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SPD-Landtagsabgeordneter
Ärger um Mitarbeiterwechsel in Noacks Bürgerbüro

Andreas Noack bleibt Velten treu: Sein Bürgerbüro eröffnet der Landtagsabgeordnete am Markt der Ofenstadt.
Andreas Noack bleibt Velten treu: Sein Bürgerbüro eröffnet der Landtagsabgeordnete am Markt der Ofenstadt. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 08.04.2020, 11:27 Uhr - Aktualisiert 09.04.2020, 12:20
Velten (MOZ) Gut ein halbes Jahr nach den Landtagswahlen hat der Veltener SPD-Abgeordnete Andreas Noack für sein Bürgerbüro eine Heimat gefunden. Noch sind die Schaufenster der neuen Adresse Am Markt 5 verklebt. Doch ab Dienstag nach Ostern kann ein Blick in die Räumlichkeiten geworfen werden – allerdings nur durchs Fenster. "Bürger empfangen und ihnen einen Kaffee anbieten kann ich derzeit nicht", verweist der Politiker auf die Eindämmungsverordnung. Auch eine Party zur Eröffnung wird es vorerst nicht geben. Abgesehen davon, dass solch ein Menschenauflauf derzeit gar nicht erlaubt ist, hält Noack eine solche feierliche Eröffnung in diesen Wochen auch nicht für angebracht. "Fast alle um mich herum haben Probleme. Da warte ich auf einen besseren Zeitpunkt", meint der Veltener.

Mit dem Einzug ins neue Bürgerbüro hat Noack auch seine Mannschaft ausgetauscht. Vor Ort wird sich der frühere SPD-Stadtverordnete Steffen Barthels, der einst schon das Büro des früheren Hennigsdorfer Landtagsabgeordneten Thomas Günther (SPD) betreute, um die Bürgeranfragen kümmern. Außerdem wird ab 1. Mai Dana Bosse, die seit Oktober 2019 Teil der Doppelspitze des SPD-Ortsvereins Schwante/Oberkrämer ist, Noacks Landtagsteam verstärken. Die bisherige Mitarbeiterin Anja Kegel habe auf eine ihr angebotene Weiterbeschäftigung verzichtet. Sie habe ihre wöchentliche Arbeitszeit nicht aufstocken wollen, sagte Noack. Die beiden neuen Mitarbeiter würden mit ihrem Stundensatz nahe an eine Vollbeschäftigung kommen.

Die Betroffene hingegen schildert die Geschehnisse ganz anders: Sie habe mehr Wochenstunden arbeiten wollen, das aber sei ihr von Noack verwehrt worden. "Während unseres letzten Personalgesprächs am 6. März hat mir Herr Noack keine Aufstockung meiner bisherigen 32 Stunden angeboten, sondern eine Reduzierung auf 20 Stunden." Weil sie von dem dann auch gekürzten Gehalt nicht hätte leben können, habe sie das mit einer Schlechterstellung verbundene Angebot abgelehnt. "Es ist erschreckend, wie die SPD mit qualifizierten Mitarbeitern umgeht. Ich habe über sechs Jahre in dieser Position gearbeitet", teilt Kegel mit. Sie habe den Vorfall zum Anlass genommen, nach 14 Jahren ihre SPD-Parteimitgliedschaft aufzukündigen. "Ich fühle mich weder als Frau noch als Angestellte von der SPD vertreten oder aufgehoben", lautet ihre Erfahrung.

In den vergangenen Monaten hatte der Landtagsabgeordnete sein Bürgerbüro vorübergehend in Hennigsdorfs Blauem Wunder eingerichtet. Eigentlich wollte er damit auch dauerhaft in der größten Stadt seines Wahlkreises bleiben. Das sei aber daran gescheitert, zentrumsnah ein barrierefreies Ladenlokal zu finden.

Noacks Veltener Bürgerbüro ist ab sofort telefonisch unter 03304 522 4400 zu erreichen.

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Ralf H. Janetschek 09.04.2020 - 22:19:28

„Wer hat uns verraten? – Die Sozialdemokraten“

Die SPD streitet seit jeher mit sich selbst. Heute noch mehr als früher. Nach dem der – in weiten teilen der Bevölkerung – beliebte SPD-Kanzler Willy Brandt sein Amt abgab wurde der Konflikt zwischen dem linken und rechten Flügel immer großer. Gerhard Schröder war dann die Spitze des Eisbergs. Agenda 2010, die Hartz Gesetze sowie der völkerrechtswidrige Krieg im Kosovo brachte die SPD dann zu den wohlverdienten miserablen Wahlergebnissen. Heute die SPD - eine Partei, die keiner braucht.

Jörg Schönner 09.04.2020 - 17:56:37

Fremdschämen

Wenn das so stimmt,kann man sich für einen Landtagsabgeordneten nur schämen. Zum anderen ,wollte die SPD den Markt nicht aufwerten ?

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