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Zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin
Schienenkapazitäten reichen für Werksverkehr von Tesla

Linke-Verkehrspolitiker: Christian Görke
Linke-Verkehrspolitiker: Christian Görke © Foto: Bernd Settnik
thi / 18.05.2020, 03:45 Uhr - Aktualisiert 18.05.2020, 07:27
Potsdam (dpa) Auf der Schienenverbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) gibt es ausreichend Kapazitäten für den Werksverkehr der geplanten Autofabrik von Tesla in Grünheide (Oder-Spree).

Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Christian Görke hervor. Demnach fahren dort täglich 60 bis 70 Güterzüge in beide Richtungen sowie 70 bis 80 Regionalzüge und bis zu 14 Fernverkehrszüge. Ab 2022 wird sich die Zahl der Regionalexpress-Verbindungen erhöhen, da der RE1 dann statt halbstündlich alle 20 Minuten in den Hauptverkehrszeiten fahren soll.

Görke fordert Klarheit

Für den Anschluss des künftigen Werksgeländes von Tesla sei eine zusätzliche Verpufferungsanlage notwendig, heißt es in der Antwort der Landesregierung weiter. Über die Dimensionen der Ausbauten lasse sich nichts sagen, da das Unternehmen noch keine Angaben zu seinem Bedarf gemacht habe. Görke betonte gegenüber dieser Zeitung, dass sich eine zusätzliche Gleisanlage an einer so stark befahrenen Strecke nicht ohne Beeinträchtigungen bauen ließe. Die Landesregierung und Tesla seien dringend gefordert, Klarheit über den Bedarf zu schaffen. "Andernfalls wird der Zeitplan kaum zu halten sein."

Tesla will in Grünheide von Sommer nächsten Jahres an bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr herstellen. Weil eine Genehmigung noch nicht abgeschlossen ist, betreibt das Unternehmen die Vorbereitungen auf eigenes Risiko. Kritiker befürchten negative Folgen für die Wasserversorgung und hatten die Rodung von Wald und den Umgang mit Tieren auf dem Gelände kritisiert. Sie warnen vor Konsequenzen für die Umwelt, weil das Gelände in einem Wasserschutzgebiet liegt. Gegen das Projekt gab es laut Umweltministerium mehr als 370 Einwände. Eine öffentliche Erörterung hatte wegen der Corona-Krise zunächst nicht stattgefunden, soll aber möglichst nachgeholt werden.

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