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TKO blickt zufrieden auf Oranienburger Jubiläumsjahr zurück und voller Erwartungen in die Zukunft

800 Jahre Oranienburg: "Da war dieser Funke"

Kultureller Höhepunkt 2017: Urban Sounds von Buena Vista And El Malecon am 18. Februar um 20 Uhr in der Orangerie.
Kultureller Höhepunkt 2017: Urban Sounds von Buena Vista And El Malecon am 18. Februar um 20 Uhr in der Orangerie. © Foto: MZV
K.D. Grote / 04.01.2017, 06:26 Uhr - Aktualisiert 04.01.2017, 07:03
Oranienburg (OGA) TKO-Chef Jürgen Höhn ist stolz auf seine Mitarbeiter Die Veranstaltungen zur 800-Jahr-Feier wurden mit Bravour gemeistert. Der Potsdamer Ulrich Koltzer, als Koordinator für das Festjahr von der TKO engagiert, habe mit der Planung des Festumzuges sein Meisterstück abgeliefert, sagt Höhn. Mehr als 50 Gruppen und Wagen beteiligten sich und erzählten die Stadtgeschichte. Fast 20 000 Zuschauer, viel mehr als erwartet, schauten begeistert zu. Das Motto "feiere deine Stadt" hätten die Oranienburger tatsächlich umgesetzt, so Höhn.

Immerhin gab es keine einstudierte Choreografie. "Ich wusste bis zur Umsetzung nicht, was wir überhaupt zu sehen bekommen", sagt Organisator Ulrich Koltzer. "Es waren 1 000 Teilnehmer, und alle waren Laien." Weil er am Start alle Gruppen und Wagen einwies, kam er auch nicht in den Genuss, den Festumzug anzusehen. Er habe sich zwar vorgenommen, alle Bilder zu fotografieren, doch dazu war zu viel zu tun. "Ich habe nur zwei Fotos gemacht", sagt Koltzer, der seine Aufregung an diesem Tag mit der Wendezeit vergleicht. "Da gab es jeden Tag etwas Neues." TKO-Veranstaltungsmangerin Kathrin Günther-Kalsow betont, dass Umzug und Festtage ohne größere Probleme oder Zwischenfälle über die Bühne gingen. Nur eine kleine Panne gab es auf einer Bühne im Schlosspark, die zu einem Zeitpunkt doppelt besetzt war. Die Gruppe "Fantastic 7" erhielt einen fantastischen Ersatzauftritt zur Schlossparknacht.

Persönlich am meisten beeindruckt sei er vom Picknick in Weiß am 8. Juni gewesen, sagt Jürgen Höhn. "Wir wussten ja nicht, was passiert und dachten, wenn 100 Leute kommen, wäre es ein toller Erfolg", so Höhn. Schließlich kamen 1 000 Menschen in weißen Kleidern, bauten ihre festlich gedeckten Tafeln im Schlosspark auf und genossen die Atmosphäre des herrlichen Sommerabends und der Unterhaltung der Artistokraten. "Da war dieser Funke, der übergesprungen ist", sagt Höhn. Die Oranienburger hätten gezeigt, wie sehr sie ihre Stadt mögen. "Die Regieführung an diesem Abend ging vom Volk aus", sagt Kathrin Günther-Kalsow. Die Besucher bettelten um eine Wiederholung. Am 5. Juli soll es wieder ein Picknick in Weiß im Schlosspark geben.

Das herrliche Sommerwetter trug zum Erfolg der Festtage bei. Jürgen Höhn ist sich sicher, dass sie das Wir-Gefühl in der Stadt gestärkt haben, ähnlich wie nach der Landesgartenschau 2009. "Diesen Schwung müssen wir mitnehmen", sagt Höhn. Deshalb soll es auch in diesem Jahr Veranstaltungen geben, die die Oranienburger begeistern. "Wir fallen 2017 in keine Leere", sagt Höhn. So soll das Filmorchester Babelsberg, das mit der Sängerin Angelika Weiz bei freiem Eintritt zum Auftakt der Festtage im Schlosspark zu erleben war, in diesem Jahr erneut spielen. Offenbar gefiel es auch den Musikern so gut, dass sie gerne wieder nach Oranienburg kommen wollen. "Es wäre natürlich Klasse, wenn sie jeden Sommer im Schlosspark spielen könnten", sagt Höhn.

