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Fleißig in die Sonne geblinzelt

Gut bebrillt: Zahlreiche Sonnengucker hatten sich am Freitagvormittag auf der Neuenhagener Rathaustreppe eingefunden, um das Naturschauspiel zu beobachten.
Gut bebrillt: Zahlreiche Sonnengucker hatten sich am Freitagvormittag auf der Neuenhagener Rathaustreppe eingefunden, um das Naturschauspiel zu beobachten. © Foto: MOZ Gerd Markert
Irina Voigt, Margrit Höfer und Detlef Klementz / 20.03.2015, 23:51 Uhr - Aktualisiert 23.03.2015, 15:04
Neuenhagen/Strausberg/Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Auch im Landkreis Märkisch-Oderland wurde am Freitag fleißig in die verdeckte Sonne geblinzelt. Wären die Spezialbrillen nicht Mangelware gewesen, hätten noch deutlich mehr Menschen die partielle Sonnenfinsternis beobachten können.

Mehr als 100 Sonnengucker hatten sich auf der Neuenhagener Rathaustreppe eingefunden. Olaf Hofschulz, Astronomielehrer am Einstein-Gymnasium, war mit seiner ganzen Astro-AG  gekommen. Sie haben Teleskope aufgebaut, durch die das Himmelsspektakel bestens zu beobachten ist. Friedrich Haase freut sich dass es "hier noch die Spezialbrillen gibt". Angela Schnabel, Vize-Bürgermeisterin in Hoppegarten, nutzt in Begleitung ihrer Tochter Julia einen freien Tag, um in den Himmel zu schauen. Jule, Pia und Julia aus der 8. Klasse des Gymnasiums haben Kuchen und Kaffee zum kleinen Preis parat. "Wir sammeln für eine Sternwarte", sagen sie.

Auch am Gymnasium selbst sind die Teleskope stets umlagert. "Wir haben es so organisiert, dass alle Klassen einen Blick auf die sich verdeckende Sonne werfen können", sagt Olaf Hofschulz. Nur die Elfer hätten Pech, sie sitzen derweil in einer Klausur. Der dritte öffentliche Himmelsbeobachtungspunkt befindet sich auf dem Parkplatz  vor der Sparkasse in Hoppegarten. "Wir haben von der Sparkasse eine Spende bekommen, so dass wir viele Brillen besorgen konnten", sagt Hofschulz.

Ansonsten sind die Sofi-Brillen Mangelware. Wer z. B. in Strausberg kurzfristig bei Wolff-Optik oder Fielmann eine kaufen wollte, hatte Pech. "Seit Tagen ausverkauft", heißt es dort. Die Fielmann-Filiale habe ein Paket mit Brillen zurückschicken müssen, "da die Fielmann-Normen unterschritten waren", ist zu hören. Optikermeister Thomas Frenzel hat einige Exemplare zurückgehalten. Er verleiht sie an Interessierte, die das Himmelsschauspiel vor seinem Brillenstudio verfolgen. Einige Meter entfernt stehen zwei junge Frauen mit dem Rücken zur Sonne und beobachten über die eingeschaltete Frontkamera die Sonne indirekt. "So soll es ja sicher sein", sagt eine von ihnen.

Zur ihrer eigenen Sicherheit dürfen in einigen Grundschulen, so in Müncheberg und Fredersdorf-Vogelsdorf, die Schüler in den Pausen nicht auf den Hof. Anders in der Grundschule Am Wäldchen in Strausberg. Wie überall sind auch hier die Schüler belehrt worden. Die Schule habe schon vor geraumer Zeit drei Klassensätze Sofi-Brillen angeschafft, berichtet Leiterin Kerstin Pukrop. Diese haben die Schüler am Freitag dann untereinander getauscht.

An der Oberschule Fredersdorf hat die Naturklasse 10 b ihre Mitschüler auf das Naturschauspiel vorbereitet. Auf dem Schulhof steht ein mit Schutzvorrichtungen versehenes Teleskop, durch das Schüler und Lehrer das Spektakel beschauen können. Entsprechende Technik steht auch im Planetarium des Fontane-Gymnasiums Strausberg bereit. Die Astronomielehrer Jutta Patzig und Ralf Böhlemann sind dort sachkundige Ansprechpartner für die Schüler.

Sachkundig antwortet auch Hobbyastronom Peter Eichelkraut in seiner kleinen Sternwarte im Garzauer Ortsteil Liebenhof auf die Fragen der gut 20 Besucher. Auch Experten der TU Berlin sind gekommen, um das Spektakel zu beobachten. Die Technische Universität unterhält seit zehn Jahren dort eine eigene Station, berichtet Eichelkraut.

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