landesminister Rainer Speer vor rund 15 Jahren aufgestellte Personalbedarfsplanung sah für die Polizei eine Reduzierung von 8500 auf 7000 Stellen vor. Dieser Abbau sei zwar im Wesentlichen gestoppt, referierte Olaf Fischer, aber von einem Wiederaufbau könne keine Rede sein. Selbst wenn jetzt die Politik Geld für zusätzliche Planstellen bewilligen würde, so würden Jahre vergehen, bis neue Kollegen angeworben, ausgebildet und eingearbeitet seien. Doch derzeit habe er etwa 80 Stellen, die in den nächsten Jahren abgebaut werden sollen.

Die knapp 50 Zuhörer dankten den Referenten für ihre informativen Vorträge.

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