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Wahl-Prognose
In Frankfurt legen SPD und CDU zu, AfD verliert und Linke stürzt ab

Erststimmentrend in Frankfurt (Oder)
Erststimmentrend in Frankfurt (Oder) © Foto: MMH/Jörn Sandner
Heinz Kannenberg / 15.04.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 16.04.2020, 14:31
Frankfurt (Oder) (MOZ) Laut Wahlkreisprognose.de überholt in Frankfurt die SPD die AfD, die CDU gewinnt deutlich und Die Linke stürzt ab.

Laut einer aktuellen Prognose des Umfrageinstituts Wahlkreisprognose.de legt bei den Erst- und Zweitstimmen die CDU in Frankfurt deutlich im Vergleich zu den Landtagswahlen im September 2019 zu. Die SPD setzt sich bei den Zweitstimmen erstmals seit 1999 wieder an die Spitze und überholt die rechtspopulistische AfD. Wilko Möller verteidigt demnach trotz leichter Verluste das Direktmandat, dicht gefolgt von der SPD und CDU – beide gleichauf. Größter Verlierer dieser Umfrage ist Die Linke. Erstmals seit 1990 kommt sie bei Erst- und Zweitstimmenergebnissen jeweils nur auf Platz vier. Die Grünen verlieren ebenfalls.

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Gewinner: Die SPD verbessert sich im Wahlkreis 35 bei den Zweitstimmen auf 24,5 Prozent (plus 1,2 Prozent) und bei den Erststimmen auf 22,5 Prozent (plus 6,3 Prozent). Damit erreicht die SPD  in Frankfurt wieder in etwa das Niveau von 2014. Mächtigen Zulauf erhält die CDU. Sie verbessert sich bei den Erststimmen auf 22,5 Prozent (plus 6,3) und den Zweitstimmen auf 21 Prozent (plus 6,1).

Das sind für die Frankfurter CDU bei Landtagswahlen die besten Ergebnisse seit 2004. Das Direktmandat würde laut dieser Trendprognose von Wahlkreisprognose.de Wilko Möller (AfD) mit 24,0 Prozent (minus 0,8) verteidigen. Bei den Zweitstimmen rutscht die AfD auf Platz zwei mit 23,5 Prozent (minus 1,0). Zu den Gewinnern zählt auch die Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler. Bei den Erststimmen legen sie auf 5 Prozent zu (plus 0,8) und bei den Zweitstimmen auf 4,0 Prozent (plus 0,7).

Linke verliert

Verlierer: Die Linke kommt bei den Erststimmen laut Umfrage des Berliner Instituts nur noch auf 19 Prozent (minus 3,1). Frank Hammer, Axel Henschke und René Wilke holten hier einst mit jeweils über 30 Prozent die Direktmandate für die PDS/Die Linke. Bei den Zweitstimmen rutscht Die Linke auf magere 13,5 Prozent. Damit verschlechtert Die Linke ihr historisch bisher schlechtestes Ergebnis seit 1990 nochmals um minus 4,0 Prozent.

Auch die Grünen verlieren nach dieser Prognose deutlich und kämen ein halbes Jahr nach der Landtagswahl bei den Erststimmen auf 4,5 Prozent (minus 3,2) und bei den Zweitstimmen auf 5,5 Prozent (minus 3,6).  Die FDP rutscht nochmals bei den Erststimmen auf 2,0 Prozent (minus 1,6) und bei den Zweitstimmen ebenfalls auf 2,0 Prozent (minus 1,8).

Bei der Trendprognose für die Zweitstimmen im Land sieht das Umfrageinstitut Wahlkreisprognose.de die SPD bei 28 Prozent (plus 1,8), vor der AfD 21 Prozent (minus 2,5) und der CDU 20,5 Prozent (plus 4,9). Die Linken und Grünen sind laut dieser Trendprognose mit jeweils 8 Prozent (beide minus 2,7 bzw. 2,8) nur noch einstellig. Die BVB/Freie Wähler liegt bei 6 Prozent (plus 1) und die FDP rutscht von 4,1 auf 3 Prozent. Auch bei den Direktmandaten würden SPD und CDU dazu gewinnen: Die SPD erhielte 30 (plus 5) und die CDU 7 (plus 5). Die AfD käme auf 5 (minus 10), Grüne und BVB/Freie Wähler jeweils eins.

