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Direktkandidaten von sechs Parteien stellten ihre Gedanken zu brisanten Themen vor. Bürger verfolgten die Liveübertragung und stellten Fragen.

Wahlforum
"Was halten Sie vom Wolf?

Beim MOZ-Wahlforum kam Redakteur Olaf Gardt mit sechs Landtagskandidaten ins Gespräch. Ausgehend vom Thema Wolf ging es um Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft.
Beim MOZ-Wahlforum kam Redakteur Olaf Gardt mit sechs Landtagskandidaten ins Gespräch. Ausgehend vom Thema Wolf ging es um Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 21.08.2019, 20:56 Uhr - Aktualisiert 21.08.2019, 22:22
Beeskow (MOZ) Vertreter von sechs Parteien, die am 1. September zur Landtagswahl antreten, stellten sich am Mittwoch den Frage, die beim MOZ-Wahlforum gestellt wurden.

Anwesend waren Marco Genschmar von der SPD, Andreas Gliese von der CDU, Isabell Hiekel von B90/Die Grünen, Kathleen Muxel von der AfD, Thoralf Schapke von BVB/Freie Wähler sowie Stefan Wende von den Linken. Verhindert war ein Vertreter der FDP. Katharina Ennullat, Einzelkandidatin im Wahlkreis 27, hatte abgesagt.

Nach einer kurzen Einführung in die aktuelle Ausstellung der Burg Beeskow, "Stadt Land Fluss", durch Kulturamtsleiter Arnold Bischinger nahm MOZ-Regionalleiter Olaf Gardt das Gesprächszepter in die Hand. Übertragen wurde die Runde live per Facebook. Die Bürger konnten sich interaktiv beteiligen, indem sie Fragen online stellten.

Der Wolf stand beim MOZ-Wahlforum dominierend im Raum. Und zwar wortwörtlich, schließlich ist einer der letzten, zu DDR-Zeiten geschossenen Exemplare, in ausgestopfter Form Bestandteil der Aktuellen Burg-Ausstellung.

War der Wolf bereits vor mehr als 30 Jahren ein Exponat wert, so beschäftigt das Wildtier heute wieder stark die öffentliche Debatte. Im MOZ-Wahlforum herrschte allerdings eine erstaunliche Ausgeglichenheit zu diesem Thema. Um es vorweg zu nehmen: Keiner der Kandidaten vertrat die Auffassung, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen, sprich, ihn regulär zu bejagen. Stattdessen gab es graduelle Meinungsverschiedenheiten.  Am deutlichsten "wolfskritisch" zeigte sich der SPD-Mann Genschmar mit seiner Forderung, die Wolfsbestände per Schutzjagd auf ein einvernehmliches Level einzuhegen: Dementgegen plädierte Isabell Hiekel von den Grünen dafür, die Rolle des Wolfs für die Erhaltung des ökologischen Artengleichgewichts im Wald stärker anzuerkennen. Der Wolf sei zurecht ein geschütztes Tier, "Entnahmen" soll es lediglich bei "Problemwölfen" geben, also bei Tieren, die wiederholt Schutzvorrichtungen, wie Weidezäune, überwinden. Schapke plädierte dafür, beim Wolfsmanagement die Förster mehr ins Boot zu holen.

Die Debatte verlagerte sich auf Anregung Stefan Wendes in Richtung Prävention. Dabei wurden von mehreren Diskussionsteilnehmern, darunter Kathleen Muxel und Isabell Hiekel, Herdenschutzhunde als wirksames Mittel gegen Wolfsangriffe genannt. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass die finanzielle Entschädigung von Tierhaltern nach nachgewiesenen Wolfsangriffen verbessert werden muss. Gliese: "Das geht zu lange und ist zu bürokratisch!" Die online eingereichte Frage von Facebook-Nutzer Oliver Müller, ob der Wolf als Spezies womöglich gewollt wieder eingeführt worden sei, verneinten die Diskussionsteilnehmer.  Die Spezies sei auf natürlichem Wege über Polen nach Brandenburg gekommen, stellte Isabell Hiekel unwidersprochen klar.

Lösung Herdenschutzhunde

Die Direktkandidaten debattierten auch zu den Themen Waldbrandschutz und Waldumbau und Forstreform. Genschmar, der als SPD-Mann die Arbeit der Landesregierung verteidigen musste, erinnerte daran, dass das Land in den letzten Jahren Millionen von Bäumen gepflanzt habe. Frau Muxel plädierte dafür, privaten Waldeigentümern Setzlinge kostenlos zu überlasen.

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