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Eine Lücke herrscht für Radfahrer zwischen dem Eisenhüttenstädter Ortsteil Diehlo und Kobbeln. Doch der Kampf der Bewohner geht weiter.

Bürgerwunsch
Der vergessene Radweg

Janet Neiser / 27.04.2019, 12:15 Uhr - Aktualisiert 27.04.2019, 13:09
Eisenhüttenstadt (MOZ) Mit einem guten Gefühl tritt zwischen dem Eisenhüttenstädter Ortsteil Diehlo und Möbiskruge niemand gern in die Pedale. Solange die Landstraße frei ist, ist alles gut, doch sobald ein Motorgeräusch naht, dürften Radfahrer beklemmende Gefühle bekommen. Der Grund? Auf dem knapp 1,5 Kilometer langen Stück gibt es keinen Radweg. Die Straße ist schmal und in einem – nennen wir es – verbesserungswürdigen Zustand. Nicht umsonst warnt an beiden Ortsausgängen ein Schild mit "Straßenschäden". 80.km/h gelten trotzdem und manch einer tritt etwas mehr auf die Tube. Überholen trotz Überholverbot? Auch das kommt vor. Und die Straße ist ziemlich befahren. Mopeds, Pkw, Linienbusse, Lastkraftwagen und Traktoren – all das brauste am Freitag kurz vor dem Mittag über den Asphalt. Radfahrer? Bis auf einen Fehlanzeige.

"Da traut sich doch keiner aufs Rad", sagt Ina Schubel. "Ich selbst vermeide das auch." Dabei würde die Friseurmeisterin öfter mal das Fahrrad nutzen. Sie hat ihr Geschäft in Diehlo, wohnt aber in Kobbeln. "Auch meine Tochter hat gesagt, sie würde gern mal mit ihrem Kind aufs Rad steigen und die Oma besuchen. Aber diese Strecke? Nie." Zu gefährlich. Was Ina Schubel nicht versteht: Von Diehlo nach Eisenhüttenstadt gibt es einen Radweg, und auch von Möbiskruge Richtung Kobbeln – entlang der L43. Warum also gibt es auf dem Teilstück dazwischen keinen?

Neue Unterschriftenliste geplant

"Wir reden schon seit mindestens fünf Jahren darüber", erklärt Edeltraud Will, Ortsvorsteherin in Möbiskruge. Immer wieder habe es Gespräche gegeben. "2016 haben wir der damaligen Eisenhüttenstädter Bürgermeisterin sogar eine Unterschriftenliste mit 1056 Namen aus Diehlo und Möbiskruge übergeben, die sich für den Radweg aussprechen." Dann sei das offenbar alles wieder im märkischen Sand verlaufen.

Zeit, mal wieder im Rathaus Eisenhüttenstadt, bei der Amtsverwaltung Neuzelle und dem Landesbetrieb Straßenwesen nachzufragen. Aus dem Rathaus heißt es dazu: "Die Stadt Eisenhüttenstadt wie auch das Amt Neuzelle fordern seit Jahren den Neubau des besagten Radweges zwischen dem Ortsteil Diehlo und der Gemeinde Möbiskruge als sogenannten Lückenschluss", erklärt Michael Reichl, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Mit Unterstützung der Kreisverwaltung hätten Stadt und Amt einen Antrag um die Aufnahme in einen landesweit geführten Bedarfsplan zur Errichtung des Radweges gestellt. "Leider fand dieser Antrag keinen Eingang in die genannte Liste", informiert Michael Reichl.

Der Landesbetrieb Straßenwesen bestätigte dies am Freitag: "Der benannte Radweg steht nicht auf der Bedarfsliste und es laufen dazu auch keine Aktivitäten." Neuzelles Amtsdirektor Hans-Georg Köhler hat dies auch erst im ersten Quartal dieses Jahres erfahren – allerdings bislang nur inoffiziell, wie er sagt. "Im Rahmen der Schulwegsicherung – viele Kinder aus dem Amtsbereich nutzten ja weiterführende Schulen in Eisenhüttenstadt – und auch aus touristischer Sicht ist dieser Radweg für uns wichtig", betont Köhler.

Im Rathaus hat man gehört, dass der Radweg nicht auf die Bedarfsliste gekommen sei, weil das Land derzeit am Linienbestimmungsverfahren und damit auch dann an der weiteren Planung für den Neubau der Ortsumgehung Eisenhüttenstadt – Neuzelle arbeite. Sollte es die irgendwann einmal geben, rechne man  perspektivisch mit einer geringeren Verkehrsbelastung auf der L 43.

Für Ina Schubel ist das kein Grund. Sie hat sich nun an den Kreistag gewandt und überlegt, eine neue Unterschriftenaktion zu starten.

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Patrick Maziul 12.05.2019 - 02:27:02

Aufwachen...

..hier darf gerne mehr gemacht werden. Beispiel Radweg von Schöneiche nach Rüdersdorf ja der wurde gebaut stand ganz unten auf besagter Liste. Und Fahrraddemos helfen da, macht das gerne nach. Radaktive Grüße.

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