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Streit um Pinselstrich
Bürger markiert gefährlichen Weg – Stadtverwaltung spricht von Populismus

Die Unterführung am Louise-Henriette-Steg ist schlecht einsehbar. Es kommt deshalb immer wieder zu gefährlichen Situationen. Kinder haben dort schon Unfälle erlebt. Um die illegal aufgetragene Sperrlinie gibt es nun Streit.
Die Unterführung am Louise-Henriette-Steg ist schlecht einsehbar. Es kommt deshalb immer wieder zu gefährlichen Situationen. Kinder haben dort schon Unfälle erlebt. Um die illegal aufgetragene Sperrlinie gibt es nun Streit. © Foto: Tilman Trebs
Klaus D. Grote / 21.08.2019, 12:34 Uhr
Oranienburg (MOZ) Der Oranienburger Henning Schluß hat zum Pinsel gegriffen und an der Havelpromenade eine Markierung auf den Asphalt gemalt. Unter dem Louise-Henriette-Steg wird die Promenade zwischen Brückenpfeiler und Havel eng, zwei Kurven machen den Abschnitt nahezu uneinsehbar. Der weiße Streifen soll die Richtungsfahrbahnen markieren. Die Stadt hatte das Aufbringen einer Markierung versprochen, nachdem im Juni 2018 zwei Kinder unter der Brücke auf ihren Fahrrädern zusammengestoßen waren. Weil das noch immer nicht passiert ist, habe er Wandfarbe aufgetragen, die vermutlich beim nächsten Regen verschwinde, teilte Schluß mit entsprechender Bebilderung auf Facebook mit.

Den ersten Regen hat die Farbe überstanden. Ein mögliches Bußgeld für seine Aktion nahm Schluß mit dem öffentlichen Bekenntnis auf Facebook in Kauf. Er hält sein Handeln im Sinne der Verkehrssicherheit für gerechtfertigt und bekommt dafür neben viel Zustimmung nur wenig Kritik. "Klappt ja ganz hervorragend", schreibt Stadtsprecher Gilbert Collé und zeigt ein Foto mit zwei Kindern, die trotz des Strichs nebeneinander fahren und damit die komplette Fahrbeinbreite für eine Richtung nutzen. "Da hat es sich ja richtig gelohnt, den Populisten raushängen zu lassen und dem Rechtsstaat den Stinkefinger zu zeigen", so Collé, der sich dann noch "mehr Respekt vor den Institutionen und Abläufen" wünscht.  Die meisten Fürsprecher hat allerdings Hennig Schluß auf seiner Seite. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Jennifer Collin schreibt von "zivilem Ungehorsam".

Schluß verweist auf ein weiteres Versäumnis der Stadt. Nach dem tödlichen Fahrradunfall an der Lehnitzstraße, Ecke André-Pican-Straße hatte er die Aufstellung sogenannter Trixie-Spiegel an gefährlichen Kreuzungen für mehr Sicherheit im Bürgerhaushalt beantragt. Dort wurden diese mit Hinweis auf einen Beschluss der Stadtverordneten von der Liste gestrichen. Bis heute steht jedoch kein einziger Spiegel. Schluß hat den Antrag für den Bürgerhaushalt deshalb erneut eingereicht.

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Ralf H. Janetschek 21.08.2019 - 22:40:45

Mut zur Selbsthilfe

„Die Götter helfen denen, die sich selbst helfen.“ Äsop, griechischer Dichter (um 600 v. Chr.)

helen pilawa 21.08.2019 - 21:32:43

Streit um Pinselstrich

Wir sind voll auf der Seite von Herrn Schluß, die Aktion hat Keinen geschadet und wenn mal zwei Kinder nebeneinander fahren, fahren durch den weißen Strich vielleicht 8 Personen auf der richtigen Seite. So ein Theater zu machen. Die Antwort des Stadtsprechers ist unkompetent und läßt mich Zweifeln ob diese Äußerung sein mußte. Es gibt viele solche gefährliche Ecken in Oranienburg die entschärft werden könnten durch den Mut der Bewohner in Oranienburg und mit einem Eimer Farbe, so wie es Herr Schluß es gezeigt hat. Warum kann man nicht in der Schulstraße den Fußweg mit weißer Makierung als Sperrstreifen für parkende Autos machen? Der abgesenkte Übergang am Reisebüro mit einem weißen Kreuz versehen, damit kein Auto dort die Fußgänger behindert? Man/ Frau macht sich nicht lächerlich über Menschen die gute Ideen haben, aber von der Stadt Oranienburg nicht ernst genommen werden. Daumen hoch Herr Schluß, ich habe diesen Mut noch nicht gehabt selber so eine Aktion zu machen.

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