Je nach konkretem Fall ist das möglich. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, kann kostenfrei zurücktreten, wenn die Reise wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht durchgeführt werden kann. Dies kann ein Einreiseverbot sein oder auch der Umstand, dass Züge nicht mehr fahren. Auch wenn ein wesentlicher Teil der Pauschalreiseleistung nicht erbracht werden kann (zum Beispiel weil der Karneval in Venedig abgebrochen wurde), kann man kostenfrei zurücktreten. Schadenersatz steht den Kunden wegen der besonderen Umstände ­(höhere Gewalt) aber nicht zu.
Wer dagegen als Individual­reisender unterwegs ist, kann nur Einzelleistungen stornieren, wenn diese nicht verfügbar sind. Beispielsweise wenn das gebuchte Hotel in einer der erklärten Sperrzonen liegt oder ein Flughafen oder Bahnhof nicht angesteuert werden kann. Ansonsten müssen Urlauber mit ihren Vertragspartnern vor Ort verhandeln und auf Kulanz hoffen.
Die italienischen Bahnunternehmen beispielsweise kommen ihren Kunden entgegen: Tren­italia will nach eigenen Angaben Zugfahrten unabhängig vom Tarif komplett erstatten, wenn Reisen wegen des Coronavirus abgesagt werden. Auch die Lufthansa versichert Passagieren, dass sie kostenfrei umbuchen oder stornieren dürfen, falls sie ihre Reise wegen geänderter Einreisebestimmungen nicht antreten können. Ganz eindeutig verhält es sich, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für eine bestimmte Region ausspricht: Dann müssen die Reiseveranstalter bei einer Stornierung den Preis für die gesamte Reise erstatten. Allerdings nur für den Zeitraum, in dem die Warnung gilt.