Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Cammer/Lühnsdorf
Frühjahrsputz im Storchenhorst

Bernd-Roderich Thiele und Gerhard Rettig beim Frühjahrsputz im Storchennest.
Bernd-Roderich Thiele und Gerhard Rettig beim Frühjahrsputz im Storchennest. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 16.04.2020, 09:15 Uhr
Cammer/Lühnsdorf Die Cammerschen Störche gehören zu den Rotstrümpfen, die in Afrika überwintern. Ihre Flugroute über Israel, die sie jeweils im Frühjahr und im Herbst nehmen, ist rund 5.500 Kilometer lang. Trotz der gewaltigen Entfernung ist auf die Vögel Verlass - so ihnen kein Unglück widerfährt, ist in jedem Jahr fast zur gleichen Zeit mit ihrer Rückkehr zu rechnen. Mit diesem Wissen treffen sich Gerhard Rettig aus Cammer und Bernd-Roderich Thiele aus Lühnsdorf in jedem Jahr ebenfalls fast zur selben Zeit zum Frühjahrsputz am Storchennest. Damit bei der Ankunft der Rotstrümpfe deren Sommerquartier ordentlich hergerichtet ist. Konkret: Um den Störchen bestmögliche Brutbedingungen zu schaffen. So geschehen auch in diesem Jahr. Als Thiele mit dem Steigerfahrzeug in Cammer eintraf, öffnete Rettig seine Pferdekoppel und machte den Weg frei für den Einsatz in luftiger Höhe. Mittels eines Misthakens säuberten sie den Storchenhorst. In diesem Jahr erforderte die Arbeit besonders große Anstrengungen. Da im vergangenen Sommer einer der beiden Cammerschen Altstörche verunglückt war, mussten die beiden gerade erst geschlüpften Storchenküken in den Storchenhof nach Loburg gebracht werden. Der Nachwuchs wurde dort erfolgreich aufgepäppelt und ausgewildert. Der in Cammer verbliebene Altstorch suchte sich wiederum einige Zeit nach dem Unglück eine neue Gefährtin - oder andersherum. In dieser Folge war das Nest jedoch nicht dauerhaft "bewohnt" und eine acht Zentimeter dicke Grasnarbe konnte sich darin entwickeln. Die wiederum, so erklärt Gerhard Rettig, verhindert eine ordentliche Belüftung des Sommerquartiers und bildet zusammen mit Kotresten, eine steinharte Kruste. Bei anhaltenden Niederschlägen in regenreichen kalten Sommern besteht dann die Gefahr, dass Jungstörche zu stark auskühlen und das Brutgeschäft scheitert. Um dem vorzubeugen, säubern die beiden Männer in regelmäßigen Abständen die Storchenhorste auf ihren Grundstücken. Jetzt bleibt zu hoffen, dass der Cammersche Altstorch mit seiner neuen Liebe aus dem vergangenen Sommer das für Störche ideal gelegene Quartier am Ortsrand wieder bezieht.

Während in dem Zauchedorf zwischenzeitlich der erste Rotstrumpf gesichtet wurde, hält Bernd-Roderich Thiele daheim in Lühnsdorf noch immer Ausschau nach seinen Sommergästen. Er hatte vor elf Jahren in seinem Garten am Rand der Dorfwiesen einen Storchenhorst aufgebaut. Kehrten anfangs nur Junggesellen für kurze Zeit dort ein, wurde im Sommer 2012 erstmals erfolgreich Storchennachwuchs aufgezogen. Damals hatte nach über 100jähriger Pause erstmals wieder einen Storchenpaar in Lühnsdorf gebrütet.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG