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Gigafabrik
Tesla öffnet Informationsbüro

Christina Sleziona / 16.01.2020, 06:30 Uhr
Grünheide (MOZ) Erst vor zwei Tagen kam die Bestätigung per Telefon bei Christine de Bailly an: Die Räumlichkeiten des von ihr organisierten Netz-Werk-Ladens am Grünheider Marktplatz sollen ab heute als Bürgerinformationsbüro für den US-Automobilhersteller Tesla dienen. In dem Büro können Interessierte Fragen zum Bauvorhaben der "Gigafactory Berlin-Brandenburg" stellen. Ein entsprechender Hinweis befindet sich auch auf der Internetseite der Gemeinde Grünheide.

"Für das Büro hatten sich in der vergangenen Woche zwei Damen vorgestellt", sagt Rathaussprecherin Ariane Kaatz. Ob es sich dabei um Mitarbeiterinnen von Tesla oder eines von Tesla beauftragten Unternehmens handelt, wisse sie nicht, sagte die Sprecherin. Auch Christine de Bailly hat die beiden Frauen schon getroffen. Sie standen mit Bürgermeister Arne Christiani plötzlich vor der Tür der 63-Jährigen und suchten nach einem geeigneten Standort. Dass die Zusage dann so kurzfristig kam, damit habe sie nicht gerechnet, gesteht  Christine de Bailly. "Aber wir sind ja flexibel", fügt die Kommunikations- und Bildungsmanagerin gelassen an. Für die Angebote des Netz-Werk-Ladens, die sie seit 2017 organisiert, werde sich dadurch wenig ändern. Nur ein Fotoworkshop, der für den 23. Januar, 18 Uhr angesetzt war, wird in die Sprach-Werkstatt direkt nebenan verlegt. Groß umräumen werde man den Netz-Werk-Laden für die Informationsgespräche zu Tesla nicht. "Wir haben ja 20, 30 Plätze, aber so viele Leute werden wohl gar nicht kommen", sagte Christine de Bailly. Schließlich würden die im Rathaus ausliegenden Planungsunterlagen ja auch nicht gerade Massen anziehen.

Tesla will die Fabrik auf einem 300 Hektar großen Waldstück in der Gemeinde Grünheide errichten. Derzeit suchen mehrere Firmen das Gelände nach Munition ab. 2021 will das Unternehmen mit der Produktion beginnen.

"Ich finde es sehr gut, dass Tesla  das Gespräch mit den Bürgern sucht", sagt  de Bailly. "Für so etwas ist der Netz-Werk-Laden da: Bürger zusammenführen und sie informieren." Ihrer Ansicht nach könne das Informationsbüro sogar dazu beitragen, dass sich "die Leute mehr engagieren": "Viele schimpfen und prognostizieren Schlimmes für die Zukunft der Region durch Tesla. Dabei sollten diejenigen lieber überlegen, wie man dazu beitragen kann, dass alles gut wird."

Kampfmittelbelastetes Gebiet

Diskussionsbedarf gibt es in der Bevölkerung genügend. So spazierten am vergangenen Sonntag zum Beispiel etwa 50 Menschen durch den Kiefern-Wald, in dem Tesla bauen will, um auf die gefährdete Trinkwasserversorgung aufmerksam zu machen. Derartige Protestaktionen können in den nächsten Monaten dort nicht mehr stattfinden. Grünheides Bürgermister Arne Christiani untersagt das Betreten des Bebauungsplangebiets ab Freitag und bis zum 31. März mittels Allgemeinverfügung. "Das gesamte Gebiet des Bebauungsplanes Nr. 13 Freienbrink-Nord wurde als kampfmittelbelastet eingestuft", heißt es zur Begründung. In Einzelfällen könne es Ausnahmen geben.

DasBürgerinformationsbüro, Am Marktplatz 8, hat dienstags und donnerstags, 17 bis 19 Uhr, vom 16. Januar bis zum 4. Februar geöffnet.

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