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Unwetter tobt über Brandenburg - Blitze eingeschlagen

Eine Gewitterzelle zieht in der Nacht über ein Feld nahe Hasenfelde bei Fürstenwalde.
Eine Gewitterzelle zieht in der Nacht über ein Feld nahe Hasenfelde bei Fürstenwalde. © Foto: dpa
21.06.2013, 18:48 Uhr - Aktualisiert 21.06.2013, 19:51
Potsdam (dpa/MOZ) Ein schweres Gewitter hat in der Nacht zu Freitag über Brandenburg und Berlin gewütet und vielerorts zu großen Schäden geführt. Die Bilanz: Brände, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, eine entgleiste S-Bahn und eine zerstörte Oberleitung auf der Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder).Auf die große Hitze am Donnerstag folgten in den Abendstunden schwere Gewitter mit Blitz und Donner, starkem Regen und heftigen Sturmböen. Verletzt wurde niemand, teilte die Polizei mit. Doch bei den Einsatzkräften herrschte Ausnahmezustand. Feuerwehr und Polizei registrierten Hunderte Einsätze.

Blitz in Bernau bei Berlin
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In Brandenburg war besonders der Nordwesten betroffen. In Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) schlug ein Blitz in ein reetgedecktes Haus ein. Als die Polizei eintraf, brannten beide Dachstühle des Doppelhauses. Die Bewohner – eine 28-jährige Frau und ihre fünf Jahre alte Tochter sowie eine 54-jährige Frau – hatten die Häuser bereits verlassen. Der Feuerwehreinsatz dauerte bis zum Morgen. Beide Häuser sind nicht mehr bewohnbar, teilte die Polizei am Freitag mit.

Ein Blitzeinschlag ist vermutlich auch der Grund für einen Schuppen-Brand in Blumenthal, einen Scheunenbrand in Wittstock (beide Ostprignitz-Ruppin) und einen Dachstuhlbrand in Oranienburg (Oberhavel). Auch rund um Perleberg (Prignitz) hinterließ das Unwetter seine Spuren: Mehrere Bäume fielen auf Straßen.

Glimpflich davon kamen rund 560 Teilnehmer eines Ausbildungslagers der Jugendfeuerwehr in Paaren im Glien (Havelland). Die Jugendlichen und ihre Betreuer mussten auf Notbetten in einer benachbarten Mehrzweckhalle übernachten, sagte der Organisator und Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbands, Michael Schmidt. In ihren Zelten habe das Wasser knöchelhoch gestanden.Wie vielerorts hatte auch die Freiwillige Feuerwehr von Altlandsberg (Märkisch-Oderland) stundenlang alle Fahrzeuge im Einsatz. „Ein einziges Chaos“, umschrieb Stadtwehrführer Sebastian Nestroy die zahlreichen umgestürzten Bäume und abgeknickten Äste.

Auf der Landstraße L 443 zwischen Kossenblatt und Giesendorf im Landkreis Oder-Spree stürzte ein Baum beinahe auf ein vorbeifahrendes Auto. Die beiden Insassen kamen mit dem Schrecken davon, das Auto wurde beschädigt. Im nahe gelegenen Glienicke stürzte ein Baum in ein Haus an der B 246. Ebenfalls in Oder-Spree wurden Überlandleitungen zerstört, weshalb viele der

200 Einwohner von Briescht bis Freitagnachmittag ohne Strom waren. Auf der Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) war noch am Freitag der Zugverkehr beeinträchtigt, weil nahe dem Bahnhof Hangelsberg eine Oberleitung durch umgestürzte Bäume beschädigt worden war. Die Strecke zwischen Fangschleuse und Hangelsberg konnte nur eingleisig befahren werden. Bis zum frühen Abend sollten die Schäden laut Bahn behoben sein.

Das schwere Gewitter hat auch die Berliner Rettungskräfte auf Trab gehalten. Die Feuerwehr musste vollgelaufene Keller auspumpen und umgestürzte Bäume wegschaffen. In Zehlendorf rammte am späten Donnerstagabend eine S-Bahn einen umgestürzten Baum und entgleiste. Keiner der rund 250 Fahrgäste wurde bei dem Unfall verletzt. Feuerwehrleute zerrten den Baum von den Schienen. Ein mobiler Einsatzwagen der Bahn gleiste die S-Bahn wieder ein, sodass die Strecke gegen 2 Uhr am Morgen wieder frei war. Auch auf anderen S-Bahnstrecken blockierten umgestürzte Bäume die Gleise. Alle Störungen hatten sich aber noch in der Nacht zum Freitag wieder erledigt.

 

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