In den teils geringen Zugewinnen und Verlusten spiegeln sich laut Meinungsforscher Valentin Blumert leichte Wählerverschiebungen von den Grünen zur CDU sowie SPD. Die CDU profitiert zudem von leichten Abwanderungen von der FDP und AfD. Die Linke verliert an die SPD. All diese Zahlen lassen sich nicht eins zu eins auf die Kommunalwahlen mit vielerlei örtlichen Besonderheiten übertragen, räumt Valentin Blumert ein. "Aber die Trends sind eindeutig: Die SPD und CDU sind im Aufwind, das Wählerinteresse an den Linken und Grünen geht aktuell mehr oder weniger zurück. Die AfD schwächelt leicht", betont er. Wenngleich die Datenerhebung zum Zeitpunkt der Corona-Krise stattfand, lässt er offen, welche Einflüsse sich daraus in den Zahlen niederschlagen.

Komplexes Prognose-Verfahren

Die Datenanalytiker des Instituts haben ihre Daten in der Woche vom 3. bis 8. April erhoben. Sie erstellen ihre Prognosen nach einem komplexen Verfahren, in dem eigene repräsentative Umfragen, die soziale Zusammensetzung von Stimm- und Wahlkreisen, die historische Entwicklung von Wahlergebnissen sowie die Dynamik der Veränderung – Wechsel-Wählerverhalten – über eine längere Zeit einfließen, erläutert Blumert. Für die Seriosität des Vorgehens sprechen nach eigenen Angaben die Ergebnisse. So lag das Institut bei der Prognose der Landtagswahl-Ergebnisse in Hamburg vorn – ebenso präzise wie die Forschungsgruppe Wahlen.

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Paul Müller 17.04.2020 - 21:15:40

Die rot/grüne Löschpraktikant ...

... hat wieder zugeschlagen :) Kritik am System bleibt unerwünscht ...

Dirk Mahnke 17.04.2020 - 19:29:16

@Wilko Möller

Ich habe heute Morgen noch Ihren Kommentar lesen können, bevor er durch das Löschkommando der MOZ entfernt wurde. Daumen hoch und weiter so! "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker."

Alexander Giesinger 15.04.2020 - 17:02:00

Links-Grüne Arroganz

Wo leben der Linke Oberbürgermeister und seine Beigeordneten? Mit 4,5 % der Zweitstimmen könnten die Grünen in Frankfurt(Oder) zur Zeit rechnen. Sie haben bereits die dem links-grünen Mainstream huldigende Milena Manns in der politischen Verwaltungsebene ohne jegliche Facherfahrung, Führungserfahrung durchsetzen können und schreien nach einem weiteren politischen Beigeordneten. Bei , zur Zeit 4,5%, Zweitstimmenanteil! Dies spricht wohl nur noch für Filz und Hochmut des OB und seiner Gefolgschaft. 24% dagegen würden AfD wählen. Dem OB wäre dringend zu empfehlen, dass er die AfD bittet eine integre, parteilose Person zur Wahl als Beigeordneten vorzuschlagen. Im übrigen sollte geprüft werden, ob diese zusätzliche Stelle überhaupt erforderlich. Würde der Genosse Wilke die Öffentlichkeitsarbeit seiner Pressestelle übertragen und er sich nicht omnipräsent ständig Selbstvermarkten würde, hätte er viel Zeit für Verwaltungsarbeit. Er sollte sich ein Beispiel an seinem Amtsvorgänger Dr. Martin Wilke nehmen. Die ständige Schönfärberei seines Agierens durch Journalisten alias Gutke, Klemmt, Lietz , Matschkowiak, Groneberg, …., welche eine eigenartige Allianz, über Facebook nachvollziehbar, aufgebaut haben, kann nur noch abstoßen.

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