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Landtagswahl
Elske Hildebrandt gewinnt in Strausberg

Verlierer und Gewinnerin: Gregor Weiß (Die Linke) und Elske Hildebrandt (SPD)
Verlierer und Gewinnerin: Gregor Weiß (Die Linke) und Elske Hildebrandt (SPD) © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 01.09.2019, 20:59 Uhr - Aktualisiert 02.09.2019, 11:06
Strausberg (MOZ) Die SPD-Kandidatin Elske Hildebrandt hat im Wahlkreis 32 (Strausberg/Rüdersdorf/Petershagen-Eggersdorf) die Landtagswahl mit leichtem Vorsprung vor dem AFD-Kandidaten Erik Pardeik gewonnen. Die Tochter der SPD-Legende und ehemaligen Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt hat damit den Erfolg eines beharrlichen Wahlkampfes eingefahren. Ebenfalls für die Sozialdemokraten hat Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger den Wahlkreis 31 (Hoppegarten/Neuenhagen/Erkner/Schöneiche/Woltersdorf) gegen die AFD verteidigt. An die Alternative für Deutschland fielen hingegen die Wahlkreise 33 (Altlandsberg/Bad Freienwalde/Fredersdorf-Vogelsdorf/Wriezen und Ämter Falkenberg-Höhe und Barnim-Oderbruch) und 34 (Müncheberg/Märkische Schweiz und das Oderbruch). Dort errangen Lars Günther und Franz-Josef Wiese das Direktmandat (Stand 21 Uhr).

Elske Hildebrandt hat einen ambitionierten Wahlkampf in der traditionellen Linken-Hochburg Strausberg und Umgebung geführt. Sie putzte Klinken in Petershagen-Eggersdorf, holte Ministerpräsident Dietmar Woidke nach Rüdersdorf, seinen Vorgänger Matthias Platzeck und den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert nach Strausberg. Elske Hildebrandt zeigte keine Berührungsängste mit den Linken. Mit deren Spitzenkandidaten Gregor Weiß demonstrierte sie gemeinsam für den Erhalt des Kulturparks Strausberg, sie zeigte Flagge auf dem Kindertagsfest im Sport- und Erholungspark und noch am Sonnabend auf dem Friedensfest der Linken.

Eigene Akzente setzen

Elske Hildebrandt verbrachte den Abend des Wahltages in ihrer Familie in Woltersdorf. Die sei keinesfalls einheitlich sozialdemokratisch, betonte sie auf Nachfrage, sondern recht offen. "Ich bin erst einmal sehr erleichtert darüber, dass die SPD auf Landesebene stärkste Kraft geblieben ist", sagte sie am späten Sonntagabend, als sie sich ihres Direktmandats sicher sein konnte, "ich habe, ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet." Ihr sei bewusst, dass viele, die diesmal SPD gewählt hätten, dies vor allem taten, um sie gegenüber der AFD zu stärken. Diese Wähler wolle sie durch engagierte sozialdemokratische Landespolitik an die Partei binden: "Als Quereinsteigerin möchte ich aber auch eigene Akzente im Landtag setzen."

In Bad Freienwalde erlebte der AFD-Kreisvorsitzende Lars Günther seinen Wahlsieg mit Gänsehaut, wie er berichtete: "Praktisch aus dem Stand ein Landtagsdirektmandat zu erringen, das erfüllt mich mit Demut", bekannte er. Er dankte seinem Wahlkampfteam, das von früh bis spät mit ihm unterwegs war, und bekräftigte, dass er das, was er im Wahlkampf versprochen habe und wofür die AFD stehe, zu hundert Prozent umsetzen werde.

Wenig Grund zum Jubeln

Für die Linken in der Kreisgeschäftsstelle in Strausberg war wenig Grund zu Jubeln. Spitzenkandidat Gregor Weiß sagte: "Wenigstens hat bei uns nicht die AFD triumphiert." Angesichts des Landestrends habe er ein respektables Ergebnis eingefahren, sei aber natürlich auch enttäuscht. Im Wahlkampf habe er aber gemerkt, dass sich die Sozialdemokraten, Bündnisgrünen und Linken im Wahlkreis in vielen inhaltlichen Fragen einig seien und gut miteinander könnten.

Bei den Bürgermeisterwahlen in Rüdersdorf hat die parteilose Sabine Löser klar gewonnen. In Hoppegarten gibt es eine Stichwahl zwischen Sven Siebert (parteilos/40 Prozent) und Karsten Knobbe (Die Linke/32,7 Prozent).

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