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Simsontreffen
Verliebt in Blech aus dem Osten

Garantiert haltbar: Jonas Rennefahrt mit dem Garant, der noch vor ein paar Jahren im Dienst der Fehrbelliner Feuerwehr unterwegs war. Die Alters- und Ehrenabteilung restaurierte das Fahrzeug, nachdem es nicht mehr für reguläre Einsätze benutzt wurde.
Garantiert haltbar: Jonas Rennefahrt mit dem Garant, der noch vor ein paar Jahren im Dienst der Fehrbelliner Feuerwehr unterwegs war. Die Alters- und Ehrenabteilung restaurierte das Fahrzeug, nachdem es nicht mehr für reguläre Einsätze benutzt wurde. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 16.06.2019, 23:11 Uhr
Linum Hunderte Mopedfans, aber auch Freunde betagter Autos, zog es am Sonnabend zum dritten Linumer Simson-Treffen. Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Marke schreckten die Fahrzeugfreunde nicht ab. Gegen den Durst gab es reichlich kalte Getränke. Nur wegen der Hitze nicht am Treffen teilzunehmen, kam für die meisten Biker nicht in die Tüte. Ralf Hüttig ist der Kopf der "Unverwüstlichen Vögel". Die Gruppe mit dem markanten Namen vereint elf Simson-Freunde, die sich zusammenfanden, um einmal im Jahr das große Treffen auf die Beine zu stellen. Inzwischen gehören sie zum Verein der örtlichen Landfrauen. Fast schon unzerstörbar seien die Mopeds und Roller aus dem früheren Jagdwaffen- und Fahrzeugwerk Suhl. Darin sind sich die Männer und Frauen von den Unverwüstlichen einig. Zu den Treffen sollten vorrangig Besitzer mit einst in der DDR gebauten Fahrzeugen kommen, wünschen sie sich. An der Ausfahrt am Samstagnachmittag nahmen 157 Fahrzeuge teil, darunter Trabis und sogar alte Feuerwehren.

Zum Fest gehörte auch ein Bühnenprogramm, bei dem Profis, aber auch örtliche Tanzgruppen wie die "Sweet Girls" ihr Können zeigen konnten.

Schätze präsentiert

In erster Linie aber ging es darum, seine blechernen Schätzchen zu präsentieren, um am Ende vielleicht sogar prämiert zu werden. Unter Kleinkraftrad-Besitzern und -Fans gab es jede Menge Gesprächsstoff. Denn nicht immer ist es einfach, für die Jahrzehnte alten Fahrzeuge noch die nötigen Ersatzteile zu bekommen. Wie gut, dass auch Händler vor Ort waren, die im Zweifelsfall das eine oder andere benötigte Teil im Angebot hatten.

Der 57-jährige Carsten Liebrecht ist einer der "Trabifalken" aus Hohen Neuendorf, die nun schon zum zweiten Mal beim Treffen in Linum waren. Er und seine Mitstreiter hatten einen gestretchten Trabant, einen Trabant Kübel, ein Moped Star, einen Simson-Roller und eine Schwalbe mitgebracht. So hieß der in der DDR wohl am häufigsten gefahrene Kleinroller. Von Beruf ist Liebrecht Lackierer. In seiner Freizeit schraube er leidenschaftlich gern an alten Fahrzeugen herum, wie er lächelnd erzählt. Nach Linum komme er immer wieder gern, denn das Feeling sei hier ausgesprochen gut.

Kraftfahrzeugmeister Peter Kulick aus Fehrbellin hat seinen silberfarbenen Mercedes 190 D aus dem Jahr 1961 mitgebracht. 2002 hatte er den Unfallwagen erworben und wieder in Ordnung bringen lassen. Inzwischen nahm der Rhinstädter bereits an mehreren Oldtimer-Sternfahrten teil. Von Rostock nach Potsdam ebenso wie von Magdeburg nach Potsdam. Der Oldtimer hat es stets geschafft und ließ seinen Besitzer noch ein bisschen glücklicher werden. Auch bei der Hitze lasse es sich gut mit dem Auto fahren. Wer braucht schon eine Klimaanlage, wenn man die Eckfenster hochklappen kann?

Bestens gepflegt wirkte auch die Feuerwehr Garant K30. 1957 in der DDR hergestellt, tat sie bis vor ein paar Jahren noch gute Dienste bei der Fehrbelliner Feuerwehr. Die Alters- und Ehrenabteilung hat das Fahrzeug restauriert. Löschmeister Jonas Rennefahrt ist zufrieden: "Es fährt einwandfrei und schafft noch immer Tempo 70." Und nur 6 489 Kilometer stehen auf dem Tachometer. Die stimmen wahrscheinlich, vermuten Rennefahrt und seine Kameraden. Bis zum Einsatzort sei es fast nie besonders weit. Daher würden die Motoren der Feuerwehren kaum strapaziert. Gerade knatterte ein Roller vorbei, ein Berlin. Viele schauten hin. Der war schon damals recht selten, sagte ein Besucher, ehe er genüsslich in die Bratwurst biss. Nein, zu heiß sei die nicht. Und man könne ja kalt nachspülen.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

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Mopedfan Carsten Liebrecht Fahrzeugfreund Jonas Rennefahrt Blech

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