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Führungswechsel
Neuer Chef für Baff und Hafen Eberswalde

Stellte sich im Rathaus vor: Steffen Ewald (l., 52) löst Horst Schaefer (65) an der Spitze der Technischen Werke ab.
Stellte sich im Rathaus vor: Steffen Ewald (l., 52) löst Horst Schaefer (65) an der Spitze der Technischen Werke ab. © Foto: Ellen Werner
Ellen Werner / 04.06.2020, 10:35 Uhr
Eberswalde (MOZ) An Wehmut sei einiges dabei nach so vielen Jahren, sagt Horst Schaefer. Fast zwei Jahrzehnte lang stand der diplomierte Maschinenbauingenieur an der Spitze der Technischen Werke Eberswalde (TWE). Nun geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Neuer Geschäftsführer für die Technischen Werke, die unter anderem das Freizeitbad Baff und den Binnenhafen betreiben, wird ab September der 52 Jahre alte Diplomkaufmann Steffen Ewald.

Vorgestellt hat sich Ewald am Mittwoch im Rathaus. Zuvor hatten der in Britz ansässige Finanzer und Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) dort seinen Arbeitsvertrag festgeklopft. Zugestimmt habe der Besetzung des Postens der Aufsichtsrat des hundertprozentigen Tochterunternehmens der Stadt mit zur Zeit 30 Mitarbeitern, erklärte Boginski. "Riesengroße Zustimmung" habe es zudem von der Stadtverordnetenversammlung gegeben.

Nur zwei Frauen wollten den Job

Ausgeschrieben worden war der Geschäftsführerposten nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) in der höchsten Entgeltgruppe E15. Mehr als 70 Bewerbungen waren Boginski zufolge eingegangen – "darunter leider nur von zwei Frauen, die zudem das Anforderungsprofil nicht erfüllt haben", so der Rathauschef. Fünf Bewerber, von denen einer absagte, seien zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden, die Entscheidung zwischen zwei Bewerbern zugunsten Ewalds schließlich knapp ausgefallen. Auf fünf Jahre sei der Anstellungsvertrag festgelegt, "mit der Option auf Verlängerung".

Er habe vor, "die nächsten 15 Dienstjahre – bis zu meiner Rente – das Werk von Herrn Schaefer weiterzuführen", sagt Steffen Ewald selbst. Nachdem er seinen ersten Job in Eberswalde angetreten habe, wolle er auch den letzten in der Waldstadt ausüben, sagt der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter, der sich als "waschechten Eberswalder" bezeichnet. Nach zuletzt sechs Jahren als Finanzvorstand bei einem Berliner Rohstoffhandelsunternehmen sei er lange genug im Ausland und überhaupt unterwegs gewesen. Nun wolle er wieder in der Region tätig sein.

Vor allem der Hafen als TWE-Geschäftsfeld liegt für Ewald daher nahe. Als ein "back to the roots" (zurück zu den Wurzeln) bezeichnet er den Wechsel ohnehin. Sein Studium hatte er an der Uni Rostock mit Seeverkehr und Hafenwirtschaft begonnen – ein Studiengang, der nach der Wende auf Betriebswirtschaftslehre umgestellt wurde. Nach dem Abschluss war er beim Finow Rohrleitungsbau als Controller tätig und sammelte später in kleinen und mittelgroßen Unternehmen Führungserfahrungen.

"Wir haben hier einen tollen Finanzer als meinen Nachfolger", findet Horst Schaefer. Er selbst hat den Auswahlgesprächen beigewohnt und wird Ewald im September auch noch einarbeiten, obwohl er bereits Ende Juli regulär in Rente gehen wollte.

Viele Herausforderungen

"Es hat sich wahnsinnig viel geändert", sagt Schaefer mit Blick auf die Zeit, in der er die Geschicke der Technischen Werke gelenkt hat. Er selbst fing nach 30 Jahren im Kranbau Anfang 2001 an. Los ging es mit der drei Jahre währenden Sanierung des Sportzentrums Westend – "eine große Herausforderung." Teilweise waren 60 Firmen am Bau, 14,5 Millionen Euro wurden verbaut.

Viele andere Herausforderungen gab es auch: die fortlaufende Kostenoptimierung, der städtische Zuschuss für das Schwimmbad angesichts der jährlichen Verluste von 1,4 Millionen Euro, die Gewerbeansiedlungen im Technologie- und Gewerbepark Eberswalde (TGE), für die die Technischen Werke als Gesellschafter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Eberswalde zuständig sind und natürlich die Entwicklung des Hafens. Jährlich werden dort 320 000 bis 400 000 Tonnen Güter umgeschlagen. "Das ist kein Selbstläufer", sagt Schaefer.

Was er ab Oktober macht? "Ich hatte noch gar nicht richtig Zeit, mich mit dem Gedanken zu beschäftigen", sagt Horst Schaefer. Die Hände in den Schoß legen werde er sicherlich nicht. Immerhin seien da sein Haus, sein Grundstück und die dreijährige Enkeltochter.

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