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Reformationstag
Über der Freiheit steht die Liebe Gottes

Margrit Meier / 31.10.2018, 20:12 Uhr - Aktualisiert 31.10.2018, 21:22
Strausberg (MOZ) Rund 150 Menschen haben am Festgottesdienst zum 501. Gedenktag der Reformation in der Kirche St. Marien teilgenommen, der von gleich fünf Pfarrern gestaltet wurde.

Sportlich. So begann der 501. Reformationstag in Strausberg. Allen voran Pfarrer Tilmann Kuhn, der sich darüber freute, dass sich mit ihm 13 Tapfere frühmorgens, 8 Uhr, auf den Weg machten, laufend und radelnd, den Straussee zu umrunden. „Die Uhrzeit war ja ein bisschen unchristlich, aber die Sonne hat alles wettgemacht. Es war ein tolles Gefühl“, sagte Annemarie aus Fredersdorf-Vogelsdorf.

Sie war später beim regionalen Festgottesdienst mit Abendmahl dabei, den die Pfarrer Johannes Menard (Altlandsberg), Karin Bertheau (Müncheberg), Hausherr Tilmann Kuhn sowie Michael Uecker und Agnes-Marie Bull (Herzfelde und Rehfelde) gestalteten. Pfarrer Michael Uecker zitierte aus 1. Kor 3,11: „Einen andern Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Er sagte: „Dieser Spruch führt uns ... am Gedenktag der Reformation zu dem Grund unseres Glaubens ... Der Reformationstag will uns auch heute fragen lassen, worauf wir gründen und was in unserem Leben trägt und hält.“

Die Predigt, basierend auf dem Galaterbrief, hielt Pfarrer Menard, der einen weiten Bogen rund um das Thema Freiheit, beginnend vor 29 Jahren mit dem Tag des Mauerfalls, über die Pressefreiheit, die Freiheit, zu wählen, zu studieren, zu kaufen, was man gerade will, schlug. Er machte deutlich, dass diese Art von Freiheit nicht im Galaterbrief gemeint sei. Da ginge es nicht um den Fall der Mauer, die Demokratie und all die Dinge, die den Menschen in ihrem Alltag so wichtig sind. Vielmehr habe Jesus den Menschen eine Freiheit geschenkt, die höher stehe: Den Wert der Liebe. „So unser Glaube. Nicht Freiheit um jeden Preis, sondern eine Freiheit in Liebe“, sagte der Pfarrer. Und abschließend: „Gott fordert nicht ein Leben nach Geboten, Gott braucht von mir keine Frömmigkeitsübungen, damit er mich liebt. Gottes Liebe kann ich mir nicht erkaufen. Denn sie ist ein Geschenk. Das Geschenk an mich. Das will uns Jesus sagen. Gott liebt mich, wo immer und wie immer ich bin.“

Mit Liedern und Gebeten, mit einer Kollekte für die evangelisch-lutherische Gemeinde im russischen Togliatti, dem Abendmahl und Fürbitten wurde der Gottesdienst fortgesetzt. In diesen Fürbitten wurde u. a. an die  gedacht, die bei dem Anschlag auf die jüdische Synagoge in Pittsburgh ums Leben kamen, und um Gottes Gnade für die gebeten, die sich mühen, auf Feindschaft mit Liebe zu antworten.

Beifall gab es auch noch. Der galt Regionalkantor Christoph Bornheimer, der dafür kurz die Sauer-Orgel verlassen musste, auf der er den zehnköpfigen Müncheberger Posaunenchor unter Leitung von Gunnar Esbach begleitete. Pfarrerin Agnes-Maria Bull informierte, dass Bornheimer nun einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten habe.

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