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Neu im Landtag
Nicole Walter-Mundt will Abgeordnete für ganz Oberhavel sein

Sind nach dem gemeinsamen Wahlkampf bereits ein eingespieltes Team: die Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (42) und ihr neuer Büroleiter, der Stadtverordnete Christian Howe (31)
Sind nach dem gemeinsamen Wahlkampf bereits ein eingespieltes Team: die Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (42) und ihr neuer Büroleiter, der Stadtverordnete Christian Howe (31) © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 10.01.2020, 16:06 Uhr
Oranienburg (MOZ) Ihre erste Landtagsrede hat Nicole Walter-Mundt schon gehalten. Die anfängliche Aufregung ist fast verschwunden. "Gänsehaut habe ich aber immer noch, wenn ich in den Landtag gehe", sagt die 42-jährige CDU-Politikerin, die jetzt endlich auch ihr Büro gefunden hat, von dem aus sie ihren Wahlkreis betreuen will. In der zweiten Etage in der Bernauer Straße 16 blickt der Landtagsneuling wie von einem Tower in die Einkaufsstraße und auf einige öde alte Hausfassaden. Besucher kommen aber mit dem Fahrstuhl barrierefrei in die 80 Quadratmeter große Büroetage.

"Mir war wichtig, eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger zu schaffen", sagt Nicole Walter-Mundt. Das stellte sich allerdings als schwierig heraus, weil geeignete Räume nur schwer zu finden waren. Die leerstehenden Ladenlokale der Woba waren ihr zu teuer, das von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft angenbotene Büro war zu klein, sagt Nicole Walter-Mundt. Jetzt aber kommen die Möbel in den Tower. Am 21. Februar ab 14 Uhr wird Eröffnung gefeiert.

Platz neben Ingo Senftleben

Geleitet wird das Büro vom CDU-Stadtverordneten Christian Howe. Der 31-jährige Kommunikationswissenschaftler, der bereits den Landtagswahlkampf seiner Chefin geführt hatte, war zuletzt in Berlin tätig. Jetzt empfängt er Besucher und bereitet die Landtagssitzungen mit vor.  Nicole Walter-Mundt ist verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur, im Petitionsausschuss und im Sonderausschuss für den BER. "Ich bin Optimistin", sagt sie mit Blick auf den geplanten Eröffnungstermin 31. Oktober.

Über Schallschutz für die Anwohner des künftigen Flughafens und über Windkraftanlagen sprach sie in ihren ersten beiden Reden im Landtag. Etwas aufgeregt verschluckte sie dabei manchmal einige Silben. Als ihr die Fraktion mitteilte, dass sie zu den Themen sprechen solle, habe sie noch gar nicht gewusst, wo ihr Platz im Parlament sein wird, berichtet Nicole Walter-Mundt. Nun sitzt sie nach alphabetischer Reihenfolge ganz hinten neben dem früheren Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben, mit dem sie sich schon im Wahlkampf gut verstand.

Senftleben hatte die örtliche CDU auch bei der Unterschriftensammlung für einen Zehn-Minuten-Takt bei der S1 unterstützt. Ihre Beharrlichkeit, mit der sie den besseren Takt auch in den Koalitionsvertrag brachte, habe ihr sicherlich auch zum Sprecherposten der Fraktion verholfen. Den Antrittsbesuch beim neuen Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) habe sie schon hinter sich. "Dabei ging es natürlich auch um die Wiederherstellung der Heidekrautbahn nach Liebenwalde und die Verlängerung der S25 nach Velten", sagt Nicole Walter-Mundt. Ihr sei bewusst, dass alle Schienenprojekte langwierige Prozesse seien. "Deshalb müssen wir immer wieder drüber reden." Das gelte auch für die Ortsumfahrung der B96 in Fürstenberg. Sie verstehe sich als Abgeordnete für ganz Oberhavel. Für die 22 000 Pendler, die täglich mit der Bahn zwischen Oranienburg und Berlin unterwegs sind, wolle sie erreichen, dass der neue Intercity auch mit den VBB-Fahrkarten nutzbar ist.

Viel zu tun

Die Aufgabenfülle für die neue Landtagsabgeordnete ist enorm, denn sie ist auch Mitglied des Kreistags und der Stadtverordnetenversammlung, Vorsitzende der Frauen Union und des CDU-Stadtverbandes. "Ich bin ein fleißiger Mensch und will meine Arbeit gut machen. Aber ich bin auch Realistin und werde im Sommer überprüfen, ob ich dem allen gerecht werden kann", sagt Nicole Walter-Mundt, die mit ihrem Mann Lorenz auch noch einen elf- und einen 13-jährigen Sohn großzieht. "Zum Glück kann ich mich auf eine tolle Familie und die Unterstützung meiner Eltern verlassen."

Nachgerückt

22,8 Prozent der Stimmen erreichte Nicole Walter-Mundt bei der Landtagswahl am 1. September 2019 im Wahlkreis 9 (Oranienburg, Leegebruch, Liebenwalde). Sie landete damit hinter Björn Lüttmann (SPD) und Andreas Galau (AfD) auf dem dritten Platz.

Listenplatz 16 reichte, um als Nachrückerin doch noch in den Landtag zu kommen. Denn Rainer Genilke gab sein Mandat ab, weil er Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung wurde. Ernannt wurde sie am 25. November.

Von Genilke erbte Nicole Walter-Mundt auch den Posten als verkehrspolitische Sprecherin in der CDU-Fraktion. ⇥kd

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