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Investitionspläne
Solarparks werden zum Politikum

Der geplante Solarpark ist umstritten.
Der geplante Solarpark ist umstritten. © Foto: MOZ
Marco Winkler / 15.05.2019, 19:15 Uhr
Sommerfeld (MOZ) Naturschutz versus Energiewende? Pläne für Photovoltaik-Anlagen – drei Hektar in Flatow, zwölf in Sommerfeld – sorgen in Kremmen für eine rege Debatte. Der Landschaftsförderverein (LFV) Oberes Rhinluch lehnt diese, wie berichtet, ab. Abgeordnete äußern Bedenken.

Hartmut Rakow, Mitglied im LFV und im Kremmener Umweltbeirat, wies im Bauausschuss darauf hin, dass die Stadt ein Konzept brauche. Ziel: Solarparkflächen außerhalb von Naturschutzzonen ausweisen. Unterstützer fand er mit Eckhard Koop (parteilos) und Arthur Förster (UWG/LGU). Reiner Tietz (Linke) machte deutlich: "Die Stadt hat keine Flächen an der Autobahn oder Bahnstrecke, die geeignet wären." Genau dort werden Solarparks vorrangig gebaut. "Wir können Investoren so eine Liste anbieten, aber wir sollten nicht die Entwicklung von erneuerbaren Energien aufhalten", so Tietz.

Vertreter der Hamburger Enerparc AG stellten das für Sommerfeld geplante Projekt vor. Die Anlage entlang der Bahntrasse soll im Herbst 2020 ans Netz gehen. "Wir pachten die Fläche von privaten Eigentümern", sagte Hendrik Schramm von Enerparc. "Die Grundstücksverträge werden gerade endverhandelt."

Kritisierte der LFV, dass durch den Solarpark "wertvoller Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsraum für Tiere zerstört" werde, sagt Schramm: "Unter den Modulen holt sich die Natur ihre Fläche zurück. Wir müssen mit der Unteren Naturschutzbehörde klären, wie wir der Situation gerecht werden." Auch mit der Bahn müsse man sich wegen des bisher nur angedachten Streckenausbaus verständigen.

Doch es geht nicht nur um den Naturschutz. Es geht zudem ums Geld. Tietz fordert eine vertragliche Zusicherung, dass Kremmen von der Anlage profitiert. "Wir brauchen erneuerbare Energien, aber es muss etwas für uns rausspringen", sagte er. Die Absichtserklärung, dass nach sieben bis acht Jahren die ersten Gewerbesteuereinnahmen zu 70 Prozent in die Gemeindekasse fließen könnten, reiche ihm nicht. "Kein ‚könnten’, da muss ein ‚werden’ stehen", so Tietz. Schramm bezeichnete solch bindende Aussagen als unseriös.

Laut Tietz könne der Investor Ideen unterbreiten, auf Skeptiker zugehen oder eine Solaranlage in der Schule errichten. Der Investor blieb sachlich: "Wir können uns keine politischen Entscheidungen erkaufen. Die Kommune hat während des B-Planverfahrens die Hoheit." Die neuen Abgeordneten entscheiden in der nächsten Legislaturperiode über den Solarpark in Sommerfeld.

"Das ist nicht die Welt und tut keinem weh"

Für den in Flatow geplanten Solarpark gab es am Dienstag im Bauausschuss keine Empfehlung. Gefordert wurde zunächst ein gesamtstädtisches Konzept über Standorte für solche Parks.

Flatows Ortsvorsteher Gert Dietrich (UWG/LGU) sieht das etwas anders. "In Flatow sind wir dafür. Es sind ein paar Hektar. Das ist nicht die Welt und tut keinem weh", sagte er.

Die Solarfaktor GmbH will an einem 110 Meter langen Areal nördlich der A 24 umweltfreundlichen Solarstrom erzeugen.⇥win

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Solarpark Gert Dietrich Landschaftsförderverein Hendrik Schramm Naturschutz

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