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Snowy-Darsteller
Zwei, die das Weihnachtsfest retten

Janet Neiser / 27.11.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 27.11.2018, 13:07
Eisenhüttenstadt (MOZ) Ein Land, eine Stadt und selbst ein Dorf wären nichts ohne Menschen. Viele haben es noch nie in die Schlagzeilen geschafft. Aber alle haben etwas zu erzählen. Unsere Serie Gesichter aus Oder-Spree stellt einige von ihnen vor. Heute: Tina Gramsch und Tommy Bensch.

Weihnachten ohne Snowy? Undenkbar – zumindest in Eisenhüttenstadt und Umgebung. Der Schneemann, der die Herzen der Kinder seit Jahren im Sturm erobert, wird auch in diesem Dezember wieder das Fest retten und dabei ein spannendes Abenteuer erleben. „Snowy und die Reise zum Eispalast“ heißt das Musical, das am 9. Dezember seine Premiere erleben wird.

Für Tina Gramsch ist „Snowy“ in diesem Jahr eine Premiere der besonderen Art. Die 20-Jährige wird nämlich als eine von zwei Darstellern ins Kostüm der beliebten Schneekugel schlüpfen. Als sie beim Casting war, wollte sie eigentlich nur wieder eine Rolle haben – so wie schon in anderen Jahren. Adele hat sie da gespielt und den Schamanen. Und erstmals stand sie gemeinsam mit dem Circus Fantadu mit dem Schneemann auf der Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters. Diesmal kam alles etwas anders. Irgendetwas hat Regisseur Fabian Bothe in Tina Gramsch gesehen, irgendetwas, das ihn an Snowy erinnerte. Und dann hieß es plötzlich: Du wirst Snowy spielen. „Da hatte ich anfangs schon gemischte Gefühle“, erzählt die junge Frau, die aktuell Kulturwissenschaften an der Frankfurter Viadrina studiert. Doch über ein Sprechtraining und im gemeinsamen Training mit Fabian Bothe kitzelte sie immer mehr vom Schneemann aus sich heraus.

Dass ihr das liegt, sieht man bereits bei den Proben. Sie rollt über die Bühne, rennt tolpatschig gegen Wände und versteht es einfach wunderbar, Kontakt zum Publikum aufzunehmen. Selbst ohne Maske und Möhre im Gesicht, ist Snowy zu erkennen. Schauspielern ist einfach das Ding der Studentin, die lange in Wiesenau lebte, jetzt aber in Eisenhüttenstadt zu Hause ist. Und deshalb sieht sie die Kulturwissenschaften auch nur als Überbrückung. „Ich möchte Schauspiel studieren“, betont sie. Diese Vorliebe hat sich bereits in der Grundschule herauskristallisiert, wo sie jedes Theaterstück mitgenommen hat. Später blühte sie in der Musicalwerkstatt im Club Marchwitza auf. Nun also Snowy. Und das bedeutet: jedes Wochenende Probe. „Wir fiebern regelrecht darauf hin, weil das für uns das schönste in der Woche ist. Es ist anstrengend, aber es macht wahnsinnig viel Spaß“, versichert sie.

Ohne diesen Spaß würde wohl auch Tommy Bensch kaum jedes Wochenende aus Cottbus nach Eisenhüttenstadt kommen. Er ist der andere Snowy. Und das bereits zum zweiten Mal. „Unter uns herrscht keine Konkurrenz“, sagt er mit Blick auf Tina Gramsch. „Wir erfreuen uns gegenseitig an der Performance des anderen.“ Der 29-jährige Physiotherapeut würde gut auch als Kuschelbär durchgehen. Abseits der Bühne ist er ruhig, fast in sich gekehrt. „Als ich ihn kennengelernt habe, hätte ich ihm den Snowy nie zugetraut“, sagt seine Freundin Lydia Köhler, die ebenfalls zur Snowy-Familie gehört. Doch Tommy Bensch hat es allen gezeigt. Er hat dem Schneemann einen eigenen Stempel aufgedrückt. Die Kinder mochten das. Nach den Shows im vergangenen Jahr musste er stets eine kleine Ewigkeit Autogramme geben und jeder Fan hatte bei ihm das Gefühl, der wichtigste zu sein.

Auch Tommy Bensch kam eher zufällig zu der Rolle des Schneemanns. Er führt das vor allem auf seine Tanzausbildung in Frankfurt zurück, wo er zeitweilig lebte. „Die haben mich beim Casting tanzen gesehen und dann meinten sie, ich solle Snowy spielen.“ Der Physiotherapeut, der in Groß Lindow groß geworden ist und nach dem Abitur zunächst einmal Vermessungstechniker gelernt hat, nahm die Herausforderung an. Mit dem Snowy-Fieber hatte ihn seine Freundin, wegen der er nach Cottbus gezogen ist, eh schon angesteckt. Die beiden haben daheim sogar ein Regal nur für Schneemann-Utensilien. Und so stellte sich dieses Jahr gar nicht die Frage, ob er wieder Herzen zum Schmelzen bringen möchte. Für die Aufführungen hat Tommy Bensch  extra Urlaub genommen. „Ich habe da einen tollen Arbeitgeber, denn eigentlich herrscht bei uns Urlaubsstopp.“ Aber wer kann schon Nein sagen, wenn es darum geht, Weihnachten zu retten?

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