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Leichtathletik
Lebedjews Uralt-Rekord geknackt

Stefan Dreyser / 05.10.2018, 10:37 Uhr
Strausberg Teilnehmerrekord bei der 82. Auflage des Strausseelaufes zum Tag der Einheit mit 857 Finishern. Dazu hatte Vorjahressieger Mustapha El Quartassy im Hauptlauf über die 9,2 Kilometer mit 28:43 Minuten einen Streckenrekord aufgestellt.

Bereits 842 Voranmeldungen bis Ende September hatten auf einen Teilnehmerrekord hingedeutet. Die wechselhaft herbstliche Witterung mit teils kräftigen Windböen hatte etwa 50 Voranmelder abgehalten. Einen Akteur nicht: Mustapha El Quartassy. Der für den VfL Marzahn startende Läufer knackte die Bestmarke des damals 38-jährigen ehemaligen sowjetischen Junioren-Landesrekordhalters im 10 000-Meter-Lauf Konstantin Lebedjew aus dem Jahr 1995. Die 28:43 Minuten bedeuteten Rekord über die 9,2-Kilometer-Distanz. Bei den Frauen siegte mit VMayada Al Sayad (34:11 min) ebenfalls eine Marzahnerin und gleichzeitig die Vorjahressiegerin.

Wilfried Krüger war schon beim Rekordlauf 1995 mit von der Partie. „Ich bin seit mehr als 20 Jahren beim Strausseelauf dabei und kann mich nur zwei, drei Mal erinnern, wo das Wetter gegen uns Läufer war“, so Krüger. Angesichts der Sturm-Warnungen überlegten die Organisatoren kurzzeitig, den Lauf abzusagen, entschieden sich jedoch dagegen, da die Bedingungen im Vorfeld „nicht optimal, aber akzeptabel“ waren. Bürgermeisterin Elke Stadeler erinnerte vor dem Start an einzelne Einsätze der Feuerwehr, die Äste auf der Strecke entfernten.

Beim Halbmarathon, der zweieinhalb Runden um den See führt, hatten sich im Vorfeld 88 Starter gemeldet. Wilfried Krüger war nicht unter ihnen, da er „keine vernünftige Zeit mehr laufen würde“. Stattdessen nahm er wieder am Hauptlauf über 9,2 Kilometer teil, für den die Starter dann doch nahezu optimale Bedingungen vorfanden. Für viele Starter war es die Premiere am Straussee. Über die Empfehlung seiner Schwägerin hatte Fabian Moritz aus Zepernick zum Strausberger 21-Kilometer-Lauf gefunden. Als Vorbereitung für den Marathon in Nizza am 4. November betrachtete Luca Driussi die Umrundung des Straussees. Der gebürtige Italiener und Wahlberliner hoffte, die Strecke in weniger als einer Stunde und 30 Minuten zu absolvieren.

Nachdem Strausbergs Bürgermeisterin den Startschuss gegeben hatte, begab sich der Pulk fast zeitgleich mit den Startern über 4,1 Kilometer auf die Strecke. Nach 222 Metern zum See über den Hof der Sparkasse folgte die Route ab der Klosterstraße dem Verlauf des originalen Strausseelaufs. Es gab zwei Verpflegungspunkte.

Gleich um anderthalb Minuten verbesserte sich der 13-jährige Fabian Strauß, der nach 15:24 Minuten als erster Halblaufstarter ins Ziel kam. Es sei eine „spaßige Verpflichtung“ mitzulaufen und mache allein schon „wegen der Bewegung und der Landschaft riesig Spaß“, sagte Strauß direkt nach dem Zielsprint am Fichteplatz. Nur kurz dahinter überquerte Bela Janosch Metzke die Ziellinie. Mit 16:05 Minuten war der Leichtathlet des SV Blau-Weiß Petershagen/Eggersdorf zufrieden.

Eher hobbymaßig waren die Zwillinge Nils und Lennart Grund über 4,1 Kilometer angetreten. Als Dritter im Ziel war Lennart Grund mit 16.34 Minuten auch Sieger in seiner Altersklasse. Mit 17:17 Minuten kam Bruder Nils nur knapp dahinter. Die Eltern der beiden Zehnjährigen sind in Strausberg aufgewachsen und kommen gern aus Kleinmachnow „in die Heimat“ zurück.

Das erste Mal und gleich ganz vorn bei den Bambini dabei war Finnley Suthau. Der Siebenjährige „mag Laufen einfach“ und findet die Strecke schön. Seine Mutter Julia indes kümmert sich im Team der „Strauß.Physio“ mit Massagen um die Teilnehmer.

„Nachdem wir schon bei den Voranmeldungen einen Teilnehmerrekord hatten, hat sich bei den Nachmeldungen verhältnismäßig wenig getan“, so Org-Team-Leiter Jörg Oswald, der dennoch mit rund 960 Startern allein zum Hauptlauf rechnete. 857 plus den 80 waren es schließlich im Ziel. Die Entwicklung der Teilnehmerzahl bestätige indes, dass es eine kluge Entscheidung gewesen sei, Bewährtes zu erhalten. „Natürlich haben wir hier und da auch versucht etwas anders zu machen und nachjustiert“, ergänzte Oswald. Erneut konnte er mit Uta Pippig eine der erfolgreichsten deutschen Langstreckenläuferinnen und langjährige Starterin in Strausberg begrüßen.

Vom Schwimmen wechselte Martina Krause vom KSC Strausberg zum Laufen. Das vierte Mal lief die mittlerweile 70-Jährige beim Hauptlauf über die 9,2 Kilometerdistanz mit. „Ich möchte mich fit halten“, sagte Krause, die Ende der 1990-ziger Jahre sogar beim Marathon mitmischte. Anschließend ging sie mit ihrem Mann, ein ehemaliger Triathlet, zum Altstadtfest.

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Regionalsport Wilfried Krüger Teilnehmerrekord Bela Janosch Metzke Hauptlauf

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