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Ausnahmen ausgeschlossen

Steinkäuze des Tierparks Kunsterspring: Die Anlage ist für Besucher immer noch geschlossen, weil es einen Vogelgrippe-Fall gegeben hat. Doch eine Wiedereröffnung in der kommenden Woche steht in Aussicht.
Steinkäuze des Tierparks Kunsterspring: Die Anlage ist für Besucher immer noch geschlossen, weil es einen Vogelgrippe-Fall gegeben hat. Doch eine Wiedereröffnung in der kommenden Woche steht in Aussicht. © Foto: MZV
Christian Schoenberg / 10.03.2017, 18:10 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (mzv) Vize-Landrat Werner Nüse stellte beim Kreistag am Donnerstagabend erstmals ein Ende der Stallpflicht für Geflügel in Aussicht. So könnte im April die seit November geltenden Regel, dass gefiederte Haustiere nicht nach draußen dürfen, aufgehoben werden. Generell lehnte er es aber - mit Verweis auf Einschätzungen der Veterinärbehörde - ab, die Stallpflicht zeitweise auszusetzen.

Dazu hatte Andrea Wolff(B'90/Grüne) angeregt. In Baden-Württemberg beispielsweise gibt es Regelungen, wonach die Vögel in einem gewissen Zeitraum für einen Tag aus dem Stall dürfen. Das ist deshalb wichtig, weil die Genehmigung, beim Verkauf von Geflügelprodukten auf Freiland-Haltung zu verweisen, erlischt, wenn die Tiere wochenlang im Stall gehalten worden sind. "Uns sind solche Verfahren nicht verborgen geblieben", sagte Nüse mit Blick auf das südwestdeutsche Bundesland. "Aber unsere Kreisveterinärin sieht das eher skeptisch und möchte diese Ausnahmen nicht zulassen."

Nüse berichtete im Übrigen von Fällen, in denen Halter "hartnäckig" die Stallpflicht missachten. Der Kreis reagiere dann mit einem Bußgeld. Je nach Art und Häufigkeit des Verstoßes könne es unterschiedlich hoch sein. "Im Erstfall belassen wir es aber bei einer Verwarnung ohne ein Bußgeld", sagte er. Inwiefern eine Stallpflicht im kommenden Monat aufgehoben wird, hängt aber auch davon ab, ob es neue Funde von verendeten Vögeln gibt.

Zuletzt hat es laut Nüse drei neue Nachweise des berüchtigten Virus H5N8 im Ruppiner Land gegeben. Ein Singschwan am Dreetzer See und eine Möwe sowie eine Graugans jeweils am Ruppiner See waren mit dem Erreger infiziert. Den ersten Befund im Landkreis hatte es bei einer Saatgans gegeben. Sie war am 5.Januar bei Herzsprung gefunden worden. Es folgten dann die gravierenden Fälle in Ganz. Dort mussten tausende Tiere eines Stalles wegen eines Nachweises am 10.Januar getötet werden. Es wurde ein Sperr- und Beobachtungskreis gebildet, der mittlerweile aufgehoben ist.

Schließlich wurde der Virus bei Totfunden am 28.Januar in Kunsterspring und am 3.Februar in einem Stall in Heiligengrabe nachgewiesen. Der Tierpark ist deshalb seit sechs Wochen geschlossen. Geöffnet wird er voraussichtlich wieder zum kommenden Wochenende. Das hängt laut Werner Nüse aber davon ab, ob die Kreisverwaltung am Dienstag eine Nachricht erreicht, dass die neu eingereichten Proben vom Kunsterspringer Vogelbestand negativ verlaufen sind - beziehungsweise positiv für den Tierpark.

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