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Mit dem Chor „Rossijanka“ und traditionellem Essen wurde im Scharwenka-Haus Bad Saarow am Sonnabend russische Weihnacht gefeiert

Russische Weihnacht
Lieder von Liebe, Frost und Wareniki

Annemarie Diehr / 07.01.2019, 06:00 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Hering im Pelzmantel und Lieder von Schnee und Birken: Am Sonnabend wurde im Scharwenka Kulturforum russische Weihnacht gefeiert. Der Gesang des Folklore-Ensembles „Rossijanka“ steckte auch jene Besucher an, die der Sprache nicht mächtig waren.

Frieda Hasenkampf und ihre Schwester Raissa Wolf feiern zweimal Weihnachten: einmal am 25. Dezember und als Russlanddeutsche der Tradition ihres Geburtslandes entsprechend am 7. Januar. Die russisch-orthodoxe Kirche legt ihre Feiertage nach dem alten julianischen Kalender fest; die Differenz zum gregorianischen Kalender beträgt 13 Tage.

„Richtig groß feiern wir Silvester, danach, an Weihnachten, bereiten wir auch traditionelle Speisen zu. Und es ist üblich, an diesem Tag Nachbarn zu besuchen und Reis zu streuen“, sagt Frieda Hasenkampf. Sie ist Mitglied im Folklore-Ensemble „Rossijanka“, das am Sonnabend das Publikum im Scharwenka Kulturforum an russischen Bräuchen und Liedern teilhaben ließ.

„Sie hatten Glück, der doppelten Anzahl mussten wir eine Absage erteilen“, begrüßte Gerlinde Stobrawa, die das Haus leitet, die rund 70 Besucher. Im nächsten Jahr, sagt sie, mache sie wohl ernst und organisiere gleich zwei russische Weihnachtsfeste. In Trachten und mit Valentina Ravva am Bajan – der osteuropäischen Version des Akkordeons – sang der neunköpfige Chor aus Fürstenwalde Lieder von Schnee und Frost, Kosaken und Tanz, Liebe und Wareniki – den ukrainischen Teigtaschen.

„Ich kann kein Russisch, nur russisch essen“, sagt Klaus Erdmann nach dem Konzert. Der Bad Saarower und seine Frau haben sich am Buffet bedient, das neben eingelegten Gurken, gefüllten Eiern und Pelmeni einen aus Möhren, Kartoffeln, Fleisch, Eiern und Mayonnaise zubereiteten Olivier-Salat und Hering im Pelzmantel bereithält. „Der besteht aus verschiedenen Schichten gekochter Kartoffeln, Roter Beete, Matjes, geriebenen Möhren und Eiern“, erklärt Gerlinde Stobrawa, die die Gerichte gemeinsam mit ihrem Team zubereitet hat.

„Köstlich“, schwärmt Rosemarie Weißbrodt, nachdem sie sich durch das Buffet probiert hat. Sie liebe die russische Mentalität, die Musik, besonders die Opern, sagt die Bad Saarowerin. Als nach dem Auftritt des Folklore-Ensembles dessen Leiterin Valentina Ravva mit ihren erwachsenen Gitarren-Schülern deutsche Winterlieder und russische Volkslieder wie „Katjuscha“ und „Kalinka“ anstimmt, fällt auch sie in das Klatschen, Schunkeln und Mitsingen des Publikums ein.

Seit knapp zwei Jahren unterrichtet Valentina Ravva im Scharwenka Kulturforum an der Gitarre; demnächst wird sie dort wieder fest angestellt sein. Deshalb beginnt am 7. März, einem Donnerstag, dort vormittags ein neuer Gitarren-Kurs, kündigt Gerlinde Stobrawa an. „Auch ein Akkordeon-Kurs und vielleicht Klavierunterricht sind geplant, die Termine stehen noch nicht fest“, so die Haus-Leiterin. Und weil die gebürtige Russin Valentina Ravva zudem glänzend Schach spiele, werde es fortan immer sonnabends, von 10 bis 12 Uhr, einen Spielevormittag geben.

Auch das Folklore-Ensemble freue sich über Nachwuchs, sagt Valentina Ravva. „Es ist schwer, weil die Sänger natürlich Russisch sprechen müssen.“ Es gab Zeiten in der bald 20-jährigen Chorgeschichte, erzählt sie, da zählte „Rossijanka“ 16 Mitglieder. Die Proben finden im Fürstenwalder Anwohnertreff KiezKom statt.

Gerlinde Stobrawa hatte gehofft, die Sänger im Februar erneut einladen zu können. Valentina Ravva kann noch nicht zusagen – der Terminkalender des Chores ist gut gefüllt.

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