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Störche
Neun Paare brüten derzeit in Linum

Dass Störche so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann, hat RA-Leser Alwin May zwischen Gottberg und Kantow erfahren.
Dass Störche so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann, hat RA-Leser Alwin May zwischen Gottberg und Kantow erfahren. © Foto: Alwin May
Judith Melzer-Voigt / 10.05.2020, 19:00 Uhr
Linum (MOZ) Lisa Hörig muss das Gespräch noch einmal verschieben. Ein paar Besucher betreten gerade die Storchenschmiede auf der Suche nach Informationen rund um Adebar. Die kommissarische Leiterin der Einrichtung des Nabu in Linum erwartet an diesem Tag noch mehr Gäste. Vor allem am Nachmittag werden Interessierte vorbeischauen – die Berliner, die einen Großteil davon ausmachen, haben einen Feiertag. Zu sehen gibt es für Naturfans im Storchendorf Linum jedenfalls schon einiges.

Mittlerweile brüten neun Storchenpaare im Ort. "Die ersten drei waren schon Anfang März hier", sagt Lisa Hörig. "Das ist wirklich sehr früh." Der erste Horst, der besetzt wurde, war der direkt auf der Storchenschmiede – und das schon am 8. März, was ungewöhnlich ist. "Wir gehen davon aus, dass diese Störche Westzieher waren und eine deutlich kürzere Strecke zurücklegen mussten", erklärt die Fachfrau. Westzieher nutzen den Weg über Spanien nach Afrika. Wegen des in Spanien schon sehr warmen Wetters bleiben einige Tiere auch kurzerhand dort. Der Weg nach Linum ist daher kurz. Bei den Störchen gibt es auch Ostzieher. Diese nutzen die Route über den Bosporus nach Afrika. "Sie machen den Großteil der Störche hier in Linum aus", sagt Lisa Hörig. Anfang April kamen diese Ostzieher im Storchendorf an.

Eine verhältnismäßig gute Zahl

Die neun Paare, die nun registriert wurden, sind eine ganz gute Zahl – zumindest im Vergleich der vergangenen Jahre, erklärt die Leiterin der Storchenschmiede. "In den letzten 20 Jahren ist die Zahl aber stark zurückgegangen", sagt sie. Ursprünglich waren in Linum einst 18 Horste besetzt. Grund für diese Veränderungen ist der Rückgang an Nahrungsressourcen, auf die die Störche zurückgreifen können. Das liegt laut Lisa Hörig unter anderem an der Trockenheit, die mehr und mehr zunimmt. "Die Dürre in den letzten Jahren hat beispielsweise dazu geführt, dass die Störche weniger Regenwürmer finden, Die brauchen sie aber, um ihre Jungen zu ernähren", so Hörig. Die intensive Landwirtschaft und die Mais-Monokultur würden ihr Übriges tun.

Für diese Saison hat Lisa Hörig aber die Hoffnung, dass einige Junge in Linum schlüpfen. In den Horst auf der Storchenschmiede hat sie einen Einblick. Dort werden zwei Eier ausgebrütet. "Am 17. Mai müssten die Jungen dort schlüpfen", erklärt sie. Am Verhalten der anderen Störche im Dorf sei erkennbar, dass auch sie gerade brüten.

Etwas ruhiger ist es schon

Seit dem 25. April ist die Storchenschmiede offiziell wieder geöffnet. "Es ist schon etwas ruhiger. Aber gerade an den schönen Tagen kamen viele Besucher", sagt Lisa Hörig. Wegen der Corona-Pandemie gibt es derzeit aber keine Führungen. Und auch Kaffee und Kuchen werden nicht verkauft. "Dadurch ist der Ansturm natürlich etwas reduziert, aber so ist das eben momentan", so Hörig. Dennoch kämen auch schon mal Familien vorbei, die sich an den Teichen umschauen möchten. "Vielleicht können wir im nächsten Monat wieder Führungen anbieten, mit kleineren Gruppen." Ob das aber klappt, hängt von den Verordnungen zum Eindämmen des Virus und vor allem von der Entwicklung der Fallzahlen ab. "Ich empfehle bis dahin jedem Besucher, einfach vorher kurz hier anzurufen. Wir sind da."

Seit 1991 eine feste Institution in Linum

Die Storchenschmiede des Naturschutzbundes (Nabu) gibt es seit 1991 in Linum. Jährlich schauen dort rund 40 000 Besucher vorbei, um mehr über die Natur und deren Schutz zu erfahren.

Das Teichland rund um die Storchenschmiede ist eines der größten Rastgebiete für Wildvögel in Mitteleuropa. Neben den Störchen haben sich die Kraniche zu den Stars der Region entwickelt.

Die Öffnungszeiten der Storchenschmiede sind derzeit immer mittwochs bis freitags von 10 bis 16 Uhr sowie an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr. Kontakt zur Einrichtung erhalten Interessierte telefonisch unter 033922 50500.⇥red

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