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Beim Polit-Talk am Schweizerhaus nimmt sich der Ministerpräsident Zeit für die Probleme und Fragen der Bürger. Vorher lobt er die Erfolge von Rot-Rot.

Schweizerhaus
Ministerpräsident besucht Seelow

Anstehen beim Ministerpräsidenten: Dietmar Woidke (l.) nimmt nach dem offiziellen Polit-Talk Fragen und Sorgen der Besucher entgegen, hier im Gespräch mit Uwe Köcher und Frank Friess aus Zeschdorf.
Anstehen beim Ministerpräsidenten: Dietmar Woidke (l.) nimmt nach dem offiziellen Polit-Talk Fragen und Sorgen der Besucher entgegen, hier im Gespräch mit Uwe Köcher und Frank Friess aus Zeschdorf. © Foto: Doris Steinkraus/MOZ
Doris Steinkraus / 29.08.2019, 07:00 Uhr
Seelow (MOZ) Der Ministerpräsident ist pünktlich. Parteifreundin Simona Koß hat ihn fünf Tage vor der Landtagswahl als Zugpferd eingeladen, um die Leute zu mobilisieren. Der Alt Rosenthaler Folklorechor Kariolle sorgt für die musikalische Einstimmung. Landrat Gernot Schmidt (SPD) erinnert daran, auf welch historischem Boden man sich treffe. Hugo Simon habe sich für eine demokratische Republik eingesetzt, in Seelow ein Mustergut geschaffen und später am eigenen Leib erfahren, wohin Rechtspopulismus führe. Er sei stolz, dass die Stadt das Risiko mitgetragen habe, das Areal zu erwerben und dass der Verein Schweizerhaus den Ort wiederbelebe. Zeigte doch schon Simon mit seinem Mustergut, wie die Ernährung der Menschen bei einem schonenden Umgang mit Ressourcen gesichert werden kann.

Vorreiter bei Retterprämie

Simona Koß bekennt zu Beginn der Talk-Runde, dass nicht alles geglückt sei, aber vieles auf den Weg gebracht wurde, wie der erste Schritt der Kita-Beitragsfreiheit oder die angekurbelte Lehrerausbildung. Woidke zählt weiteres auf. Brandenburg sei das einzige Flächenbundesland mit Zuzug. "Unser Land entwickelt sich dynamisch", sagt er. "Wir haben begonnen, den Bahnverkehr auszubauen, den Breitbandausbau auf den Weg gebracht und als erstes Bundesland die Retterprämie für Tausende Ehrenamtliche in Feuerwehren, DLRG, Katastrophenschutzeinheiten, DRK und THW eingeführt. Wir wissen, dass wir besser und schneller werden müssen." Zum Thema Ostbahn versichert er, dass sich Brandenburg beim Bund für den Ausbau einsetzen werde. Auf 8500 Stellen (derzeit 8200) werde man die Polizei aufstocken. Die Erfolge des neu eingeführten Medizinstipendiums – 100 Stipendiaten pro Jahr – würden bald greifen. Denn wer ein Stipendium (bis zu 1000 Euro) erhält, muss sich verpflichten, nach dem Studium fünf Jahre dorthin zu gehen, wo Ärzte gebraucht werden, also vor allem in den ländlichen Raum. Woidke erinnert an die Verantwortung aller Deutschen gegenüber der eigenen Geschichte, spricht vom Wunder der guten Beziehungen zu Polen und bekennt sich klar zum Dialog mit Russland. Eine CO2-Steuer lehnt er, will dafür in ÖPNV und Bahn investieren. Der Erhalt aller 62 Krankenhäuser, auch des Seelowers, stehe für ihn außer Frage. 130 Millionen Euro schieße das Land jährlich für die Krankenhäuser zu, das solle so bleiben.

Problemkatalog aus Zeschdorf

Nach einer Stunde geht es vom Mikro-Tisch an den Rand, wo Woidke viel Detailfragen notiert, Antworten verspricht.  Zeschdorfs Bürgermeister Uwe Köcher und sein Bauausschussvorsitzender Frank Friess übergeben vier Problempunkte: Die Arztpraxis in Hohenjesar müsse wieder in Vollzeit besetzt werden, die Feuerwehr brauche ein neues Fahrzeug (der TLF ist Baujahr 1979) und die Grundschule einen Anbau. Es sei zudem ein Landesfonds nötig, um die vielen Bäume, die durch die Trockenheit absterben, fällen und ersetzen zu können. Burkhard Baier aus Neuentempel fordert Handeln seitens des Landes mit Blick auf die neue Oderbrücke, die einen Dauerverkehr auf der B1 bescheren wird. Uwe Hädicke ringt Woidke die Zusicherung ab, dass er einen Brief ans Bundesministerium schicken wird, der nötig ist, um den Instrumentenanflug in Neuhardenberg genehmigt zu bekommen. Bei Grillwurst und Bier wird derweil an den Tischen eifrig politisiert.

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Norbert Wesenberg 30.08.2019 - 09:18:54

Das Bild spricht Bände

Bürgermeister und Gemeindevertreter auf Bittstellertour beim Ministerpräsidenten.

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