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Video-Casting
Snowy in Eisenhüttenstadt sucht Familienzuwachs

Janet Neiser / 12.05.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 12.05.2020, 06:15
Eisenhüttenstadt (MOZ) Es ist eine Premiere vor der Premiere. Erstmals in der Geschichte des beliebten Eisenhüttenstädter Familienmusicals "Snowy" wird es kein Casting auf der Bühne vor der Jury geben. Stattdessen läuft die Bewerbung aufgrund der Corona-Pandemie nur online. Allanah Titzki(19), die für die Musik zuständig ist und als Regieassistentin wirkt, hat darüber mit der MOZ gesprochen.

Frau Titzki, alles ist etwas anders in diesem Jahr. Wie läuft das mit dem Casting für das Musical genau?

Es ist ähnlich wie das Casting, das im Friedrich-Wolf-Theater stattgefunden hat. Da achten wir ja immer auf den Gesang sowie auf das schauspielerische und tänzerische Talent. Die Teilnehmer mussten ein Lied singen und ein Gedicht aufsagen. Danach haben der Regisseur und die Choreografin ein paar Bewegungsübungen mit ihnen gemacht. Das alles müssen die Bewerber in diesem Jahr allein machen und uns ein Video davon an unsere extra E-Mail-Adresse schicken. Wir, also die Jury aus Regisseur, Choreografin und mir, schauen uns das alles an und legen die Besetzung fest.

Wie lang sollte so ein Video sein? Was ist sinnvoll, was ist zu lang?

Zwei, drei Minuten reichen vom Prinzip schon. Es muss ja kein ganzes Lied sein. Eine Strophe und der Refrain sind genug. Und beim Gedicht muss niemand Schillers "Glocke" vortragen.

Welche Lieder, Genres und Gedichte sind für so ein Casting geeignet? Sollten es beispielsweise eher deutschsprachige Songs sein?

Also vom Genre ist unsere Entscheidung nicht abhängig. Aber Sprechgesang bringt uns beispielsweise nicht so viel, wenn es darum geht, zu schauen, ob jemand die Melodie halten kann. Es sollte ein Lied sein, in dem durchgängig gesungen wird. Deutschsprachig wäre natürlich am schönsten, denn dann hören wir gleich, wie die Aussprache ist.  Was das Gedicht angeht, ist es wichtig, ordentlich zu sprechen. Wir wollen sehen, ob sich jemand Texte merken kann und ob schauspielerisches Talent da ist. Mimik und Gestik sind also wichtig.

Wie sieht das mit dem Tanzen aus?

Das ist kein Muss. Wer möchte, kann gern etwas mitschicken. Aber grundsätzlich hat unsere Choreografin gesagt, dass sie das alles mit jedem hinbekommen wird. Es ist kein Pflichtkriterium bei der Bewerbung in diesem Jahr.

Apropos Kriterium, wie alt müssen die Bewerber mindestens sein?

Grundsätzlich kann man sich bewerben, wenn man acht Jahre alt ist und nach oben hin ist alles offen.

Wie läuft das mit der Genehmigung der Eltern?

Normalerweise wird beim Casting gleich alles direkt unterschrieben, sodass wir auch alle Kontaktdaten haben. Das geht nun diesmal nicht. Das müssen wir alles digital regeln.

Wie viele Rollen werden in diesem Jahr besetzt?

Es sind 15 Rollen und wir haben noch das Ensemble.

Es wird auch wieder ein Snowy-Darsteller gesucht. Im vergangenen Jahr gab es nur einen, was riskant ist, weil eine Person immer mal ausfallen kann. Und auch die beliebte Rolle des Schneesternchens muss neu besetzt werden, richtig?

Genau. Wir haben auch schon ein paar Bewerbungen bekommen und da sind ganz vielversprechende dabei. Wir können aber immer Leute gebrauchen. Also, bitte nicht davon abschrecken lassen, dass es bereits Bewerbungen gegeben hat! Zumal die Entscheidung über die Besetzung erst an diesem Sonntag fallen wird. Wir brauchen übrigens auch Darsteller für unsere Roboterfiguren.

Sind denn auch wieder Bewerbungen von ehemaligen Darstellern dabei? Oder haben die einen Freifahrtschein?

Darsteller, die schon mal dabei waren – vor allem die vom vergangenen Jahr –, von denen benötigen wir kein Video. Denn die haben wir ja live gesehen. Wir wissen also, was sie bereits können. Die brauchten sich demnach nur bei uns melden und signalisieren, dass sie gern wieder mitmachen wollen.

Und gab es Rückmeldungen aus der Snowy-Familie?

Ja, und zwar tatsächlich zahlreich.

Wann ist Bewerbungsschluss?

Am 17. Mai. Bis Sonntagmittag nehmen wir Bewerbungen an.

Und dann sitzt die Jury am Sonntag zusammen und trifft die finale Entscheidung?

Na ja, wir sitzen nicht persönlich zusammen, auch das geht ja aufgrund der Pandemie nicht. Das läuft alles über eine Telefonkonferenz. Und die wird am Sonntagnachmittag stattfinden.

Sind denn der Regisseur und die Choreografin der vergangenen Jahre wieder mit im Boot?

Ja, Fabian Bothe ist erfreulicherweise wieder für die Regie verantwortlich und auch auf unsere Choreografin Anna Lena Feldmann müssen wir glücklicherweise nicht verzichten.

Wird "Snowy" in diesem Jahr trotz Corona stattfinden?

Wir brauchen die Möglichkeit, im September mit den Proben anzufangen und wir brauchen ein geöffnetes Theater. Nur dann kann "Snowy" stattfinden. Wir sind da zuversichtlich.

Video-Bewerbungen bis 17. Mai (Mittag) gehen per E-Mail an: casting@Snowy-musical.de

Die Snowy-Geschichte

Die Geschichte von Schneemann Snowy reicht bis in das Jahr 1997 zurück. Gestartet mit einer Idee von Jörg Dagenbach nahm eine erstaunliche Entwicklung ihren Lauf. Mit dem ersten Abenteuer "Das vertauschte Fest" fing alles an. Seitdem ist viel passiert auf und hinter der Bühne sowie rund um den Schneemann und seine Freunde. Der liebenswert trottelige Schneemann erlebt jedes Jahr ein neues Abenteuer mit viel Musik, Feuerwerk und jeder Menge Applaus.

Auch 2020 soll es eine komplett neue Geschichte geben. Die Regie lag von 2013 bis 2016 in den Händen von Julia Riedel und Axel Titzki, die auch gemeinsam die Bühnenfassung erarbeiteten. Julia Riedel löste Kerstin Hämmerling in der Regiearbeit ab. Musik und Liedtexte (seit 1997) stammten bis 2017 ausschließlich aus der Feder von Axel Titzki (1968-2017). Als dieser starb, stellte sich der Kopf des Musicals neu auf. Denn Schneemann Snowy sollte weiterleben. Fabian Bothe ist als Regisseur Mitglied des neuen Teams. Allanah Titzki sorgt für die Musik und ist Regieassistentin. Choreografin ist Anna Lena Feldmann, für die Bücher ist Andrea Titzki verantwortlich. "Schneemann Snowy" ist neben der Tanzwoche die einzige Eigenproduktion des Friedrich-Wolf-Theaters Eisenhüttenstadt. red

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