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Heiligenverehrung in Rathenow
Auf Sankt Martin folgt demnächst Sankt Nikolaus

Martinstag in Rathenow: Der Römer Martinus, am 11. November dargestellt durch die 13-jährige Nele, zerteilt seinen Umhang, um diesen mit einem frierenden Bettler zu teilen.
Martinstag in Rathenow: Der Römer Martinus, am 11. November dargestellt durch die 13-jährige Nele, zerteilt seinen Umhang, um diesen mit einem frierenden Bettler zu teilen. © Foto: Weber
René Wernitz / 13.11.2019, 12:47 Uhr
Rathenow (MOZ) Das Christentum ist seit dem 12. Jahrhundert fest verwurzelt in der Region. Alle braven Leute waren einst katholisch und verehrten ihre zahlreichen Heiligen. Die Zahl der Katholiken strebte nach der Reformation in der Mark Brandenburg gegen Null. In Rathenow war ihre Zahl bis Ende des 19. Jahrhunderts auf etwa 500 wieder gestiegen, 2011 waren es 630.

Obgleich heute Havelländer ohne eine Konfession die breite Mehrheit bilden, genießen doch einige Heilige weiter große Bekanntheit. So etwa Johannes der Täufer, dessen Heiligentag auf den 24. Juni fällt. Da endet allerorten die Spargelsaison. Am 11. November, also bei Start in die Karnevalssaison, kommt Martin von Tours groß raus. Wohl kein Heiliger weit und breit, dessen Legende bekannter wäre. Alle Jahre wird die Geschichte unters Volk gebracht. So geschehen auch wieder am Montag.

In einem ökumenischen Martinsumzug zogen Kinder von der evangelischen St.-Marien-Andreas-Kirche zur katholischen St.-Georg-Kirche. Am Zielort sang man "Sankt Martin, Sankt Martin, ritt durch Schnee und Wind". Laut Überlieferung soll vor etwa 1.600 Jahren der römische Offizier Martinus während eines Ausritts einem Bettler begegnet sein, der am Wegesrand saß und fror. Martinus, später Bischof von Tours (im heutigen Frankreich), hatte Mitleid und zerteilte seinen Umhang. Das wurde am Montag durch die 13-jährige Nele vom Reitstall Bützer in Szene gesetzt. Wie ein Römer gekleidet und Hoch zu Ross sitzend zückte sie ihr Schwert.

Als nächster sehr bekannter Heiliger im Jahreszyklus tritt am 6. Dezember Sankt Nikolaus in Erscheinung. Im 4. Jahrhundert war er Bischof in Myra (heute Provinz Antalya in der Türkei). Am 31. Dezember ist Silvester, benannt nach Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 in Rom gestorben war.

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