Ein wenig werden die Oranienburger ihre Ansprüche dennoch herunterschrauben müssen: das Stadtfest, der Regional- und der Weihnachtsgans-Auguste-Markt hatten 2016 ein größeres Budget. "Überall gab es noch ein Sahnehäubchen oben drauf", sagt Kathrin Günther-Kalsow. In diesem Jahr werden alle Feste wieder auf das Normalmaß zurückgestutzt, "auf den Stand von 2014", sagt Jürgen Höhn.

Das gilt auch für die TKO, die sich von Festkoordinator Ulrich Koltzer, der für zweieinhalb Jahre beschäftigt war, verabschieden muss. Es wird eine traurige Trennung. "Ich wäre gerne geblieben", sagt Koltzer. Und die TKO hätte ihn gern behalten. Kulturell geht es schließlich auch weiter, mit neuen Höhepunkten im Kulturkalender.

Am 18. Februar gibt es mit Urban Sounds von Buena Vista And El Malecon karibische Rhythmen und kubanisches Lebensgefühl in der Orangerie. Bereits am 26. Januar sind dort Jörg Schütt-auf und Holger Umbreit mit einer szenischen Lesung aus dem Bestseller "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson zu hören. Und eine absolute Premiere wird es in diesem Sommer geben. Die Schlossfestspiele Ribbeck werden zu einem Gastspiel erwartet. In diesem Jahr darf das geförderte Ensemble erstmals außerhalb des Havellandes auftreten. Die TKO ist darauf ein wenig stolz. "Das wird ein Experiment. Wir hoffen sehr, dass es angenommen wird", sagt Kathrin Günther-Kalsow.

Das Kulturprogramm soll nicht nur den Terminkalender der Oranienburger bereichern. Die Stadt habe sich auch durch die vielen kulturellen Aktivitäten touristisch entwickelt, sagt Jürgen Höhn. Dabei sei die TKO natürlich nicht der einzige Veranstalter, so wie das Stadtjubiläum auch von vielen anderen Akteuren wie dem Tourismusverein mitgestaltet worden sei. Oranienburg habe mit Kulturkonsum, Weidengarten und Oranienwerk attraktive Kulturstandorte, dadurch werde es zunehmend als Kulturstadt wahrgenommen. "Die Bombenstimmung steht nicht mehr im Vordergrund", ist Höhn überzeugt. Eine attraktiver werdende Stadt sei letztlich auch wichtig für neue Ansiedlungen. Kultur ist zum wichtigen Standortfaktor geworden.

Die Veranstaltungen und Erfahrungen der TKO im Jubiläumsjahr hat Stefanie Kreutzer in einer Broschüre zusammengefasst. "Wir sind schlauer geworden, da steckt viel geballtes Wissen drin, das Andere bei der Vorbereitung solcher Stadtfeste nutzen können", sagt Stefanie Kreutzer. Natürlich soll Oranienburg das Wissen auch selber helfen, spätestens in 24 Jahren steht das nächste Stadtjubiläum an. "Vielleicht wird dann dezentraler gefeiert", sagt Kathrin Günther-Kalsow. Denn wenn es Kritik am Jubiläum gab, dann war es das geballte Programm der zehn Festtage. Kaum jemand konnte alle Veranstaltungen besuchen. Recht sicher wird es spätestens 2041 wieder einen Festumzug geben. Denn für keine andere Veranstaltung wurde so oft eine baldige Wiederholung gewünscht.

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Veranstaltungsmarathon Ulrich Koltzer Funke Jonas Jonasson Kulturgesellschaft

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