Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Anti-Terror-Einheit nimmt Arbeit auf

dpa/Harriet Stürmer / 01.11.2016, 19:10 Uhr
Eberswalde/Potsdam (MOZ/dpa) Brandenburgs Polizei verstärkt den Kampf gegen islamistischen Terrorismus. Dazu hat am Dienstag im Landeskriminalamt eine neue Einheit offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Innenminister Schröter sieht auch für Brandenburg eine reale Terrorgefahr.

Um Terroranschläge zu verhindern, soll die Anti-Terror-Einheit das Gefahrenpotenzial von Islamisten analysieren und Gefahrenabwehr planen, teilte das Polizeipräsidium in Potsdam am Dienstag mit. Die Arbeitsgruppe mit 20 Mitarbeitern war bereits im vergangenen Jahr installiert worden. Nun ist aus ihr ein eigenes, beim brandenburgischen Landeskriminalamt (LKA) angesiedeltes Dezernat entstanden, dem auch arabisch sprechende Kollegen und Islamwissenschaftler angehören sollen.

Das LKA hat seinen Sitz in Eberswalde (Barnim). Die neue Polizeistruktur sei unter anderem deshalb angepasst worden, weil der Arbeitsaufwand der Überprüfung von möglichen politisch motivierten Tätern gestiegen sei, hieß es. In Brandenburg bestehe weiterhin eine hohe abstrakte Gefährdung.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte dem RBB-Inforadio, dass potenzielle Attentäter inzwischen nicht mehr unbedingt nur exponierte Ziele wie den Berliner Reichstag im Visier hätten. "Wir wissen heute, dass es weiche Ziele gibt, die schneller angegriffen werden können und dadurch eine Verunsicherung in die Tiefe des Landes tragen." Auch im Land Brandenburg, selbst in der Uckermark oder in der Prignitz, könnten Anschläge durchgeführt werden, betonte der Minister.

In der neuen Anti-Terror-Einheit werden unter anderem Hinweise zu auffälligen Verhaltensweisen und Wesensveränderungen von verdächtigen Personen bearbeitet, hieß es vom Polizeipräsidium. Wichtig sei bei der Arbeit auch der kurze Draht der Experten zum Bundeskriminalamt und diversen Nachrichtendiensten.

Auch materiell hat die Brandenburger Polizei im Anti-Terror-Kampf bereits aufgerüstet. Für die Maschinenpistolen wurde neue Munition geordert, die auch von Terroristen bevorzugte, besonders gepanzerte Westen durchschlagen soll. Die Spezialeinsatzkommandos haben darüber hinaus neue Gewehre und Schutzhelme erhalten. Nachtsichtgeräte wurden angeschafft.

Im Sommer hatte der Verfassungsschutz angegeben, dass in Brandenburg mehr als 70 Islamisten leben, von denen mindestens 50 gewaltbereit, aber nicht mit sogenannten Schläfern der Terrormiliz Islamischer Staat zu vergleichen seien. Man gehe von einer niedrigen zweistelligen Zahl potenzieller Gefährder aus, hieß es.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG