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Anwohner: Kreuzung Vierradener Chaussee/Helbigstraße/Grüner Anger kreuzgefährlich / Rathaus: kein Unfallschwerpunkt, kein Bedarf

Ein Ampelabbau erhitzt die Schwedter Gemüter

Anfahrt an der Rampe: Kreuzung Vierradener Chaussee, Grüner Anger, Helbigstraße
Anfahrt an der Rampe: Kreuzung Vierradener Chaussee, Grüner Anger, Helbigstraße © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 07.08.2017, 06:18 Uhr
Schwedt (MOZ) Die Verkehrsführung an der Kreuzung Vierradener Chaussee/Helbigstraße/Grüner Anger hat sich geändert. Die Ampelanlage ist abgebaut. Das Schwedter Rathaus meint: Kein Bedarf! Einige Anwohner meinen dagegen: Die Kreuzung ist kreuzgefährlich. Hier rollen täglich mehrere tausend Fahrzeuge entlang, darunter viele Laster.

Abbauen lassen hat die Lichtsignalanlage an der Kreuzung das Rathaus - zur Verwunderung mancher Anwohner - ausgerechnet einen Tag nach einem schweren Unfall. Ein Pkw war über die Kreuzung in den Zaun des dort ansässigen Autohauses gerast ist.

Heike Voigt, Fachbereichsleiterin der Schwedter Ordnungsbehörde, erklärte die Zustimmung ihrer Behörde zum Abbau der Lichtsignalanlage damit, dass die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt sei. Das zumindest belegen ihrer Auskunft nach die Zahlen der Polizei, die auch die Unfallkommission kennt. Außerdem sei die Ampel schon zuvor abgeschaltet worden, ohne dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt worden sei.

Bei der Sanierung der Chaussee 2014 ist der Asphalt in den Grünen Anger gegossen worden, ohne vernünftigen Übergang. Jetzt müssen die Fahrzeugfahrer aus der Nebenstraße auf einer abschüssigen Rampe halten und wieder anfahren. Ohne Abfluss dort staut sich Regenwasser. Im Winter könnte es ziemlich glatt werden. Fahrzeugführer würden mit durchdrehenden Reifen anfahren. Außerdem bleibt die Ausfahrt aus dem Grünen Anger wegen der schlechten Sicht auf aus Richtung Vierraden schnell heranrollender Fahrzeuge nicht ungefährlich. Ein Anwohnervorschlag: Einführung eines Tempolimits auf der Chaussee stadtein- und auswärts. Einwohner wollen in jüngster Zeit fünf Unfälle, zwei mit Radfahrer- und zwei mit Pkw-Beteiligung sowie jede Menge gefährlicher Situationen beobachtet haben.

Hoch- und Tiefbauamts-Leiter Thomas Ziesche erinnert daran, dass hier vor langer Zeit einmal ein Kreisverkehr geplant, aber dessen Bau abgelehnt worden war. Er vertritt zum Ampelabbau diese Auffassung: Während der Bauarbeiten waren die Ampeln außer Betrieb. Eine gute Gelegenheit auszuprobieren, ob und wann Lichtsignalanlagen an der Kreuzung gebraucht würden. Fazit nach drei Jahren Probezeit: Wir können die Ampeln abbauen. Wir haben zudem die Auskunft der Verkehrsbehörde: Es gab keine Vorfälle, die nicht auch mit Ampel hätten passieren können. Die Kreuzung ist kein Unfallschwerpunkt.

Eine Ampel betreiben kostet ungefähr 5000 Euro im Jahr. Die einfachste Fußgänger-Ampelanlage - inklusive Standardausstattung für Menschen mit Behinderung - kostet mindestens 34000 Euro. Teurer geht immer. Bleibt am Ende zumindest eine ungeklärte Frage: Sind die Schwedter ampelgeschädigt? Als die "Rote Welle" auf der Bundesstraße 166 jüngst wieder Autofahrer vor jeder roten Ampel zum Tritt aufs Bremspedal zwang, erhob sich laut Protest, bis das zuständige Amt nachbesserte. Statt einer Ampelkreuzung zuzustimmen, drangen die Schwedter einst auch auf den Pinnower Kreisel. Die Oderstädter meckern auch, wenn sie vor der roten Ampel auf der Ortsumfahrung Passow oder auf der B 2 an der Kreuzung Dobberzin nachts in die Eisen steigen müssen. Von Rot-Licht fühlen sie sich offenbar gegängelt.

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Ampelabbau Heike Voigt Verkehrsführung Thomas Ziesche Helbigstraße

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Willi Bald 07.08.2017 - 17:16:06

Ampelabbau: nach drei Jahren....

....abgeschalteter Ampel haben sich Anwohner über den Abbau erregt. Hier gibt es gar keine Anwohner, nur ein Autohaus in der Nähe. Und wenn auf der gegenüberliegenden Seite ein Auto in den Zaun "rast", dann hätte sich dieser Autofahrer wohl auch nicht von einer dummen Ampel abhalten lassen. Wie er es geschafft hat, bei einem Verkehrsaufkommen von "täglich mehreren tausend Fahrzeugen" unbeschadet erst einmal über die Kreuzung zu kommen, erscheint wie ein Wunder. Dieses Wunder kann nur der Redakteur erklären. Einfach eine journalistische Meisterleistung.

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