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Angermünder Feuerwehr rückt im vergangenen Jahr 232 Mal zum Löschen und Helfen aus

Feuerwehr
Einsatz auch hinter der Stadtgrenze

Großes Aufgebot der Einsatzkräfte: Im März 2017 gab es einen Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf dem B-2-Abschnitt, an dem noch gebaut wurde, kurz hinter dem Pinnower Kreisel. Es war einer von drei Gefahrgutunfällen im Vorjahr.
Großes Aufgebot der Einsatzkräfte: Im März 2017 gab es einen Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf dem B-2-Abschnitt, an dem noch gebaut wurde, kurz hinter dem Pinnower Kreisel. Es war einer von drei Gefahrgutunfällen im Vorjahr. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kerstin Unger / 24.01.2018, 20:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Ein einsatzreiches Jahr liegt hinter den Angermünder Feuerwehrleuten. Auch im Januar wurden sie bereits elfmal alarmiert. Durch öffentlich-rechtliche Vereinbarungen mit Nachbarkommunen steigen die Anforderungen und auch der Aktionradius.

Bis zum allerletzten Tag waren die Feuerwehrleute 2017 gefordert. Das Jahr endete mit einem Löscheinsatz nach dem Silvesterfeuerwerk. Ein Brand durch Böller, der mehrmals aufflammte, gefährdete ein Gebäude in der Angermünder Scharfrichtergasse. "Sonst hatten wir meist vor Mitternacht ein bis zwei Einsätze", erzählt Stadtbrandmeister Jürgen Duckert. "Mal hat eine Hecke Feuer gefangen, mal eine Weide am Mündesee gebrannt."

Das zurückliegende Jahr hatte bereits mit vielen Einsätzen angefangen. Alleine 15 gab es im Januar und 34 im ersten Vierteljahr. Aber auch die Stürme im Oktober trieben die Zahlen in die Höhe. Hier musste die Wehr allein 87-mal ausrücken.

Insgesamt wurde die Angermünder Feuerwehr im vergangenen Jahr 232-mal gerufen, davon 46-mal zu Bränden. 182-mal musste technische Hilfe geleistet werden, beispielsweise bei ausgelaufenem Öl auf Straßen, Verkehrsunfällen, Sturm- und Wasserschäden. In zwölf Fällen mussten Türen geöffnet und sechsmal Tragehilfe für Rettungsdienste geleistet werden. Vier Menschenleben konnten bei den Einsätzen nicht mehr gerettet werden, davon starben zwei Personen bei Verkehrsunfällen.Es gab auch vier Fehlalarme, davon drei vorsätzliche. "Unter anderem wurde im Angerzentrum der Handmelder eingeschlagen", erklärt Jürgen Duckert.

Bleibt die Tendenz wie in den ersten dreieinhalb Wochen des neuen Jahres, wird es 2018 auch wieder ein turbulentes Jahr. Bis Dienstagnachmittag waren elf Einsätze registriert. Gleich zu Beginn des Monats, am 3. Januar, gab es für die Einsatzkäfte ein schlimmes Erlebnis, als sie nach einer Türöffnung in Mürow einen toten Menschen fanden. Am gleichen Abend wurden sie zu einem Suizid auf den Bahngleisen in Angermünde gerufen.

Der Einsatzbereich der Angermünder Wehr hat sich in letzter Zeit vergrößert. Durch den Abschluss öffentlich-rechtlicher Vereinbarungen über kommunale Gemeinschaftsarbeit der Stadt Angermünde mit den Ämtern Oder-Welse und Britz-Chorin-Oderberg wird sie jetzt auch außerhalb des Stadtgebietes aktiv. "Wir haben die Drehleiter, Löschfahrzeuge und sind für technische Hilfeleistung gut aus gestattet", erklärt der Stadtbrandmeister. "Überörtliche Hilfe haben wir auch vorher schon geleistet. Jetzt wurde sie neu geregelt, auch in der Alarm- und Ausrückeordnung. Dadurch sind wir für die Menschen, die Hilfe brauchen, schneller da."

Die Kooperation ist nicht nur wegen der technischen Unterstützung vorteilhaft, sondern auch wegen der geforderten Einsatzstärke. Da auch viele freiwillige Feuerwehrleute beruflich pendeln müssen, wird es immer schwierig, die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten. Die Frauen und Männer müssen sich auch weiterbilden und qualifizieren. "Die Rahmenbedingungen dafür ändern sich rasant", sagt Jürgen Duckert. "Früher durfte man zum Beispiel mit dem Kettensägeschein alles machen. Jetzt gibt es dafür verschiedene Module. Bäumefällen darf man nicht mehr, wenn man nur den Grundschein besitzt, sondern nur noch liegendes Holz aufarbeiten. Das genügt aber nicht, wenn Sturm droht."

Zur Angermünder Feuerwehr gehören derzeit 316 Einsatzkräfte. Die Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr ist etwas angestiegen und liegt jetzt bei 69. Die im vergangenen Jahr gegründete Jugendwehr in Stolpe ist sehr aktiv. Zum 1. Januar 2018 ist die Gründung einer Jugendwehr in Görlsdorf gemeldet worden.

Mit Tino Seidel gibt es seit Kurzem auch einen neuen Stadtjugendwart, der sich um die Ausbildung und Arbeit des Nachwuchses kümmert.

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