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Vertreter des Gewerbevereins machen mobil gegen den Beschluss zur Großen Straße / Sitzung am Donnerstag

"Der Poller wird nicht kommen"

Wenn der aktuelle Beschluss der Stadtverordneten umgesetzt wird, gibt es an dieser Stelle der Großen Straße zwischen Predigerstraße und Müncheberger Straße demnächst eine automatische Polleranlage, die von 8 bis 19 Uhr eine Durchfahrt verhindern soll.
Wenn der aktuelle Beschluss der Stadtverordneten umgesetzt wird, gibt es an dieser Stelle der Großen Straße zwischen Predigerstraße und Müncheberger Straße demnächst eine automatische Polleranlage, die von 8 bis 19 Uhr eine Durchfahrt verhindern soll. © Foto: MOZ/Detlef Klementz
Detlef Klementz / 23.08.2017, 19:29 Uhr
Strausberg (MOZ) Der zweite Poller in der Großen Straße soll nicht kommen. Das hat der Gewerbeverein von Anfang an deutlich gemacht und diese Position am Dienstag auf der gemeinsamen Sitzung mit dem zeitweiligen Ausschuss "Große Straße" mit Nachdruck bekräftigt.

Thomas Frenzel hatte bei der Zusammenkunft im Restaurant "Zur Fähre" gleich zu Beginn festgestellt: "Ziel muss sein, dass der zweite Poller nicht kommt." Dass sich der Durchgangsverkehr ein halbes Jahr nach der Stadtmöblierung nicht wie erhofft verringert habe, sei bedauerlich. Frenzel, der dem Gewerbeverein vorsteht und auch im zeitweiligen Ausschuss sitzt, sieht da wie alle anderen Handlungsbedarf. Aber ein zweiter Poller würde da nicht helfen, sondern potenzielle Kunden abschrecken.

Optiker Frenzel und sein Gewerbeverein wissen, dass der geltende Beschluss der Stadtverordneten angesichts der in etwa gleichbleibenden Zahlen für den Durchgangsverkehr eine zweite Polleranlage in der Großen Straße zwischen Predigerstraße und Müncheberger Straße vorsieht.

"Das wollen die Bürger so", betonte Daniel Krebs gleich mehrfach. Der Ausschussvorsitzende verwies auf bislang elf öffentliche Sitzungen, Ortsbegehungen, auf Gespräche mit Vereinen und zahlreichen Bürgern, auf die Präsenz beim Altstadtfest, die zusammenfassende Vorstellung dreier Varianten beim Straßenfest am 3. Oktober 2015 und eine Bürgerversammlung. Insgesamt seien mehr als 300 Vorschläge eingegangen. Dabei sei eines immer wieder deutlich geworden, erklärte Krebs: "Die Bürger wollen weniger Durchgangsverkehr." In dem Zusammenhang habe sich die Mehrheit für die Version mit der zweiten Polleranlage ausgesprochen.

Anders als der Gewerbeverein und wenige Ausschussmitglieder. Meinhard Tietz mahnte, "wenn der geltende Beschluss auf Eis gelegt werden soll, müssen wir etwas anbieten". Fleischermeister Burkhard Höhne brachte als Alternative Bodenschwellen ins Gespräch, die zum langsamen Fahren zwingen würden. Andernfalls warnte er schon mal vor weiteren Leerstand und polterte: "Poller sind Schwachsinn."

Für Bäcker Dirk Hennig würden die neuen Poller das Chaos erhöhen: "Die Leute fahren bis ran und müssen dann wenden." Ansonsten befand er schon, dass die Meinung der Gewerbevertreter deutlicher ins Gewicht fallen müsse. Apotheker Jens C. Andreas machte gleichfalls gegen die Poller mobil. Dadurch werde das Problem mit dem Durchgangsverkehr nicht gelöst, sondern nur verlagert. Thomas Frenzel brachte schließlich das Stichwort LED-Display mit Geschwindigkeitsanzeige ein, allerdings ohne Erfolg. "Schade ums Geld", gab sich Daniel Krebs überzeugt.

Bau-Fachbereichsleiterin Birgit Bärmann konnte keine wirklich neuen Ideen entdecken. "Alles war schon mal da, außer einer Fußgängerzone." Die wiederholt angesprochene Spielstraße sei laut Ministerium nur in Gebieten mit "überwiegender Wohnbebauung" möglich.

Dass das Thema Fußgängerzone an diesem Abend keine Rolle spielte, lag wohl auch an der SPD-Fraktion. Die hat sich das Thema auf die Fahne geschrieben und dafür an die 5000 Unterschriften gesammelt. Doch die SPD-Vertreter waren am Dienstag gar nicht erst gekommen - aus Protest gegen den möglichen politischen Schwenk des Ausschusses.

Nicht wirklich zufrieden mit dem Verlauf zeigte sich Daniel Krebs. Der Ausschussvorsitzende warnt davor, den Willen der Bürgermehrheit zu missachten. Dabei will er die 2000 Unterschriften, die gegen den neuen Poller gesammelt wurden, keineswegs unterbewerten.

Keineswegs überbewerten will Ronny Kühn (Linke) Äußerungen von Klaus-Dieter Grote, der gedroht hatte: "Der Poller wird nicht kommen, macht was ihr wollt."

Ob sich eine Mehrheit für ein Umdenken bei der Poller-Lösung findet, wird sich auf der Ausschuss-Sitzung am Donnerstag um 18.30 Uhr in der Stadtverwaltung zeigen.

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Gewerbeverein Thomas Frenzel Nachdruck Dirk Hennig

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